Trotz Tabellenführung läuft es bei einem Dortmunder Bezirksliga-Tabellenführer derzeit nicht rund. © Nils Foltynowicz
Fußball-Bezirksliga

Bezirksliga-Tabellenführer zeigt schwache Leistungen – der Torwart klärt auf

Nach der ersten Niederlage der Saison und einem nicht zufriedenstellenden Sieg am vergangenen Spieltag warnte der Trainer des Bezirksliga-Tabellenführers. Der Torwart erklärt, was los ist.

Mit 1:0 gewann der VfR Sölde am vergangenen Sonntag gegen den Vorletzten der Bezirksliga 8, den Lüner SV II. Eine Woche zuvor musste man bei Westfalia Wethmar die erste Saisonniederlage hinnehmen, als die Partie mit 1:2 verloren ging. Mit acht Siegen aus neun Spielen steht man noch immer an der Tabellenspitze. Dennoch warnte der Sölder Trainer vor dem nächsten Spiel gegen DJK TuS Körne.

VfR Sölde ist von Verletzungspech geplagt

„Wenn wir so spielen, kriegen wir sechs Dinger gegen Körne“, zeigte sich VfR-Coach Marco Nagel unzufrieden. Das wären fast so viele Gegentore wie Keeper Stephane Preuß in der gesamten Saison erst kassierte. Siebenmal musste er bisher hinter sich greifen. Trotz der Warnung seines Trainers hat er vor dem anstehenden Wochenende keine Angst. „Wir sind immer noch Tabellenführer“, versucht Preuß zu beruhigen und verweist auf die aktuelle „personelle Situation“, die beim VfR Sölde stark angespannt sei.

„Die letzten zwei, drei Wochen waren wir arg gebeutelt“, verrät der Torwart, „wir müssen uns trotzdem nicht vor Körne verstecken“. Der Oktober habe einige Hiobsbotschaften nach Körne gebracht, viele Ausfälle, darunter auch Langzeitverletzte habe die Mannschaft zu beklagen.

Stephane Preuß ist Torwart des VfR Sölde.
Stephane Preuß ist Torwart des VfR Sölde. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

„Wir brauchen wieder eine höhere Trainingsbeteiligung“, wünscht sich Preuß. Er erklärt, dass sich die Ausfälle auf die Leistung jedes Einzelnen auswirken würden. „Die Aufstellung stellt sich aktuell fast von selbst auf“, sagt er, und das wirke sich auch auf die Einstellung der Spieler aus.

Preuß vermutet, dass es zum Teil sogar mehr eine Kopfsache, „als eine Sache mit dem Fuß“ sei. „Wir müssen einfach mal sagen: ‚Wow, wir sind so gut gestartet, jetzt bleiben wir auch oben dran‘“, fordert der Schlussmann von seinen Vorderleuten. Aktuell kann man drei Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten SSV Mühlhausen-Uelzen verzeichnen.

Und man will auch weiter oben bleiben – am liebsten bis ganz zum Schluss. „Das funktioniert aber nicht mit nur 90 Prozent Leistung“, versichert Stephane Preuß und fügt an: „Die Jungs müssen wieder mehr machen“, damit es mit dem Ziel, dem Aufstieg in die Landesliga auch wirklich klappt.

Stephane Preuß will zurück in die Landesliga

Preuß selbst hat dort schon gespielt, als er noch beim Hombrucher SV aktiv war. Sogar die Westfalenliga war mal sein Zuhause. Dass er wieder weiter nach oben will, sollte dementsprechend eigentlich klar sein, oder etwa nicht? „Die Sehnsucht nach einem spielerisch höheren Niveau ist sehr groß“, bestätigt er. Lachend resümiert er aber auch: „Von den Zuschauern und den Derbys ist die Landesliga eigentlich attraktiver“.

Trotzdem will Preuß nächstes Jahr eine Liga höher spielen, die Sehnsucht nach Höherem ist doch zu groß. Und seiner Mannschaft traut er das auch zu – unter einer Bedingung. „Die Einstellung muss sich ändern. Wir müssen wieder mit mehr Wille, mehr Leidenschaft auftreten“, erklärt der Torwart, jedes Wochenende müsse mit 100 Prozent angegangen werden.

Darüber hinaus wünscht sich Preuß, dass die Verletzungsmisere in Zukunft abnimmt. Zurzeit müsse man eine der drei Trainingseinheiten sogar streichen, da nicht genügend Spieler zur Verfügung stünden. Preuß moniert, „nur zwei Mal Training reicht nicht, um in der Landesliga zu bestehen“. Drei Mal in der Woche müsse man mindestens auf dem Trainingsplatz stehen.

Dennoch sieht Stephane Preuß auch etwas Positives an der aktuellen Situation seiner Mannschaft – wenn auch nur teilweise ganz ernst gemeint. Zum einen habe man aus den letzten drei Spielen trotz aller Umstände zwei Siege geholt werden.

„Aber das sind nicht wir, wie wir gespielt haben“, erklärt Preuß. Das Gute sei daher, dass „die Gegner keine Videoanalysen machen“ könnten. Denn jetzt will man wieder ein anderes Gesicht zeigen – und gegen Körne keine „sechs Dinger“ kassieren.