Sandra und Jörn Hausmann belegten mit ihrem Gastro-Projekt den zweiten Platz beim Wirtschaftsförderpreis. © Daniel Immel
Bauernhof in Holthausen

Restaurant gewinnt Preis noch vor Eröffnung: „Wollen das Land in die Stadt holen“

Jörn und Sandra Hausmann haben einen alten Bauernhof in Holthausen umgebaut – zum Gastronomie- und Event-Hof. Obwohl der Wibbelings-Hof noch nicht eröffnet hat, konnte das Konzept bei einem Förderpreis überzeugen.

„Alles kommt aus der Region, ist Bio und wir arbeiten mit den lokalen Landwirten zusammen“, so beschreiben Jörn und Sandra Hausmann das Konzept ihres Wibbelings-Hof in Holthausen.

Mitte November öffnet der zum Event- und Gastronomiebetrieb umgebaute Bauernhof erstmals seine Pforten. Knapp einen Monat zuvor konnte das Konzept des Wibbelings-Hofs beim Wirtschaftsförderpreis „Geschmackstalente“ schon überzeugen und den zweiten Platz belegen.

Hofladen, Café und Eventlocation – aus diesen Elementen soll der Wibbelings-Hof bestehen. Der Hof soll zum Ausflugslokal werden, die Speisen werden aber nur teilweise à la carte angeboten. Hauptsächlich wird das serviert, was da ist. Teil des Konzepts ist es, die jeweiligen Lebensmittel vollumfänglich zu verarbeiten.

Von der Nase bis zum Schwanz – alles wird verarbeitet

Beim Fleisch, das aus der direkten Nachbarschaft kommt, soll 100 Prozent des Tieres verwertet werden. „From nose to tail“, von der Nase bis zum Schwanz, so lautet das Konzept. Dabei werden Steaks und Burger aufgetischt, im Hofladen sind dann Gulasch und Rouladen erhältlich. Der Fokus liegt auf Rindfleisch. Das Ziel des Betriebs: Landleben in die Stadt zu bringen.

Mit diesem Konzept konnten die Eheleute Hausmann offenbar auch bei dem Wettbewerb der Wirtschaftsförderung überzeugen. Insgesamt 26 Restaurant-Gründer haben bei der erstmaligen Austragung der „Geschmackstalente“ mitgemacht. Für die besten zehn Teilnehmer gab es ab Ende Juli im Wochentakt Workshops in unterschiedlichen Restaurants.

In Schulungen wurde den Teilnehmern etwas über Finanzierung, Marketing und Personalführung beigebracht. „Das ist der eigentliche Siegpreis gewesen – das hatte schon einen Mehrwert“, sagt Sandra Hausmann über die Schulungen und die einhergehenden Kontakte in die Restaurantwelt. Den neuen Koch ihres Gastroprojekts konnten beide dank der erlernten Methoden zur Mitarbeitergewinnung finden.

Am Ende des Wettbewerbs (6.10.) wurden Jörn und Sandra mit dem zweiten Platz belohnt – und einem Preisgeld in Höhe von 12.000 Euro. Der Geldbetrag ist für sie aber eher die Kirsche auf der Sahnetorte. Denn das Geld wird nicht zur Reinvestition der Umbauarbeiten des Bauernhofes verwendet.

Geld fließt in Beefer, Dry-Ager und Co.

Stattdessen fließt die Geldsumme in Küchengeräte wie einen Dry-Ager oder einen Beefer. „Wir gehen ja in die hochwertige Küche und brauchen dafür geeignete Geräte“, sagt Jörn Hausmann. Mit einem Beefer beispielsweise können Steaks bei 800 Grad Celsius zubereitet werden. Durch den Gewinn müssen sie die kostspieligen Kuchengeräte nicht aus privaten Mitteln finanzieren.

Dass Jörn und Sandra Hausmann mit ihrem Konzept derart überzeugen konnten, damit hätten sie im Vorfeld nicht gerechnet. „Wir konnten das als Neulinge gar nicht beurteilen, wie weit wir kommen“, sagt Sandra Hausmann.

Beide kommen eigentlich aus anderen Berufen. Jörn aus der Informatik und Sandra ist examinierte Krankenschwester. Ihr Projekt Wibbelings-Hof ist die Erfüllung eines Traums – einen eigenen Bauernhof in einen Gastrobetrieb mit Hofladen umzuwandeln. „Uns war nur klar, dass wir eine richtig gute Location bieten können“, sagt Sandra Hausmann.

Wibbelings-Hof soll kein üblicher Hofladen sein

Im Vergleich zu üblichen Hofläden und Cafés herrsche beim Wibbelings-Hof ein anderes Ambiente. „Die Leuten sollen hier rein kommen und sagen, das ist ja toll hier“, sagt Sandra Hausmann.

In vollem Umfang wird der Hof erst im kommenden Frühjahr aufmachen. Der Hofladen wird vorab Mitte November eröffnet. Dieser soll jedoch nicht gewöhnlich sein. Stattdessen wird er Produkte führen, von denen die Hausmanns auch persönlich überzeugt sind. Das Highlight: selbstgemachte Schokoladen und Pralinen.

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