Ein Dortmunder Team grüßt nach einer Auftaktniederlage von der Tabellenspitze. © Stephan Schuetze
Fußball-Kreisliga

Dortmunder Team startet mit Niederlage, ist jetzt Spitzenreiter und hat den Top-Torjäger

Vor vier Wochen gab es die erste Niederlage und der eigentliche Favorit ist zum Saisonstart direkt gestolpert. Mittlerweile sieht das anders aus: Inklusive Tabellenführung und dem Top-Torjäger.

Gerade mal vier Wochen ist es her, da sprach ein Dortmunder Trainer von einem Fehlstart. Kurz vor einem jetzt deutlich wahrscheinlicheren Goldenen Oktober kriegt der Klub aus dem Osten der Stadt schon die Sonnenstrahlen als Erster ab, denn jetzt ist er Spitzenreiter. Und bester Torschütze ist ein Jungspund, den sie in seinem alten Verein offenbar nicht richtig auf dem Schirm hatten. So schnell geht das alles im Fußball. Oder?

Michael Kalwa, Trainer der Dortmunder Löwen, ist mit zwölf Punkten aus fünf Spielen und einem Torverhältnis von 23:2 Spitzenreiter der Kreisliga A2. Das ist angesichts der Ambitionen und der Qualität im Kader nicht so überraschend, aber der Weg nach oben war erst einmal holprig. Wir fragen ihn auch ein zweites Mal: oder?

Michael Kalwa, so schnell geht das im Fußball, oder?

Ja, das sehen wir ja an unserem Beispiel. Aber die Niederlage zum Auftakt gegen den VfL Kemminghausen II schmerzt umso mehr, da sie unsere gute Bilanz trübt.

Der Weg nach oben war also erst einmal holprig, oder?

Ja, wir hatten uns, wie ich damals sagte, den Schneid abkaufen lassen und kamen mit der defensiven Spielweise und dem Kampfgeist des VfL nicht klar. Gegen deutlich stärker einzustufende Gegner lief es danach besser. Jetzt sind wir nach fünf Spieltagen wirklich in der Spur.

Michael Kalwa trainiert die Dortmunder Löwen. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

Sie kamen gleich aber mal so richtig rein in die Spur mit einem 8:0 bei den ebenfalls ambitionierten Sportfreunden Sölderholz. Was war da los?

Auch da greife ich gerne auf das Gespräch vor ein paar Wochen mit Ihrem Kollegen zurück, als ich sagte, gegen mit frühem Pressing agierende Gegner kommen wir besser klar. Das stimmte. Und wir haben uns selbst aus dem kleinen Tief befreit. Das sah da schon deutlich besser aus.

Dann der Knüller gegen den mittlerweile punktgleichen Zweiten Eving Selimiye Spor. 3:0 gegen ein Spitzenteam. Plötzlich waren Sie selbst wieder eins…

Das war schon richtig gut und stellt auch das dar, was wir uns vorstellen. Dieser Sieg war für unser Selbstverständnis und als Signal an die Konkurrenz sehr wichtig.

Es folgten das dritte und vierte Zu-Null-Spiel. 4:0 beim VfR Kirchlinde II und jetzt 7:0 bei Ay Yildiz Derne. Sind Sie jetzt nicht mehr aufzuhalten?

(Lacht) Sie haben doch gesehen, wie schnell das geht. Wir spielen jetzt gegen den Sechsten SV Körne. Das ist wieder ein deutlich stärkerer und unbequemer Gegner. Das ist ein Gradmesser, wo wir wirklich stehen.

Wo stehen Ihre starken Leute individuell?

Ich möchte da eigentlich keinen hervorheben. Aber wenn Sie schon fragen und die Torfolge unseres Sieges bei Ay Yildiz auf dem Schirm haben, nenne ich dann doch Abdül Kadir Akinci. In Hombruch hätte er nicht oft gespielt. Hier bekommt er seine Einsatzzeiten. Und jetzt in Derne war er an fünf von sieben Toren beteiligt. Drei machte er selbst, zwei bereitete er vor. Er ist mit sechs Treffern auch unser bester Schütze. Wir wissen aber auch, wie wichtig all unsere Leute sind. Einige hatten ja schon in der Vorbereitung beim Brackeler Turnier, als wir Vierter wurden, ihr Können gezeigt. Das Problem des Auftaktes war dann aber vielleicht dann auch, wie bei anderen Vereinen, das Kommen und Gehen von Verletzten und Urlaubern. Jetzt sind wir personell gut aufgestellt.

Und Sie fühlen sich in der Tabelle oben wohl. Noch einmal: oder?

Natürlich, aber das wird bestimmt kein Spaziergang durch die Liga.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle