Beim TuS Eichlinghofen läuft es - seitdem das Team überraschend im Kreispokal gegen den TuS Bövinghausen gewonnen hat. © Schaper
Fußball-Bezirksliga

Bezirksligist ist in Form: „Dass Kevin Großkreutz mitgespielt hat, hat uns den Kick gegeben“

Zwei Monate lief kaum etwas zusammen bei einem Dortmunder Bezirksligisten. Dann gab es das Duell gegen den TuS Bövinghausen und Kevin Großkreutz. Danach hat sich einiges verändert, wie ein Spieler im Interview verrät.

TuS Eichlinghofen – dieser Verein ist trotz seiner Bezirksliga-Zugehörigkeit eine echte Marke in Dortmund. Dieser Verein lebt von vielen „alten Werten“. Traditionspflege, Zusammenhalt, gemütliche Abende, gemeinsame Feiertage – gehörte er nicht zur Großstadt, wäre der Verein der Muster-Dorfklub.

Längst aber weht auch ein neuer Wind durch Eichlinghofen, von einigen Einwohnern tatsächlich Dorf genannt. Dieser Wind bläst die alten Werte nicht weg, lüftet den TuS aber gut durch. Neben der wachsenden Infrastruktur wirbeln auch durch den mit vielen Routiniers bestückten Kader frische Kräfte. Ein junger Mann spielte sich in den Wochen des sportlichen Aufwärtstrend in den Vordergrund.

Niels Niemeyer, 18 Jahre alter Schüler, Neuzugang vom TSC Eintracht, arbeitete sich in die erste Elf. Trainer Marc Neul ist voll des Lobes: „Niels ist ein Riesen-Junge. Er trainiert immer. Das zahlt sich aus. Dazu kommt, dass er ein echter Mannschaftsspieler ist. Daher ist es logisch, dass ich häufig auf ihn setze.“ Wie sich Alt und Neu im TuS miteinander vertragen, erzählt der Gelobte ihm Interview. Und natürlich erklärt er darin auch, warum es beim TuS plötzlich nach enttäuschendem Start gut läuft.

Niels Niemeyer, beginnen wir mit der Aktualität: Nach dem Sieg im Pokal gegen Bövinghausen ging es stetig bergauf. Sie gewannen alle vier Spiele danach. Ihr Trainer Marc Neul bezeichnete den Erfolg beim Westfalenliga-Spitzenreiter als Knackpunkt. Stimmen Sie ihm zu?

Ja, auf jeden Fall! Wir haben endlich wieder gemerkt, wie es ist, zu gewinnen. Dass beim TuS der Weltmeister und Double-Gewinner Kevin Großkreutz mitgespielt hat, hat uns den zusätzlichen Kick gegeben. Für mich war das etwas Besonderes, gegen ihn spielen zu dürfen.

Was setzte dieser Erfolg in Ihnen und der Mannschaft frei?

Das Selbstvertrauen war wieder da. Dazu kommt aber auch, dass wir personell deutlich besser aufgestellt sind als zum Saisonstart.

Ist das ein Grund für den Start, der den Verein dahinbrachte, wo er nie hinwollte: in die Abstiegsränge?

Nach Corona mussten wir uns erst finden. Das gilt übrigens auch für mich. Denn es ist schon eine Umstellung, in den Seniorenbereich zu wechseln. Als Mannschaft sind wir durch die ersten negativen Ergebnisse in einen Niederlagenstrudel geraten. Da herauszukommen, war unwahrscheinlich schwer. Daher kam das Pokalspiel genau richtig.

Erhöht das Ihre Sicherheit, dass der Schritt von den A-Junioren des TSC Eintracht nach Eichlinghofen der richtige war?

Das war auch schon eine gute Entscheidung von mir, als es für uns und auch mich noch nicht so gut lief. Die Mannschaft ist top, der Verein einfach nett. Da ist nichts Negatives.

Wenn nur dieser Start nicht gewesen wäre. Sie erwähnten auch gerade, dass Sie sich selbst auch erst einmal umstellen mussten. Wie war das für Sie am Anfang?

Ich bin ja zum TuS gegangen, weil ich schon ein paar Kontakte hatte. Und unser Trainer Marc Neul hat mich in den Gesprächen auch total überzeugt. Natürlich ist das seltsam, zum ersten Mal in die Kabine zu kommen, wenn da Spieler sitzen, die meine Väter sein könnten. Aber alle haben es mir sehr, sehr leicht gemacht. Das klappte, weil die Mannschaft, wie ich schon sagte, einfach top ist.

Kommt sie sportlich denn jetzt so langsam ihren Zielen näher?

Auf jeden Fall. Wir sind schon Elfter, also raus aus der Abstiegszone. Wir blicken aber auch ein Stück weiter nach oben.

Mit Ihnen als Stammspieler?

Ich bin mit meinen Einsatzzeiten sehr zufrieden. Klar musste ich mich anfangs erst einmal an den Seniorenfußball und die Spielweise der Mannschaft gewöhnen. Aber ich spüre das Vertrauen von Trainer und Mannschaft.

Zuletzt trafen Sie beim 3:0 gegen Teutonia Waltrop. Sie spielen zentral. Ist Torgefahr da eine Ihrer Stärken? Welche haben Sie noch?

Ich bin laufstark, sehr gut am Ball, verstehe es aber auch, zu kämpfen.

So haben Sie sich auch in die Mannschaft gearbeitet, verriet uns Ihr Trainer Marc Neul. Dafür bedauerte er, dass Sie und Ihr Team diesen Lauf erst im kommenden Jahr fortsetzen können. Umso mehr freute er sich auf das Pokalspiel am Donnerstag bei Türkspor. Und Sie?

Da bin ich voll bei ihm. Gerne hätten wir weitergespielt und unseren Lauf fortgesetzt. Ja, und das Pokalspiel nehmen wir gerne noch mit. Wir haben ja schon in Bövinghausen gezeigt, was wir können…

Wie sehr schmerzt der Ausfall der Hallen-Stadtmeisterschaft? Eichlinghofen lebt dieses Turnier ja…

Ich war tatsächlich selbst noch nie da. Aber die Leute haben mir da viele schöne Geschichten erzählt. Umso mehr freue ich mich, wenn wir dann im Februar um Punkte spielen. Hoffentlich!

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle

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