Hördes Trainer Robert Podeschwa musste wieder viel Rückschläge hinnehmen. © Nähle
Fußball-Kreisliga A

Der Hörder SC kommt nicht in Tritt – Was ist da los, Robert Podeschwa?

Immer wieder nehmen sie Anlauf, immer wieder glauben sie an bessere Tabellenplätze. Immer wieder verpufft der Elan in mäßigen Ergebnissen. Alexander Nähle hat mit dem Trainer gesprochen.

Der Hörder SC kommt in der Fußball-Kreisliga A1 erneut nicht in den Tritt. Was ist da los, Robert Podeschwa (48)? Der Trainer sagt, an der Einstellung liege es nicht.

Robert Podeschwa, es scheint wie verhext. In jedem Sommer verbreiten Sie Optimismus, begründen den auch plausibel. Sie und Ihre Mannschaft sind motiviert, endlich wieder vordere Ränge der Liga anzugreifen. Die Realität ist Platz elf in unmittelbarer Nähe zur Abstiegszone. Warum ist das so?

Uns fehlen die Leute. Wir haben Verletzte, arbeitsbedingte Ausfälle und Urlauber. Ich hätte gerne jemanden auf dem Feld, der den Überblick und die Ruhe hat und das Tempo vorgibt.

Fehlt so einer im Kader?

Nein, eben nicht. Wenn alle nicht nur an Bord, sondern auch fit sind, folgen auch die gewünschten Ergebnisse.

Sind das vermeidbare oder nicht vermeidbare Ausfälle?

Für die Verletzungen können sie nichts. Wenn dann Spieler drei, vier Wochen während der Saison im Urlaub sind, findet das der Trainer in mir natürlich nicht gut. Der Mensch in mir aber versteht das. Die müssen ihren Resturlaub nehmen und fahren dann nach den Corona-Einschränkungen weg.

Wie behelfen Sie sich?

Wir haben einige A-Junioren oder frischgebackene Senioren dabei. Sie sind gewillt, ihre Einstellung ist top. Aber sie können diese Ausfälle noch gar nicht kompensieren.

Dass die Einstellung vielleicht sogar mehr als stimmt, legten Äußerungen aus Lünen nach dem Pokalspiel gegen Gahmen, sie verloren 1:2, nahe. Hat Ihre Mannschaft da sogar Grenzen überschritten?

Ich denke nicht. Wir wussten, dass Gahmen spielerisch überlegen sein würde. Also hatten wir uns vorgenommen, ihnen den Spaß am Fußball zu nehmen. Aber durch Kampf und nicht durch Grenzüberschreitungen. Wir haben sogar freiwillig ein Gegentor zugelassen, nachdem zwei Spieler von uns zuvor nicht mitbekommen hatten, dass ein Gahmener am Boden lag. Sie machten sich auf dem Weg zum 1:0. Daraufhin haben wir das 1:1 ermöglicht. Wir spielen schon fair. Dass wir eine Rote Karte bekamen, war dann aber auch berechtigt.

Wenn Ihnen was an der Haltung Ihrer Spieler nicht passt, sprechen Sie das in der Regel offen an. Die Nerven liegen also nicht blank?

Nein, überhaupt nicht. Das Training macht richtig Spaß. Aber es sind eben nicht alle da. Diejenigen, die pausiert haben, sind ja in der Regel nicht auf den Punkt topfit. Dieser Trainingsrückstand und die damit in den Spielen fehlende Qualität führen zu unserem dürftigen Start.

Müssen Sie personell nachbessern?

Ich sehe keinen Anlass dazu. Ich glaube, bis Mitte November haben wir wieder alle Leute auf dem gewünschten Level. Dann punkten wir. Viel Zeit haben wir dann bis zur Winterpause nicht mehr. Die wollen wir dann aber nutzen, um im Frühjahr gestärkt anzugreifen. Dazu brauchen wir keine Neuen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle