Die Schüler der Comenius-Grundschule unterstützen die Polizei bei ihren Radarkontrollen. © Comenius-Grundschule
Verkehr und Schulen

Warum Schüler die letzten Meter ihres Schulwegs zu Fuß gehen sollen

Die Schüler der Comenius-Grundschule in Wambel sollen zurzeit mindestens die letzten 50 bis 100 Meter des Schulwegs zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Roller zurücklegen – das steckt dahinter.

Die Comenius-Grundschule in Wambel beteiligt sich in diesem Jahr zum ersten Mal an den Aktionstagen „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“ des Deutschen Kinderhilfswerks e.V. Dabei sollen möglichst alle Schüler zwischen dem 20. September und dem 1. Oktober mindestens die letzten 50 bis 100 Meter des Schulwegs zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Roller zurücklegen.

Das Ziel der Aktion sei es, „die Kinder und insbesondere die Eltern der Schule für das fußläufige Bewältigen des Schulwegs zu sensibilisieren und eine starke Verkehrsberuhigung rund um die Schule zu erreichen“, heißt es in einer Mitteilung der Schule.

Viel Verkehrsaufkommen rund um die Schule

Denn gerade morgens, mittags und zu den Abholzeiten der OGS am Nachmittag erhöhe sich das Verkehrsaufkommen in der Akazienstraße enorm: Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto direkt bis vor die Schule.

Deshalb gebe es bereits seit Jahren den sogenannten „Walking Bus“ an der Comenius-Grundschule, bei dem Kinder morgens an festen Sammelpunkten von Eltern abgeholt werden und als Gruppe gemeinsam zur Schule laufen, so Schulleiterin Andrea Heil. Für sie ist dabei besonders die Bewegungsförderung der Kinder sowie der gemeinsame Spaß bereits vor Unterrichtsbeginn wichtig

Verkehr ist gefährlich für die Schüler

Durch den regen Verkehr sowie die parkenden und zum Teil rasant vorbeifahrenden Autos sei die Situation oft unübersichtlich und zum Teil sogar lebensgefährlich für die Schüler.

Wenn die Kinder den letzten Teil des Schulwegs, auch mit einem Elternteil, zu Fuß laufen, seien sie durch die Gruppe geschützt. Zudem würden sie nach und nach lernen, den Straßenverkehr wahrzunehmen und richtig einzuschätzen.

Laut der Comenius-Grundschule arbeiten die Schüler aller Jahrgangsstufen im Sachunterricht intensiv zu Themen der Verkehrssicherheit. Dabei werden sie von den Lehrern und der Dortmunder Polizei unterstützt.

Viele Projekte zum Thema Verkehrssicherheit

Die erste Jahrgangsstufe übt das sichere Überqueren der Straße an Zebrastreifen und Ampel und besucht die Verkehrspuppenbühne im Westfalenpark, um für das Thema Verkehrsbewältigung sensibilisiert zu werden. Die zweiten Klassen haben ein Radfahrtraining auf dem Schulhof absolviert und die Verkehrsregeln und Schilder wiederholt.

Die Schülerinnen der dritten Klasse haben hier ein Aktionsplakat aufgehängt. © Comenius-Grundschule © Comenius-Grundschule

Schüler der dritten Klasse begleiten die Polizei bei Radarkontrollen im Wohngebiet und haben Aktionsplakate gestaltet, die rund um die Schule aufgehängt werden sollen. Der älteste Jahrgang trainiert auf den Straßen Wambels für die Radfahrprüfung.

Schüler begrüßen das Projekt

Die Umsetzung, dass die Schüler die letzten Meter zur Schule zu Fuß zurücklegen, sei durchwachsen, meint Konrektorin Lea Maag. „Das Feedback der Eltern ist nicht durchweg positiv“, so Maag. Viele würden die Aktion begrüßen, aber einige würden sie auch ablehnen, da sie sich gegängelt fühlen würden. Die Kinder seien da schon mehr zu begeistern. „Die Kinder finden das grundsätzlich gut“, sagt Maag.

Der gleichen Meinung ist auch Schulleiterin Andrea Heil. Dass das Projekt gut bei den Schülern ankomme, merke sie vor allem daran, dass in den vergangenen Tagen deutlich mehr Fahrräder und Roller auf dem Schulgelände gestanden hätten.

In Zukunft: „Walking Bus“ verstärken

Dass es für viele Eltern vor allem aus zeitlichen Gründen nicht möglich ist, ihr Kind die letzten Meter des Schulwegs zu Fuß zu begleiten, verstehe sie auch. „Die Sinnhaftigkeit der Aktion wird bei den Eltern grundlegend gesehen“, so Schulleiterin Heil.

Auch deshalb möchte sie in Zukunft noch mehr Wert auf den „Walking Bus“ legen. Dazu sollen mit den Verantwortlichen der Plan sowie Sammelpunkte und Routen weiter besprochen und ausgebaut werden.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
2002 in Bochum geboren, aufgewachsen in Dortmund, BVB-Fan. Seit dem Abitur 2020 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten unterwegs. Immer auf der Suche nach guten Geschichten am Puls der Stadt.
Zur Autorenseite
Avatar