Die Husener Eichwaldstraße ist eng. Noch enger ist's dort, seitdem auch Linienbusse diese Straße als Umleitung nutzen müssen. © Andreas Schröter
Enge Straße

Vorwurf: Bus fährt auf dem Gehweg – und gefährdet dabei ein Kind

Die Belastung der Husener Eichwaldstraße wegen der Sperrung der Wickeder Straße ist ein bekanntes Problem. Nun berichtet eine Husenerin von einem schockierenden Vorfall.

Die Anwohner der Husener Eichwaldstraße kommen nicht zur Ruhe – so lange zumindest nicht, bis die Sperrung der Wickeder Straße wegen des Tagessbruchs aufgehoben wird. Bus- und Autoverkehr müssen sich Umleitungen durch die schmalen Nebenstraßen suchen.

Eine Husenerin berichtet nun über folgenden Vorfall: „Die Busse der DSW21“, sagt sie, „die derzeit durch die Husener Eichwaldstraße fahren, fahren oft ohne Not komplett über die freien Bürgersteige.“ Insbesondere in Höhe der Eichwald-Grundschule. Bereits mehrfach habe sie deswegen DSW21 kontaktiert.

Was dabei herauskommt, sei vor einigen Tagen zu sehen gewesen: „Der Bus hätte in Höhe der kleinen Brücke halten können, um den von der Wickeder Straße aus entgegenkommenden Traktor durchfahren lassen zu können. Die Straße war vor dem Bus war frei und der Traktor gut sichtbar.“

Weil an der Husener Eichwaldstraße gleich drei Schulen und ein Kindergarten liegen, handelt es sich um einen ganz besonders sensiblen Bereich
Weil an der Husener Eichwaldstraße gleich drei Schulen und ein Kindergarten liegen, handelt es sich um einen ganz besonders sensiblen Bereich. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Der Busfahrer sei jedoch auf dem Bürgersteig weitergefahren. In Höhe der Hausnummer 275/277 – gegenüber der Grundschule – sei ein fünf- bis siebenjähriges Kind mit dem Fahrrad auf dem Gehweg entgegengekommen.

Das Kind habe sich so erschreckt, als ihm der Bus auf dem Gehweg entgegenkam, dass es vom Fahrrad fiel, umdrehte und weinend wieder zurückfuhr. Die Husenerin sagt: „Wir haben keine Ahnung, ob es sich nur erschreckt hat oder verletzt war durch den Sturz.“ Der Busfahrer habe nur gelacht und gesagt, ihm sei das egal.

„Grundsätzlich für den Busverkehr befahrbar“

Dazu sagt nun DSW-Sprecherin Britta Heydenbluth: „Aufgrund des Tagesbruchs müssen die Busse der Linien 424 und 425 bis auf Weiteres eine Umleitung durch die Husener Eichwaldstraße fahren. Diese Straße ist ein verkehrsberuhigter Bereich, aber grundsätzlich für den Busverkehr befahrbar. Aus Sicht der Verkehrsplaner von DSW21 ist dies die einzige annehmbare Ausweich-Route zur Wickeder Straße.“

Wegen des Tagesbruchs ist die Wickeder Straße immer noch gesperrt. Folglich müssen Individualverkehr und Busse Umleitungen fahren - zum Beispiel über die Husener Eichwaldstraße
Wegen des Tagesbruchs ist die Wickeder Straße immer noch gesperrt. Folglich müssen Individualverkehr und Busse Umleitungen fahren – zum Beispiel über die Husener Eichwaldstraße. © Andreas Schröter © Andreas Schröter

Die Beschwerde der Husenerin habe ihr Unternehmen per E-Mail und Telefon zügig beantwortet. Und weiter: „Wir haben der Kundin zugesichert, dass wir die Busfahrer des dort fahrenden Fremdunternehmers noch einmal für Schulkinder sensibilisieren, die sich im Bereich der Grundschule aufhalten. Wir haben aber auch erklärt, dass wir auf beengte Straßenverhältnisse (enge Straßen, zugeparkte Gehwege, Verkehrsinseln etc.) keinen Einfluss haben. Das gilt besonders für Umleitungen, die – das liegt in der Natur der Sache – keine Ideallösungen sind.“

Ein 12 Meter langer, rund 2,5 Meter breiter und 12 Tonnen schwerer Bus sei zwangsläufig weniger wendig und brauche mehr Platz als ein Pkw. Er fahre weniger schnell an und könne auch nicht einfach zurücksetzen, wenn der Platz knapp werde.

Busse können über den Bordstein ausweichen

„In Ausnahmefällen mag es deshalb keine andere Möglichkeit geben, als an einer Engstelle kurzfristig über den Bordstein auszuweichen“, so Britta Heydenbluth weiter. In solchen Fällen geschehe das selbstverständlich unter Einhaltung aller Vorsichtsmaßnahmen und mit entsprechender Rücksicht, um eine Gefährdung für Fußgänger auszuschließen.

Den pauschalen Vorwurf, dass dies immer wieder „ohne Not“ geschehe, „um den Kopf durchzusetzen“ oder mit einer Fahrweise, die keine Rücksicht auf Fußgänger nehme, weise sie zurück. Ein Vorfall wie hier geschildert wird oder eine damit verbundene Anzeige sei ihr nicht bekannt.

„Wir gehen selbstverständlich jeder Beschwerde, die mit konkreten Details versehen ist, nach und nehmen diese ernst. Außerdem behalten wir die Situation vor Ort im Blick“, sagt Britta Heydenbluth. „Das haben wir der Kundin mehrfach zugesichert.“

Wie wichtig DSW21 das Thema Verkehrssicherheit im Zusammenhang mit Schulkindern sei, belege schon ein Projekt, bei dem das Unternehmen 22 zusätzliche Verkehrslotsen einsetze.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter