Keller aufgeräumt

Vorläufer des E-Bikes: Dortmunder entdeckt durch Corona ein neues Hobby

Viele Dortmunder haben die Lockdown-Zeiten genutzt, um ihre Keller auszumisten. Dabei sind interessante Funde zutage getreten. Einer hat einem bekannten Wirt ein neues Hobby beschert.

Die Corona-Zeit kann einen schon auf ungewöhnliche Gedanken bringen. Dem einen fällt die längst ausgesprochene Forderung der Ehefrau ein, man solle gefälligst mal den Keller aufräumen oder des Öfteren mit der Gattin spazieren gehen.

Ähnlich verhielt sich es ich bei einem Mann, der bei besagter Aufräumaktion eine Saxonette, ein Fahrrad der Firma Fichtel und Sachs mit Hilfsmotor, fand.

„Saxonette“ ist die Bezeichnung der von Fichtel und Sachs produzierten Fahrräder mit Zweitakt-Einbaumotoren. Das erste Modell mit 60 cm³ Hubraum wurde von 1938 bis 1940 produziert, das zweite Modell mit 30 cm³ Hubraum von 1987 bis 2011. Der Mann inserierte seinen Fund, und Jannis Christodoujou, Wirt der bekannten Gaststätte „Zum Pferdestall“ an der Oesterstraße 30, biss sofort an.

„So ein Rad wollte ich immer schon haben“, zeigte er sich begeistert. Zum Kauf dieses speziellen Saxonette-Rads kam es dann aber doch nicht – weil sich die beiden Parteien nicht auf den Preis einigen konnten. Aber nun hatte sich der Wunsch bei Jannis Christodoujou festgesetzt, unbedingt ein solches Gefährt besitzen zu wollen.

Er fand ein anderes Rad in Schwerte, mit dem er nach dem Kauf sogleich den Nachhausweg antrat. Jetzt war für den Corona-Winter vorgesorgt, denn an Arbeit mangelte es ihm künftig nicht, und Jannis hatte bereits feste Vorstellungen, wie dieses Prachtstück einmal glänzen und funkeln sollte.

Bei E-Bay wurde er auch in Sachen Ersatzteile fündig und besorgte sich nach und nach die erforderlichen Teile. Doch einige waren schlichtweg zu teuer, und so ersann er andere Möglichkeiten.

Ein neuer Benzintank wurde aus Edelstahl hergestellt, der ganze Rahmen entrostet und mit einer extra aus England importierten Farbe, die vielen Militärfahrzeugen ähnelt, lackiert. Aufgetragene Schriftzüge mit seinem Namen wurden nicht etwa per Folie aufgeklebt, sondern Farbe auf Farbe aufgetragen. Den Fortschritt dieser Arbeiten konnte man fast täglich sehen.

Jannis Christodoujous Frau Rula Tsouloukidis, am Anfang etwas skeptisch, zeigte sich begeistert, und Jannis versprach ihr, für sie ebenfalls noch eine Saxonette zu besorgen und aufzuarbeiten. Die erhielt dann einen Tank aus einer Trinkflasche aus Metall und alles ist schick und ästhetisch zusammengebaut. Nur in einer anderen Farbe.

Was noch zum perfekten Saxonett- fahren gehört, sind zwei Metallschilder zum Anbringen an der Radfront mit dem Schriftzug „Zum Pferdestall.“ Bislang sind diese noch nicht geliefert, aber demnächst kann man das Ehepaar bestimmt durch Brackel knattern hören und sehen.

Übrigens: Eine dritte Saxonette steht schon in den Startlöchern.

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