Ein Helikopter war am Montag (11.10.) in Dortmund im Einsatz, um Oberleitungsmasten zu transportieren. © dpa/ Bernd Thissen
Bahn-Baustelle

Was hinter dem ungewöhnlichen Helikopter-Einsatz in Scharnhorst steckt

Ein Helikopter fliegt Oberleitungsmasten hin und her: Dieses Bild zeigte sich am Montag (11.10.) an einer Baustelle in Scharnhorst. Wie es zum ungewöhnlichen Einsatz kam und wie viel er kostet.

Ein Helikopter fliegt über eine Bahn-Baustelle, an ihm ein langes Seil befestigt, daran große Oberleitungsmasten: Wer am Montag (11.10.) an der Baustelle an den Schienen zwischen dem Bahnhof Dortmund-Scharnhorst und Kurl vorbei kam, dürfte sich über einen außergewöhnlichen Helikopter-Einsatz gewundert haben.

Helikopter richtet 64 Masten auf

Die Deutsche Bahn erneuert gerade die Oberleitungen auf einer Länge von rund 2,5 Kilometern zwischen Dortmund-Kurl und Scharnhorst. Der Helikopter richtet dabei 64 Masten auf. Normalerweise erledigen das Schienenfahrzeuge mit Kranen.

Stefan Deffner vom Regionalbüro Düsseldorf der Deutschen Bahn sagt auf Anfrage, die zuständige Baufirma habe jedoch auch die Kompetenz für Helikopter-Einsätze.

Diese hätten gegenüber Schienendrehkranen mehrere Vorteile: „Mit einem Helikopter sind wir viel schneller unterwegs. Noch heute wird der Einsatz, für den wir sonst vier bis sieben Tage bräuchten, wahrscheinlich fertig“, sagt Deffner am Montagmittag.

Helikopter-Einsatz koste nicht mehr als Schienenfahrzeuge

„Sobald die Masten festgezurrt sind, können wir schon damit anfangen, die Oberleitung draufzusetzen“, erklärt Deffner. Das könne bei einem Kran-Einsatz meist erst später gemacht werden. Außerdem biete sich die Stelle für einen Helikopter an, weil nicht so viele Menschen vom Lärm betroffen sind wie in einem Ballungsgebiet.

Und teurer als der Einsatz per Schienenfahrzeuge sei der Helikopter auch nicht: Beide lägen bei etwa zwei Millionen Euro.

„Die Masten liegen auf einem Feld ein paar hundert Meter entfernt bereit. Am Helikopter ist ein Seil befestigt. Damit fliegt er die neuen Oberleitungen zum Gleis. Dort werden sie auf das sagt Fundament draufgesetzt und unten von Monteuren befestigt“, erklärt Stefan Deffner. Der Hubschrauber fliege die alten Masten zum Feld zurück. Dort würden sie klein geschnitten und dann entsorgt.

Bahnstrecke zwischen Dortmund, Kamen und Hamm gesperrt

Neben dem Helikopter-Einsatz finden auf der Strecke zwischen Dortmund, Kamen und Hamm zurzeit weitere Arbeiten statt. In Kamen erneuert die Deutsche Bahn einen Bahnübergang. Außerdem werden dort mehrere Weichen ausgetauscht.

Seit Freitag (8.10.) ist die Strecke noch bis zum 22. Oktober gesperrt. Der Zugverkehr auf der Bahnlinie Dortmund-Hamm wird in der Zeit vollständig eingestellt. Fern- und Regionalzüge nehmen einen Umweg über eine Güterzugstrecke. Die RE 3 entfällt komplett. Auf den Linien RB 52, RB 53 und RE 57 fahren Busse statt Bahnen.

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2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers