Der ASC 09 Dortmund verliert einen Trainer an den Holzwickeder SC. © Foltynowicz
Fußball

ASC 09 verliert Trainer an den Holzwickeder SC: „Dachten, er könnte noch länger bleiben“

Ein Trainer des ASC 09 Dortmund wechselt trotz eines starken Saisonstarts ohne Punktverlust plötzlich den Verein. Der Vorstand findet das „okay“, der Trainer selbst hat Gründe für den Wechsel.

Trotz fünf Siegen aus den ersten fünf Spielen ist eine Mannschaft des ASC 09 Dortmund seinen Cheftrainer los. Der hat nun eine schwierige Aufgabe vor der Brust.

Claas Hoffmann, bislang A-Jugend-Coach in Aplerbeck, übernimmt ab sofort die U23 des Holzwickeder SC. Nachdem dort der Ex-Coach Marcel Greig aufgrund der sportlichen Situation des HSC freigestellt wurde, liegt es nun an Hoffmann, die Mannschaft von Tabellenplatz 13 und damit aus der Abstiegszone zu befreien.

Matthias Kick, der Jugendleiter des ASC, nimmt diesen Wechsel sehr gefasst auf. „Wir sind froh, dass wir Claas Hoffmann überhaupt für uns gewinnen konnten“, erklärt er und fügt an, dass man von vornerein gewusst hätte, dass der 46-Jährige „für Höheres geschaffen“ sei. Erst im März begann er seine Tätigkeit beim ASC, ein knappes halbes Jahr später zieht es ihn schon wieder weiter. „Wir dachten, er könnte noch etwas länger bleiben“, räumt Matthias Kick ein, macht Hoffmann im selben Atemzug aber entschieden keinen Vorwurf.

ASC 09 Dortmund: Jugendleiter Kick: „Das ist okay“

Er habe schlichtweg ein attraktives Angebot bekommen, danach habe ein „guter Austausch“ zwischen Jugendleitung und Trainer stattgefunden. Kick bezeichnet den Ablauf des Wechsels als „normal“ und freut sich über eine gute Kommunikation seitens Hoffmanns, nachdem dieser das Angebot des Holzwickeder SC erhalten habe. „Wenn jemand ein Angebot bekommt und man dann klar kommuniziert, ist das okay“, so die Ansicht Kicks. Für Hoffman selbst sei es „keine leichte Entscheidung“ gewesen, gerade nach dem starken Saisonstart und dem guten Weg Richtung Aufstieg, auf dem sich die Mannschaft befände.

Dennoch habe es intern gegensätzliche Vorstellungen gegeben, die Hoffmann schließlich zum Wechsel bewogen. „Ich komme aus dem Leistungsbereich“, erklärt er, „im Training war oft Unzufriedenheit da, weil die Jungs das so nicht kannten, diese Leistungsorientierung“. Langfristig hätte ihn sein Engagement beim ASC „nicht zufriedengestellt“. Da die Gespräche zwischen Holzwickede und Hoffmann wohl auch schon etwas länger liefen, habe man sich beim ASC schon „ein bisschen gedanklich drauf vorbereitet“, verrät Kick.

„Natürlich ist das ein großer Verlust, das ist klar“, bedauert er den Abgang des Trainers, man wisse aber trotzdem, dass das „kein Einbruch der A-Jugend ist“. Dementsprechend seien auch keine bösen Worte gefallen, man habe sich nach dem abschließenden Gespräch zu Beginn der Woche sogar „gegenseitig in den Arm genommen“, schildert Kick die Verabschiedung des Trainers.

Auch Hoffmann bestätigt die „offene Kommunikation“ und vermutet, dass der Verein seinen „Unmut schon ein bisschen gespürt“ habe. Ganz vorbei ist es dennoch nicht, wie Kick berichtet.

ASC 09 will dritten Mann ins A-Junioren-Trainerteam holen

Noch die nächsten 14 Tage werde Claas Hoffmann dem ASC zur Seite stehen und unterstützend mitwirken, bevor er endgültig und ausschließlich Trainer der HSC-U23 ist. Sein Co-Trainer Marko Pesic ist nämlich an Corona erkrankt, sodass Hoffmann bis zu Pesics Genesung noch zwei Trainingseinheiten pro Woche übernehmen wird.

Das kommt dem Trainer gelegen, denn er „möchte einen sauberen Abgang haben“, betont er. Hinsichtlich der Frage, wie es danach weitergehen soll, verweist Matthias Kick ebenfalls auf die Kollegen von Hoffmann beim ASC, die jetzt das Ruder der A-Junioren übernehmen werden.

Pesic, der schon zuvor gleichberechtigt mit Claas Hoffman gewesen sei, bleibt demnach weiterhin Chefcoach. Unterstützt werde er von Günther Mell, der als Assistenzcoach und Betreuer fungieren wird.

Zu den beiden jetzt schon aktiven Coaches wird sich aber „noch ein dritter Mann“ gesellen. Diesen hat die Juniorenabteilung des ASC rund um Matthias Kick schon im Visier, andersherum sieht das anders aus. „Der weiß noch nichts von seinem Glück“, sagt Kick lachend. In den nächsten Tagen wolle man aber Gespräche führen und dann „recht zügig“ den neuen Mann präsentieren.

Falls Claas Hoffmann noch einmal Lust haben sollte, zurückzukehren nach Aplerbeck, wäre das dem Jugendleiter aber auch recht: „Die Tür steht für ihn offen“, betont Kick. Und Hoffmann sagt, er habe den „ASC herzlich kennengelernt“ und wolle nichts ausschließen. Jetzt ist Hoffmann aber erst einmal durch die Holzwickeder Tür gegangen. „Ich konzentriere mich erstmal auf meine neue Aufgabe“, sagt er.