Bälle festhalten geht in nächster Zeit erstmal nicht. © Schaper
Fußball-Bezirksliga

Bezirksliga-Keeper bleibt mit Finger im Rasen hängen und fällt erstmal aus

Der Anblick hat die Teamkollegen am vergangenen Wochenende erstmal geschockt. Ihr Torwart blieb mit einem Finger im Rasen hängen und fiel verletzungsbedingt aus. Wir haben mit ihm gesprochen.

Das sah schlimmer aus, als es war. „Zum Glück nichts sehr Langwieriges“, beruhigte ein Dortmunder Torwart einen Tag später Freunde und Teamkollegen, die auch wegen der Gedanken an ihn nicht den gewohnten Fokus auf das Bezirksliga-Derby richteten, das sie so auch verdient verloren.

Wir haben an am Tag nach der 1:3-Niederlage gegen Westfalia Huckarde mit Viktoria Kirchdernes Yannik Kube (24) gesprochen. Er spricht auch über Erfreuliches.

Yannik Kube, Sie klingen ganz aufgeräumt. Was hat der Arzt gesagt?

Er sagte, der kleine Finger sei ausgekugelt gewesen, was ein paar Absplitterungen zur Folge hatte. Der Finger ist wieder eingerenkt und jetzt in einer Schiene. Ich habe zwei Wochen Sportverbot.

Das liegt nahe, da die Hand nun einmal elementar im Torwartleben ist. Dürfen Sie denn gar nichts machen?

Doch, doch! Ich halte mich fit, damit ich, sobald der Heilungsprozess es zulässt, wieder ins Tor kann. Ich kann ja laufen und alles tun, was die Hand nicht beansprucht. Zum Glück ist es an der linken Hand passiert. Ich bin Rechtshänder, daher im Leben abseits des Fußballs nicht so groß beeinträchtigt.

Ihr spielender Co-Trainer Christian Fröse erklärte nach dem Spiel, Ihre Mannschaft, er schloss sich da ein, habe an dem Anblick Ihres ramponierten Fingers zu knacken gehabt. Was war denn überhaupt passiert?

Beim Warmmachen bin ich mit dem Finger im Rasen hängengeblieben. Das tat schon sehr weh und muss wohl auch nicht so schön ausgesehen haben. Aber ich kann die Jungs beruhigen: So dramatisch war es gar nicht. Mir geht es schon wieder gut.

Fühlen Sie sich auch gut, wenn Sie sehen, wer Sie vertritt?

Absolut. Kai Scheuer ist ein guter junger Torwart, der sich auch schon vor Corona bewährt hat. Wir verstehen uns. Das Team kann sich getrost auf ihn verlassen.

Noch eine Frage dazu, wie Sie sich fühlen. Wie ist es, auf die Tabelle zu blicken?

Sehr angenehm! Wir sind weiterhin Sechster. Das ist für uns sehr ordentlich.

Nehmen wir mal da die Niederlage nach Ihrer Verletzung gegen ohnehin blendend aufgelegte Huckarder aus. Was macht die vorher so bescheidene Viktoria doch sehr erfolgreich?

Das ist der Zusammenhalt. Und wir wissen, was wir können und was nicht. Das nutzen wir auch. Das heißt, wir richten nicht den Blick darauf, schönen Fußball zu spielen, sondern Willen und Einsatz zu zeigen. Daher ist unser Tabellenplatz auch kein Zufall.

Das heißt, Sie können sich vorstellen, in diesem Bereich länger zu bleiben?

Ja klar, warum auch nicht?

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle