Der Impffahrplan füsr Impfzentrum in Dortmund ist offenbar nicht immer zuverlässig und scheint sich kurzfristig zu ändern. Diese Erfahrung hat nun ein Wickeder gemacht. © Kevin Kindel
Impftermine

Wickeder ärgert sich über unzuverlässige Angaben im Impffahrplan

Werden pflegende Angehörige in Dortmund schon geimpft oder nicht? Mit dieser Frage musste sich in den vergangenen Tagen ein Wickeder herumschlagen - mit mäßigem Erfolg.

Der Wickeder Michael Stiene (65) ärgert sich über die Impfterminvergabe. Grund sind widersprüchliche Angaben im Impffahrplan der Stadt Dortmund und in der Impfverordnung NRW – und zwar in der Gruppe 2, „Hohe Priorität“, und dort in der Unterkategorie Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen, die nicht in einer Pflegeeinrichtung leben.

Stiene, der gemeinsam mit seiner Frau (64) seinen 91-jährigen Vater und eine 94-jährige Tante betreut, sagt: „Am 6. April riet uns unsere Hausärztin zu einer Terminvereinbarung im Impfzentrum Dortmund. Dabei zeigte sie uns am Bildschirm den aktuellen Impffahrplan von Dortmund. Hier war die Personengruppe, zu der wir gehören, grün geschaltet.“

Michael Stiene beklagt ein Wirrwarr rund um die Impfterminvergabe für pflegende Angehörige. © Andreas Schröter (A) © Andreas Schröter (A)

Nach langen Versuchen sei es ihm schließlich gelungen, Impftermine zu buchen. Am 9. April habe er dann beiläufig wieder in den Impffahrplan geschaut und sei aus allen Wolken gefallen. Stiene: „Hier war unsere Personengruppe wieder rot.“

„Sie sind noch nicht dran“

Er habe die Terminhotline angerufen und dort auf schroffe Weise erfahren: „Sie sind noch nicht dran. Der Impffahrplan vom Dienstag war falsch.“ Eine Entschuldigung oder ein Bedauern habe es nicht gegeben – stattdessen: „Sie können ja zum Impfzentrum fahren. Wenn alles normal läuft, werden Sie schon von der Security abgewiesen. Wenn Sie das möchten, fahren Sie hin. Sie sind noch nicht dran.“

Mittlerweile sind ihm Unterschiede in der Impfverordnung NRW und im Impffahrplan der Stadt aufgefallen: Während es in der Impfverordnung heiße, Angehörige könnten unabhängig vom Pflegegrad der Angehörigen eine Impfung erhalten, wenn die Angehörigen über 80 Jahre alt sind, sei im Impffahrplan erst ab Mitte Mai eine Impfung für „Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen (mit Pflegegrad 3, 4 oder 5) möglich, die 70 Jahre und älter sind und nicht in einer Pflegeeinrichtung leben“.

„Wie ist ein solcher Dilettantismus möglich?“

Stiene sagt: „Ich frage mich nun, wie ist ein solcher Dilenttantismus möglich? Wer definiert die Prozesse, entwickelt und prüft die Software und testet die Abläufe?“

Er habe schon vorher Menschen mit höchster Priorität zu Besuchen im Impfzentrum begleitet und könne das Personal und die Abläufe dort nur positiv bewerten. Doch seine neuen Erfahrungen seien ein Absturz und einer Stadt wie Dortmund nicht würdig. Stiene: „Ich bin nicht der Erste, dem so etwas passiert, aber Konsequenzen scheint es nicht zu geben.“

Stadtsprecherin Katrin Pinetzki teilt dazu nun mit: „Tatsächlich ist auf der Homepage der Stadt Dortmund leider ein Impfplan veröffentlicht worden, der in diesem Punkt fehlerhaft war. In Abstimmung mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe ist dies inzwischen korrigiert worden.“

Für die Erstellung des Impfplans werden die aktuelle Corona-Impfverordnung des Bundes und der aktuelle Impferlass des Landes NRW zugrunde gelegt, und es werde versucht, die dort festgelegten Regelungen möglichst verständlich aufzubereiten. Wegen der sich oft ändernden Verfügbarkeit der Impfstoffe, neuer Erkenntnisse und daraus folgend neuer Empfehlungen zur Verwendung bestimmter Impfstoffe und auch durch Änderungen in den Impf-Priorisierungen müssen die Impfverordnung des Bundes und die Erlasse des Landes NRW öfter angepasst werden, so Pinetzki weiter. Diese Anpassungen müssen dann beim Impfplan der Stadt Dortmund nachvollzogen werden.

„Es ist zu einem bedauerlichen Fehler gekommen“

Nach den letzten Änderung der Verordnungen auf Bundes- und Landesebene sei es bei der Änderung des Impfplans dann zu dem bedauerlichen Fehler gekommen. Die Stadt habe einigen betroffenen und dazu anfragenden Bürgern diesen Umstand bereits mitgeteilt und sich entschuldigt.

Der jetzt auf der Homepage der Stadt Dortmund veröffentlichte Impfplan sei nun korrekt und entspreche den aktuell gültigen Regelungen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Ich fahre täglich durch den Dortmunder Nordosten und besuche Menschen, die etwas Interessantes zu erzählen haben. Ich bin seit 1991 bei den RN. Vorher habe ich Publizistik, Germanistik und Politik studiert. Ich bin verheiratet und habe drei Töchter.
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Andreas Schröter