Kapitän Kevin Brümmer hatte einen großen Anteil am ersten Saisonsieg des ASC. © Stephan Schuetze
Fußball-Oberliga

Brümmer nach der Kreuzbandriss-Diagnose: „Als ich aus der Praxis raus war, flossen Tränen“

Dortmunds bester Amateurfußballer hat sich das Kreuzband im linken Knie gerissen. Ein Schock für den Spieler und dessen Klub ASC 09 Dortmund. Wir haben mit Brümmer gesprochen.

Kevin Großkreutz, Ömer Akman, Muhammed Acil, Simon Rudnik – alle haben sich nach Bekanntwerden seines Kreuzbandrisses im linken Knie bei Kevin Brümmer gemeldet. Sie zollten ihm Trost. Der Kapitän des Fußball-Oberligisten ASC 09 Dortmund bedankte sich höflich. Im Interview erklärt er, wie es zu der schweren Verletzung gekommen ist und wie es für ihn weitergeht.

Kevin Großkreutz, Ömer Akman und Muhammed Acil haben sich unter anderem bei Ihnen gemeldet. Zeigt das, welchen Stellenwert Sie im Dortmunder Fußball genießen?

Nein, das hat mit Stellenwert nichts zu tun. Es zeigt einfach, wie gut die Beziehung der Dortmunder Fußballer untereinander ist. Man sieht sich zwar nicht jede Woche, trotzdem kennt und schätzt man sich. Es war natürlich schön, dass die sich alle bei mir gemeldet haben.

Wie kam es überhaupt zu der schweren Verletzung?

Ich wurde am Sonntag gegen Kaan-Marienborn hoch angespielt. Ich habe den Ball dann mit dem linken Fuß in der Luft direkt weitergeleitet. Als ich gelandet bin, hat sich mein Knie durchgestreckt.

Sie haben diesen schwierigen Ball in der Luft weitergeleitet. Wurde Ihnen letztlich Ihre überragende Technik zum Verhängnis?

Nein, ich stand am Mittelkreis und wollte einen Konter einleiten, deshalb bin ich hochgestiegen. Aber vielleicht hätte sich ein anderer Spieler bei der Situation das Bein gebrochen.

Sind Sie direkt vom Feld gegangen?

Ich hatte gleich Schmerzen und habe den Physio zu mir gerufen. Nachdem der erste Schmerz nachgelassen hatte, habe ich weitergespielt. Der Trainer hat mich dann später runtergeholt, was wohl eher an meiner schwachen Leistung lag. Ich hätte durchgespielt. Das Adrenalin hat den Schmerz vergessen lassen.

Wie war die Nacht zu Montag?

In der Nacht kamen die Schmerzen, es war schwierig einzuschlafen. Jetzt muss ich rückblickend sagen, dass die Nacht den Umständen entsprechend noch recht erträglich war. Ich bin am nächsten Morgen zur Arbeit gegangen, weil ich gerade in der Probezeit bin. Zur Pause ging dann nichts mehr, ich bin zum Arzt gegangen. Der hat mir gesagt, dass von der Funktionalität alles in Ordnung sei. Weil auf dem Röntgenbild nicht alles zu sehen war, habe ich mir trotzdem für Dienstmorgen gleich einen MRT-Termin geholt.

Und dann kam die Schreckens-Diagnose…

Ich bin von einer Knochenstauchung ausgegangen. Ich bin deshalb relativ entspannt zum Termin gegangen. Und dann kam der Schock.

Wie war es für Sie, als Sie die Praxis verlassen hatten?

Ich bin ja nicht so der emotionale Typ, der Gefühle zeigt. Als ich aber aus der Praxis raus war und vor meinem Auto stand, flossen Tränen.

Wie bitter ist es für Sie, erstmal nicht mehr Fußball spielen zu dürfen?

Es ist heftig, wenn man darüber nachdenkt, dass man ein Dreiviertel der Saison verpasst, vielleicht sogar die ganze. Ich kann den Jungs nicht mehr helfen, bin gezwungen, mir die Partien von der Seite aus anzugucken. Fußballer zu sein ist eine Lebenseinstellung für mich. Ich werde trotz meiner Verletzung versuchen, extrem häufig am Platz zu sein. Ich brauche den Kontakt.

Wann steht die OP an?

Einen Termin habe ich noch nicht.