Knappschaftskrankenhaus

Pilot verweigert Tsenka (32) den Flug – und rettet ihr damit wohl das Leben

Für die 32-jährige Tsenka Georsiewa sollte es vom Dortmunder Flughafen in die bulgarische Heimat gehen.Der Pilot sah sie an und entschied: Sie kann nicht fliegen. Das war ihr Glück.
Chefärztin Dr. Kathrin Niemöller (links) und die Leitende Oberärztin Dr. Maria Simon (rechts) von der Klinik für Angiologie am Knappschaftskrankenhaus Dortmund freuen sich, dass Ihre Patientin Tsenka Georsiewa (Mitte) schon wieder lächeln kann. © Knappschaftskrankenhaus Dortmund

Für die 32-jährige Tsenka Georsiewa war es wohl so etwas wie Rettung im letzten Moment: Mit extrem geschwollenem und schmerzendem Bein wollte die junge Frau, die in Dortmund Verwandte besucht hatte, wieder zurück in ihre bulgarische Heimat fliegen. Weil der Pilot sich weigerte, sie in diesem Zustand an Bord zu nehmen, ging es statt in den Flieger mit dem Rettungswagen direkt ins Knappschaftskrankenhaus Brackel. Zu dem ungewöhnlichen Fall gab die dortige Pressestelle nun Informationen heraus.

Touristin erleidet Thrombose und Lungenembolie

In der Klinik stellte sich demnach heraus, dass die Touristin nicht nur eine akute Thrombose in Becken- und Beinvenen aufwies, sondern auch bereits eine Lungenembolie erlitten hatte. Eines der Blutgerinnsel hatte sich gelöst und über die Blutbahnen schon die Lunge erreicht. „Ein unbehandelt lebensbedrohlicher Zustand“, lautete die Diagnose von Dr. Kathrin Niemöller, heißt es seitens der Klinik.

Die Chefärztin der Klinik für Angiologie behandelte mit ihrem Team die ausgedehnte Thrombose mit einem speziellen Katheterverfahren. Die enorme Menge an Blutgerinnseln in den Becken- und Beingefäßen wurde minimalinvasiv „abgesaugt“, so die Mitteilung. Mit Erfolg: Denn schon wenige Tage später konnte die Patientin die Klinik wieder verlassen – und wird bald nach Hause fliegen.

Nach dem überstandenen Eingriff freute sich Tsenka Georsiewa besonders über die unbürokratische Hilfe in der Brackeler Klinik, bei der der Versicherungsstand der Touristin keine Rolle spielte. Auch sprachliche Herausforderungen wurden unkompliziert bewältigt, gibt das Krankenhaus in einer Pressemitteilung an.

Oberärztin überbrückt Sprachbarriere

Die ebenfalls aus Bulgarien stammende Leitende Oberärztin der Angiologie, Dr. Maria Simon, konnte mit der Patientin demnach die Krankengeschichte durchgehen, die junge Frau in ihrer Muttersprache über ihren akuten Zustand aufklären und ihr auch den Ablauf der medizinischen Behandlung schildern. Technische Details interessierten Tsenka Georsiewa dabei weniger als die schnelle und gute Genesung.

Chefärztin Dr. Kathrin Niemöller fasst zusammen: „Wenn die Patientin in den Flieger gestiegen und nicht gleich zu uns gebracht worden wäre, hätten sich beim Flug sicherlich weitere, lebensbedrohliche Embolien gebildet.“ Der Pilot könnte der jungen Frau somit das Leben gerettet haben.