Neu beim ASC 09 Dortmund ist Phillippos Selkos, hier noch im Trikot des SC Paderborn. © imago/pmk
Fußball Oberliga

Aus dem Profi-Bereich zum ASC 09: Warum gehen Sie diesen Schritt, Herr Selkos?

Philippos Selkos hat sich Oberligist ASC 09 Dortmund angeschlossen. Doch warum macht der Offensivspieler diesen Schritt, nachdem er zuletzt bei einem Profi-Klub unter Vertrag stand?

Trotz der aktuellen Corona-Unterbrechung hat Oberligist ASC 09 Dortmund ein Ausrufezeichen gesetzt und sich personell mit Philippos Selkos verstärkt. Der 21-Jährige war bis zum Sommer des vergangenen Jahres beim griechischen Profi-Klub Panionios Athen unter Vertrag.

Doch warum geht der Offensivspieler diesen Schritt aus dem Profi-Bereich zum ASC? Wir haben mit ihm darüber gesprochen.

Herr Selkos, wie kam der Schritt nach Aplerbeck überhaupt zustande?

Toni und Samir (Kotziampassis und Habibovic, Anm. d. Red.) hatten sich bei mir gemeldet, haben gute Gespräche geführt und haben mich überzeugt. Ich kenne ja auch einige Spieler aus der Mannschaft. So hat sich das ergeben. Samir und Toni haben mir ein sehr gutes Gefühl gegeben und Toni kenne ich bereits aus der U17.

Hatten Sie mit Spielern des ASC vor der Unterschrift Kontakt?

Nein, das nicht, aber ich kenne bereits einige der Jungs. Florian Rausch kenne ich von früher noch, Mike Schäfer auch, Jan Stuhldreier, Lars Warschewski kenne ich. Teilweise sind es frühere Mitspieler, aber auch Gegenspieler gewesen.

Sie waren zuletzt für ein Jahr in Griechenland von Sommer 2019 bis 2020: Wie war die Zeit dort, wie kann man sich das vorstellen? Es war ja immerhin die erste Liga.

Es war natürlich eine schöne Auslandserfahrung, gerade auch im Profibereich. Eine gute Erfahrung, sportlich gesehen aber nicht mein bestes Jahr, weil ich viel verletzt war. Panionios Athen ist einer der ersten und historischen Vereine in Griechenland und ein gestandener Verein.


Wie war es denn vor Ort für Sie?

Es ist so, dass mir da vieles leichter gefallen ist, weil ich die Sprache beherrsche. Meine Eltern kommen aus Griechenland, ich spreche und schreibe Griechisch. Das hat mir natürlich, auch im Hinblick auf meine Verletzungen, weil ich mit dem Ärzteteam und den Physios sprechen konnte, einiges erleichtert.

Warum haben Sie sich nach ihrer Rückkehr im Sommer keinem anderen Verein in Deutschland angeschlossen?

Es gab Interessenten und einige Gespräche, es hat sich so aber nichts ergeben.

Sie wurden ausgebildet beim Hombrucher SV, sind dann in die U19 des SC Paderborn gewechselt, wo sie regelmäßig in der U19-Bundesliga spielten und trafen. Wie groß war die Hoffnung im Anschluss den Durchbruch bei den Profis zu schaffen?

Markus Krösche (damals Sportlicher Leiter des SC Paderborn, Anm. d. Red.) kam damals auf mich zu, als ich in der U19 war. Wir sind in die Gespräche reingegangen und dann war der Hype von meiner Seite aus groß. Ich habe mir viele Hoffnungen gemacht, viele Tore geschossen. Es hat sich dann leider nicht so ergeben, wie ich es erhofft habe.
Nach dem achten Spiel in der U19 habe ich mich verletzt, habe mir die Schulter ausgekugelt und fast fünf Monate gefehlt. Das hat mich extrem zurückgeworfen. Als ich dann zurückkam, habe ich binnen drei Wochen sieben Pflichtspiele gemacht, unter anderem mit einem Spiel im Westfalenpokal für die Profis, dann kam ein Bänderriss, der mich ausgebremst hat.

Paderborn schaffte damals ja den Durchbruch aus der dritten Liga bis in die Bundesliga. Was waren Ihre Ziele dort?

Erstmal wollte ich bei den Profis in Paderborn bleiben, habe dort die ganze Zeit mittrainiert und in der zweiten Mannschaft in der Oberliga gespielt. Allerdings habe ich mir in der Zeit drei Mal die Schulter ausgekugelt, was es schwer gemacht hat.

Gibt es den Traum vom Profi-Dasein bei Ihnen noch?

Gerade aufgrund dieser Corona-Pandemie ist es umso schwieriger irgendwo unterzukommen. Auch mit Hinblick auf meine Biografie habe ich jetzt sehr lang kein Pflichtspiel mehr gemacht. Für mich ist es wichtig Spielpraxis zu sammeln, das Vertrauen zu bekommen um zu spielen, um Fuß zu fassen. Ich gehe jetzt einen Schritt zurück, um einen nach vorne zu machen.

Sie sind beim Portal Transfermarkt.de als Stürmer gelistet. Der ASC spielt normalerweise mit einer Spitze, die Maximilian Podehl ist. Gibt es da bald ein Duell um die Stürmerposition in Aplerbeck?

Ich glaube, Maxi ist bei Aplerbeck gesetzt, das hat man die letzten drei Jahre gesehen, dass er da schon sehr gut ist. Er knipst ja jedes Jahr knapp um die 20 Mal. Ich möchte hier nicht hinkommen und sagen, ich nehme Maxi Podehl den Platz weg. Ich bin gekommen, um meine Spielanteile zu kommen und mich durchzusetzen.

Kommen dann auch andere Positionen infrage?

Ich bin in der Offensive eigentlich recht flexibel einsetzbar. Meine Wunschposition ist auf der Zehn. Da könnte ich zusammen mit Maxi spielen. Ich könnte mir noch durchaus vorstellen auch auf Außen zu spielen.

Was zeichnet Sie als Fußballer besonders aus?

Meine Stärken liegen da drin, dass ich wenig Platz brauche, um ein Tor zu erzielen und schnell den Abschluss suche.

Über den Autor
Seit 2017 im Einsatz für Lensing Media. Immer auf der Suche nach Hintergründen, spannenden Themen und Geschichten von Menschen.
Zur Autorenseite
David Nicolas Döring