Dirk Bresinsky, Schulleiter der Katholischen Hauptschule Husen, will seine Schüler ganz langsam wieder an den Schulalltag gewöhnen. © Andreas Schröter
Kurler Straße

Schulbus-Unfall in Dortmund: Auch der Schulleiter saß mit im Bus

Das war für viele eine Meldung, die erschreckte: Nach einem Schulbus-Unfall in Dortmund mussten vier Kinder ins Krankenhaus. Nun schildert der Leiter der betroffenen Schule die Details.

An der Einmündung Greveler Straße in Dortmund-Scharnhorst kam es am Montag (22.11.) zu einem Unfall, an dem auch ein Schulbus beteiligt war. Bei der Fahrt handelte es sich um eine Fahrt von neun Sechstklässlern der Katholischen Hauptschule Husen zum Hallenbad „Die Welle“ in Scharnhorst-Ost.

„Wir haben montags nach der sechsten Stunde eine Schwimmzeit dort“, sagt Schulleiter Dirk Bresinsky, „die nutzen wir für unser Projekt Sicheres Schwimmen, denn seit Beginn der Corona-Zeit ist die Schwimmausbildung vielfach auf der Strecke geblieben.“

Bresinsky selbst war mit im Bus und saß vorne, sodass er den Unfall in allen Einzelheiten mitbekommen hat. Der Bus war auf der an dieser Stelle abknickenden und vorfahrtsberechtigten Kurler Straße unterwegs, als ein Pkw aus der Greveler Straße kam, ohne auf den Bus zu achten.

,Au, das wird knapp‘, habe er noch gedacht, als es auch schon krachte, weil der Bus den Pkw voll erwischte. Der überschlug sich und landete im Straßengraben. Der unter Schock stehende Fahrer (61) konnte aber noch selbstständig aussteigen und wurde nur leicht verletzt.

Abrupter Stillstand war das Problem

Problem für die Insassen des Busses war der abrupte Stillstand, sodass sich einige Kinder – je nach dem, wie sie gerade saßen – Knie oder Ellbogen anstießen und blaue Flecken davontrugen. Bresinsky wählte sofort den Notruf, und kurze Zeit später waren Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst vor Ort.

Es wurde entschieden, dass vier Kinder zur Sicherheit ins Krankenhaus gebracht werden sollten. Drei von ihnen konnten es aber nach kurzer Untersuchung wieder verlassen. Ein Schüler jedoch war am Mittwoch (24.11.) immer noch zur Beobachtung im Krankenhaus. Er klagt über ein Taubheitsgefühl in den Beinen.

Bresinky, der als begleiteter Lehrer mit ins Krankenhaus gefahren war, spürte an sich selbst zunächst überhaupt keine Unfallfolgen. Erst nachdem die erste Aufregung vorbei war, begann sein Rücken zu schmerzen – ähnlich wie bei einem Hexenschuss. Das Adrenalin muss die Schmerzen zuvor verdrängt haben.

Er konnte in der Kinderklinik nicht behandelt werden und musste noch in ein anderes Krankenhaus gebracht werden. Das konnte er zwar nach der Untersuchung wieder verlassen, ist aber zunächst bis Ende der Woche krankgeschrieben.

Busunternehmen schickte Ersatzbus

Während Bresinsky mit den vier Kindern auf dem Weg ins Krankenhaus war, schickte das Schulbusunternehmen einen kleineren Ersatzbus, in dem sich die fünf restlichen Kinder, die sich bei dem Unfall nichts getan hatten, mit Lehrerin Stefanie Thönnißen auf dem Weg zurück zur Schule machten. Auch der Busfahrer (56) war unverletzt geblieben.

Natürlich waren in der Zwischenzeit alle Eltern verständigt worden, die ihre Kinder von der Schule abholten oder sich auf den Weg ins Krankenhaus machten. Bresinsky lobt die Eltern für ihre besonnene Reaktion: „Hysterie, wie man sie sich vielleicht vorstellen könnte, hat es da nicht gegeben.“

Und er lobt auch die Schüler, die sich direkt nach dem Unfall ausgesprochen diszipliniert verhalten haben: „Da hat niemand sein Handy gezückt. Ich habe selbst ein noch recht kleines Kind“, so Bresinsky weiter, „und ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was ich von der Schule meines Sohnes in einer solchen Situation erwarten würde. Und genauso habe ich dann gehandelt.“

Am Dienstag haben die Lehrerinnen und Lehrer das Geschehen mit den Schülern im Unterricht aufgearbeitet. Nach allem, was er gehört hat – denn er selbst ist ja krankgeschrieben – haben alle Beteiligten das Geschehen gut verkraftet, so der Schulleiter.

Einzig der für Freitag geplante Adventsmarkt fällt nun aus – aber auch wegen der Corona-Lage.

Bresinsky bedankt sich bei den Rettungssanitätern und dem Krankenhauspersonal für ihre Freundlichkeit. Die Polizei habe angeboten, den Vorfall durch das Team Verkehrsunfall-Prävention und Opferschutz mit den Kindern aufzuarbeiten.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
Zur Autorenseite
Andreas Schröter

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.