Ein Dortmunder Kreisliga-Trainer ist aufgrund eines Namensvetters am Flughafen aufgehalten worden. © picture alliance/dpa
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Dortmunder Kreisliga-Trainer wird aufgrund eines Namensvetters am Flughafen aufgehalten

Mohmed Abrini war mutmaßlich an der Durchführung der Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris sowie am 22. März 2016 in Brüssel beteiligt. Ein Dortmunder Fußballtrainer teilt mit ihm seinen Namen.

Wer den Namen des Trainers des Fußball-B-Ligisten SF Hafenwiese googelt, der muss erstmal schlucken: Beim Name Mohamed Abrini ploppt nämlich nicht als erstes der Amateurtrainer aus Dortmund auf, sondern einer derjenigen, die mutmaßlich an der Durchführung der Terroranschläge von Paris am 13. November 2015 und des Anschlags am 22. März 2016 in Brüssel beteiligt gewesen sein soll.

Weiß Hafenwieses Abrini von seinem verbrecherischen Namensvetter? „Ja klar“, sagt er. „Aber ich habe mich daran gewöhnt.“ Damals, als die Attentate frisch waren, sei es schwieriger für ihn gewesen, damit umzugehen. Er persönlich musste unter seinem Namen auch schon leiden. Nämlich auf dem Flughafen.

„Zu der Zeit, als der Attentäter gesucht wurde, bin ich aus ausgerechnet aus Belgien in meine Heimat nach Marokko geflogen. Dann wurde ich am Flughafen länger bei der Passkontrolle zur Seite genommen.“ Es musste erstmal gecheckt werden, ob er nicht der Gesuchte ist. „Das war schon sehr unangenehm.“ Er durfte natürlich wieder gehen.

Einen ähnlichen Fall gab es auch bei einem anderen Dortmunder Trainer. Jan Ramadan, Coach des Bezirksligisten FC Roj, hieß von Geburt an Abdalla Ramadan – so wie ein gesuchter Betrüger aus Ägypten, der Menschen in Ägypten um vier Millionen Dirham betrogen haben soll.

Auf einem Flug nach Dubai zog ihn die Polizei auf dem Weg vom Bus zum Flugzeug raus, ein Erlebnis, das Ramadan so nicht wiederholen wollte. Er änderte daher seinen Namen in Jan Ramadan. Ob eine Namensänderung auch für Mohamed Abrini von SF Hafenwiese in Frage käme?

„Nein“, sagt dieser. Mittlerweile mache er sich keinen Kopf mehr darum. „Ich verschwende keine Sekunde daran. Ich habe gelernt, damit umgehen zu können.“

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Niklas Berkel