Hier geht nichts mehr: Die Wickeder Straße ist erneut wegen eines Tagesbruchs gesperrt. © Andreas Schröter
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Schon wieder Sperrung wegen Tagesbruch – „Endlich herrscht hier mal Ruhe“

Schon wieder: An derselben Stelle, an der es bereits im Winter einen Tagesbruch gab, musste die Fahrbahn einer Straße in Dortmund nun erneut gesperrt werden. Manche Anwohner sehen darin aber auch Positives.

Ganz unterschiedliche Reaktionen ruft die neuerliche Sperrung der Wickeder Straße in Husen hervor. Während die Anwohner der betroffenen Straße selbst der Sperrung auch positive Seiten abgewinnen können, wird sie von den Bewohnern der umliegenden Straßen – wie der Husener Eichwaldstraße – viel kritischer gesehen.

Wie berichtet musste die Wickeder Straße ungefähr in Höhe der Einmündung „Am Grenzgraben“ erneut gesperrt werden, weil die Fahrbahn nachgegeben hat und eingesackt ist. Das war im Februar ebenfalls passiert. Es könnte nun Mitte September werden, bis der Schaden behoben ist.

Wenn Lkw hier langfahren, rappelt das ganze Haus

Ein Anwohner, der keine 20 Meter entfernt von der Gefahrenstelle wohnt und namentlich nicht genannt werden will, sagt: „Mich wundert das nicht. Schauen Sie sich doch mal die vielen Risse an den Häusern an. Wenn Busse oder Lkw die Straße langfahren, rappelt das ganze Haus und sogar noch der Garten. Hier gibt es auch ungemein viele Wasserrohrbrüche oder Schäden in der Telefonleitung.“

Problem sei seiner Ansicht nach der hohe Grundwasserspiegel in diesem Bereich. Wenn man bohre oder grabe, stoße man bereits nach vier oder fünf Metern auf Grundwasser. Es müsste ein Durchfahrtsverbot für Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht geben, so seine Ansicht. Der schwankende Untergrund sei einfach nicht für so große Gewichte ausgelegt.

Auch für Tempo 30 plädieren andere Anwohner. Sie sagen: Die gesamte Straße müsste von Grund auf saniert werden. „Sie hat doch alle paar Meter Löcher.“

Besonders tragisch findet die Sperrung dennoch niemand der am Donnerstag (5.8.) befragten fünf oder sechs Anwohner: „Endlich herrscht hier mal Ruhe“, so war der allgemeine Tenor, „man kann sogar die Vögel zwitschern hören. Ist das nicht herrlich?“ Man könne abends mit den Kindern sogar Federball auf der Straße spielen.

Stefan Samen ärgert sich über die Verkehrssituation in der Husener Eichwaldstraße, durch die nach dem neuerlichen Tagesbruch in der Wickeder Straße erneut die Busse geleitet werden.
Stefan Samen ärgert sich über die Verkehrssituation in der Husener Eichwaldstraße, durch die nach dem neuerlichen Tagesbruch in der Wickeder Straße erneut die Busse geleitet werden. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Ganz anders ist die Situation in der ohnehin schon engen Husener Eichwaldstraße, durch die nun die Busse umgeleitet werden. „Ich verstehe nicht“, sagt Anwohner Stefan Samen, „dass der öffentliche Personennahverkehr nicht über die Husener Straße geführt wird“.

Wobei: Bedingt durch die Ferien sei die Situation momentan sogar noch halbwegs erträglich. Aber bald, wenn die drei Schulen und der Kindergarten wieder ihren Betrieb aufgenommen haben, werde die Situation sicher wieder deutlich schlimmer sein.

Hinzu kommen kleinere Baustellen, die es auch auf der Husener Eichwaldstraße gibt und den Verkehr zusätzlich behindern. Merkwürdig aus Samens Sicht: Weder dort, noch an der Wickeder Straße sehe man irgendeinen Arbeiter.

Zunächst braucht es den Auftrag eines privaten Grundstückbesitzers

Letzteres erklärt die Stadt, wie berichtet, damit, dass zunächst ein privater Grundstücksbesitzer an der Wickeder Straße den Auftrag zur Sanierung seines Kanalnetzes geben müsse. Andernfalls werde die Straße immer wieder unterspült. Diese Arbeiten sollen wohl Mitte September erfolgen.

An der Tagesbruchstelle ist noch gut zu erkennen, wo er Anfang des Jahres aufgefüllt worden ist. Nun ist die Straße erneut eingesackt
An der Tagesbruchstelle ist noch gut zu erkennen, wo er Anfang des Jahres aufgefüllt worden ist. Nun ist die Straße erneut eingesackt. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Die unbefriedigende Verkehrssituation in der Husener Eichwaldstraße beschäftigt seit langem auch die Politik.

Die Bezirksvertretung Scharnhorst fordert seit Jahren ein Verkehrs- und vor allem ein Parkkonzept für diese Straße, in der mit Roncalli- und Eichwaldgrundschule und der Hauptschule Husen nicht nur drei Schulen beheimatet sind, sondern auch der SC Husen-Kurl, ein Kindergarten sowie die Mazedonisch-Orthodoxe-Gemeinde.

Ein Lösungsvorschlag lautet dabei, einen Teil des Parkplatzes der Firma Redpath-Deilmann anzukaufen, um ihn der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das – sollte es denn jemals Realität werden – wird jedoch nicht mehr die gegenwärtigen Probleme lösen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter

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