Den Ball am Fuß führen: Die ersten heimischen Spieler kommen am Wochenende in den Genuss, das auch wieder in einem Testspiel zu dürfen. © Timo Janisch
Jungendfußball

Dortmunder A-Junioren-Team gewinnt 32:0 gegen Lüner Klub, der trotzdem zufrieden ist

Das ist deutlich: Mit 32:0 gewinnt ein Dortmunder A-Jugend-Team gegen die Konkurrenz aus Lünen. In etwa alle drei Minuten fällt ein Tor. Das unterlegene Team ist trotzdem zufrieden.

Auch junge Löwen jagen! Die in Brackel heimischen Dortmunder Löwen haben ein Rudel in ihren Reihen, das Torrekorde jagt. Und wenn eine Mannschaft 32:0 gewinnt, interessieren sich Beobachter dafür, was die Junioren-Löwen wild gemacht hatte und was aus der Beute wurde.

Team kann mit solchen Ergebnissen gut leben

Wenn die Beute ins Spiel kommt, in diesem Falle die A2 des TSC Brambauer II, gerät dieses sich anbietende Bild aus dem Tierreich ins Wanken. Denn das unterlegene Team des ganz jungen Vereins aus der Nachbarstadt ist ein ganz besonderes. Was der Vorsitzende Mikail Bulut da aufbaut, verdient Respekt. „Und mit solchen Ergebnissen“, versichert er, „können die Jungs ganz gut leben. Sie werden es mir kaum glauben, aber es ist so: Sie haben an jedem Spiel Spaß.“

Der erst ein Jahr alte TSC hat sich laut Bulut auf die neuen Fahnen geschrieben, auch eine soziale Rolle zu spielen. „Rund um die Wittekindschule hängen viele Jugendliche ab. Wir denken, es ist sinnvoller, sie treiben Sport“, erläutert der Vorsitzende. „Einige haben noch nie Fußball gespielt. Das 0:32 ist ja nicht die erste so deutliche Niederlage.“ 0:19 gegen den TuS Körne II und 0:30 gegen die JSG SV Körne/Wambeler SV in der Qualifikation zur Kreisliga A klingen auch nicht gerade nach knappen Spielverläufen. Bulut bekräftigt: „Die Ergebnisse sind überhaupt nicht wichtig. Ehrgeiziger ist da schon unsere A1. Wichtig ist, dass die Jungs eine Gemeinschaft bilden. Und sie helfen vorbildlich im Vereinsleben mit und packen an.“

Keiner von ihnen wünscht Rücksicht oder gar Mitleid. Also durften sich die Dortmunder Löwen richtig austoben. „Ich habe tatsächlich immer den Überblick behalten. Ich habe eine Strichliste geführt“, zeigte sich Löwen-Trainer Stefan Fülle statistiksicher. Da zumindest die Toranzahl der Heimmannschaft am Sonntag um 11 Uhr an Handball erinnerte, ist es hier in der Tat übersichtlicher, wie im Hallensport, die Torschützen mit Klammern hinter den Namen zu nennen: David Schwarz (9), Nawzat Abuzed (6), Levi Grothe (5), Finn Curtis Marose (3), Marouan Bakar (3), Najet Aldin Rifal (2), Kjell Levin Lange (2), David Emmer (1), Luca-Fabian Roosch (1).

Bei allem Respekt für diese Trefferzahl: „Aussagekräftig ist das nicht“, räumt auch Löwen-Trainer Stefan Fülle ein. „Wenn sich etwas ablesen lässt, dann, dass David Schwarz immer unser Angreifer ist. In dieser Quali-Runde hat er jetzt in vier Spielen elf Tore.“

Dass er damit nur mit Mel Tristan Kupke Pineiro (SV Berghofen II) Zweiter hinter Estivan Eedo Qarao Tarfi (12 Tore, JSG Körne/Wambel) ist, wirkt ebenso kurios wie das Torverhältnis der Dortmunder Löwen. 34:8 beträgt es bei sechs Punkten, dabei verloren die Brackeler schon zwei Spiele. „Unser Ziel war schon vor der Saison der Aufstieg. Nur ist dieses Spiel nicht der Maßstab. Daher wird es sehr schwierig“, ordnet der Coach die Zahlen ein.

Einen Gedanken an den Gegner möchte Fülle doch noch loswerden. „Der TSC Brambauer war zwar gegen uns fast nur in der eigenen Hälfte. Er kam aber immerhin zweimal vor unser Tor. Da war ein sehenswerter Lupfer bei. So zeigten sie, dass sie durchaus Fußball spielen können. Respekt, dass sie es immer weiter versucht haben.“

Stark für die Mannschaft aus Brambauer, dass nicht nur ihr eigener Verein ihr Würde gibt, sondern auch der Kontrahent. Klasse haben sie, die jungen Löwen. Und zwar nicht nur vor des Gegners Tor.

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Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle