Mehrere Haushalte in Lanstrop müssen seit Wochen ohne funktionierende Telefonleitung auskommen. © picture alliance/dpa
40 Haushalte betroffen

Telefonstörung in Dortmund: Mehrere Häuser seit Wochen ohne Internet

Seit dem Starkregen vor fünf Wochen steht eine Dortmunder Siedlung ohne Telefon und Internet da. Eine betroffene Familie berichtet von den Herausforderungen, die sich dadurch ergeben.

Nach nur zwei Tagen waren die 50 Gigabyte Datenvolumen im privaten Hotspot aufgebraucht. Die Kinder pilgern zu Freunden, um das Internet zu nutzen – zuhause Videos gucken geht nicht mehr.

Familie Wüllner (Name geändert) steht seit fünf Wochen ohne Internet da. Seit dem Starkregen im Juli funktionieren in der Michaelstraße und in Teilen der Steinhof- und Lanstroper Straße weder Telefon noch Internet. Rund 40 Haushalte sind nach Schätzung von Nicole Wüllner betroffen, doch alle Bemühungen, den Netzbetreiber zur Behebung der Störung zu bringen, verliefen im Sande.

Während die Wüllners, die bei Vodafone Kunden sind, gar keine Antworten bekommen, werden die Nachbarn von der Telekom regelmäßig vertröstet – angeblich sei keine Tiefbaufirma zu finden, die zeitnah anfangen könnte. Frühestens am 27. August könne es losgehen.

Kein Homeschooling möglich

„Ich bin froh, dass die Kinder jetzt wenigstens in die Schule gehen können. Homeschooling wäre so gar nicht gegangen. Und so sehen sie ihre Freunde wenigstens in der Schule, wenn sie schon nicht facetimen können“, sagt Nicole Wüllner.

Das private Datenvolumen reicht indes nur für eine Person im Home-Office, deshalb bleibt nur ihr Mann daheim. Doch selbst da werde es knapp: Ab und zu gehe er, wie auch die Kinder, zu Freunden, um das Internet zu nutzen. „W-Lan-Tourismus“ nennt Nicole Wüllner das scherzhaft.

Als Konsequenz für den Internet-Ausfall wollen die Wüllners das Geld für den Monat zurück buchen und künftig zur Telekom wechseln – da sei das Netz zwar genau so weg, aber immerhin, so Nicole Wüllner, bekomme man von der Telekom wenigstens Auskünfte.

Straße muss erneut aufgerissen werden

„Man braucht das Internet für alles mögliche, allein um nach Busfahrplänen oder Öffnungszeiten zu schauen. Und ältere Menschen trifft es ja noch härter, die ohne Telefon gar keinen Kontakt nach draußen haben“, sagt Wüllner und ärgert sich, dass das Problem nicht schon längst behoben wurde.

Erst vor Kurzem seien Kanalarbeiten in der Straße durchgeführt worden, da hätte man die Telefonleitung gleich mit reparieren können – doch nun ist die Straße wieder geteert und muss wohl wieder aufgerissen werden.

Auf unsere Anfrage bestätigt die Telekom, dass In der Steinhofstraße Wasser in eines der Kabel eingedrungen ist. Aktuell lägen Störungsmeldungen von sechs Telekom-Kunden vor. Das sind nicht besonders viele, weshalb andere Störungsfälle priorisiert behandelt wurden.

Die Tiefbaukapazitäten seien aufgrund der Flutkatastrophen extrem knapp. Die Telekom verspricht aber, das Problem noch in Kalenderwoche 34 zu beheben und bittet die Kunden weiterhin um Geduld.

Über die Autorin
Volontärin
Geboren in Hamm, dann ausgezogen in die weite Welt: Nach ausgiebigen Europa-Reisen bin ich in meine Heimat zurückgekehrt und berichte nun über alles, was die Menschen in der Gegend gerade bewegt.
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Sylva Witzig