Mert Ahmet Akbulut schließt sich im Sommer dem VfL Kemminghausen an. Als Jugendspieler trug er lange das Trikot des BVB. © Peter Ludewig
Amateurfußball

„Das war ein Schlag ins Gesicht“ – Kemminghausens Neuzugang über BVB-Aussortierung

Mert Ahmet Akbulut spielte für die Jugend-Nationalmannschaft der Türkei, die U19 des BVB und bald für den VfL Kemminghausen. Für seinen ehemaligen Mitspieler Moukoko findet er klare Worte.

Der VfL Kemminghausen macht mit starken Neuverpflichtungen auf sich aufmerksam. Mit Mert Ahmet Akbulut konnte der Bezirksligist am Montag eine absolute Topverpflichtung verkünden. Der 19-Jährige spielte lange für die Jugendmannschaften des BVB und lief im Oktober noch für die Jugendauswahl der Türkei auf. Warum schließt er sich jetzt einem Bezirksligisten an?

„Ich will wieder reinkommen und meine alte Form finden“, beantwortet Mert Ahmet Akbulut diese Frage. Der Innenverteidiger hatte sich vor zwei Jahren das Syndesmoseband im Fuß gerissen. Im Winter des letzten Jahres wurde er nach längerer Leidenszeit wieder fit, bekam aber eine andere schmerzhafte Mitteilung.

Der BVB wird seinen Vertrag nicht verlängern, dabei hätte Akbulut in dieser Saison noch für die U19 des BVB auflaufen können. „Das war ein Schlag ins Gesicht“, sagt der gebürtige Dortmunder heute. „Ich spiele, seitdem ich elf bin, für den BVB. Meine Gefühle haben in dem Moment verrückt gespielt. Ich war gleichzeitig traurig, enttäuscht und sauer.“

Seitdem Mert Ahmet Akbulut (r.) elf ist, spielt er für die Jugendmannschaften des BVB. Das Bild zeigt ihn, als er noch für die U16 auflief. © Peter Ludewig © Peter Ludewig

Erstes Senioren-Jahr für das BVB-Talent

Im Sommer macht dann auch noch mal die alte Verletzung Ärger. Akbulut knickte beim Laufen um, der Knöchel wurde danach immer wieder dick. „Ich habe jetzt auch wegen Corona längere Zeit kein Fußball gespielt und möchte deshalb einfach wieder hereinfinden. Es ist mein erstes Seniorenjahr, da werde ich mich auch erst mal dran gewöhnen müssen“, blickt der 19-Jährige auf die kommende Aufgabe Bezirksliga, dann aber auch darüber hinaus: „Ich möchte wieder hoch spielen. Am liebsten will ich es natürlich in die Bundesliga schaffen. Das wäre mein Traumziel, aber ich weiß, dass es ein weiter Weg ist.“

Oberliga oder Regionalliga würde er sich zunächst aber zutrauen, sollte er wieder komplett fit sein. Kemminghausens Sportlicher Leiter Tuna Kayabasi, mit dem Akbulut verwandt ist, lotste ihn zum VfL. „Mir hat das Konzept gefallen, außerdem ist es ein junges Team und die Jungs, die ich kennengelernt habe, waren alle top“, sagt der ehemalige BVB-Jugendspieler. Dass sein Zwillingsbruder sich auch dem Verein anschließe, habe aber keinen Ausschlag gegeben, auch wenn die beiden sonst alles gemeinsam machen würden, sagt Akbulut.

Akbulut über Moukoko: „Es ist einfach krank, wie gut er spielt“

Tuna Kayabasi hat schon angekündigt, dass er den 19-Jährigen entweder auf der Innenverteidigerposition oder im defensiven Mittelfeld einsetzen möchte. „Mir ist egal, wo ich spiele. Die Hauptsache ist, dass ich spiele“, sagt Akbulut und fügt dann hinzu: „Ich mag es, das Spiel aufzubauen.“ Er sei ein sicherer Passgeber und setzte seine Vordermänner auch gerne mit langen Diagonalbällen in Szene. „Außerdem bringe ich die nötige Einstellung mit und bin aggressiv in den Zweikämpfen“, beschreibt der Defensivspieler seinen Spielstil.

Über die Spielweise seines ehemaligen Mitspielers Youssoufa Moukoko beim BVB kann er, als er darauf angesprochen wird, übrigens nur staunen: „Er ist krass. Es ist einfach krank, wie gut er spielt“, drückt Akbulut seine Anerkennung aus. Mit dem VfL wolle er ebenfalls schönen Fußball spielen. „Wir wollen den Ball nicht nur raushauen, sondern laufen lassen“, sagt der Neuzugang, der ab dem Sommer das grün-schwarze Trikot tragen wird.

„Aufsteigen wollen natürlich alle. Wir wollen aber auf jeden Fall oben mitspielen. Ich hoffe, dass ich zu diesem Ziel beitragen kann und möglichst viele Spiele machen kann“, formuliert Mert Ahmet Akbulut seine Ziele.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach journalistischen Ausflügen nach München und Berlin seit 2021 Redakteur in der Dortmunder Stadtredaktion.
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Lukas Wittland

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