Das Warten der Schalker auf einen Sieg kann auch mancher Kreisligist nachempfinden. © picture alliance/dpa
Fußball

Dortmunder Traditionsverein ist noch schlechter als der FC Schalke 04

Der FC Schalke 04 hat sein letztes Bundesligaspiel im Januar 2020 gewonnen. Bei einem Dortmunder Traditionsverein ist es noch länger her. Doch es gibt mehr Optimismus als in Gelsenkirchen.

Hauptthema beim Fußball-TV-Talk „Sky90“ war am Sonntagvormittag natürlich der FC Schalke 04. Bayern München und Borussia Dortmund spielten erst später am Tag und die Königsblauen verloren tags zuvor mit 0:3 das Zehnte aus 14 Ligaspielen bei Hertha BSC Berlin.

Beim Dortmunder Reviernachbarn ist der letzte Sieg in der Liga bald bereits ein Jahr her (27. Januar 2020 mit 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach). Während also Sky-Moderator Patrick Wasserziehr mit Armin Veh und Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider über die brisante Schalker Situation diskutierte, schaute auch Daniel Dukic vor dem Fernseher zu.

„Irgendwann wird es ja auch eine mentale Geschichte“

Und der Sportliche Leiter vom Westfalia Wickede konnte sich in die Situation der Schalker ein Stück weit hineinversetzen. „In der Argumentation habe ich mich schon ein bisschen wiedergesehen. Irgendwo wird es ja auch eine mentale Geschichte“, erklärt er. Denn während Schalke beinah seit einem Jahr auf einen Liga-Sieg wartet, ist es bei der Westfalia bereits noch länger her.

Am 3. November 2019 gab es den letzten Liga-Erfolg – ein deutlicher 6:1-Sieg beim SV Sodingen. Seitdem gab es aber kaum was zu feiern am Pappelstadion.

Viele Niederlagen, ein paar Unentschieden, ein Saison-Abbruch und der Start der neuen Saison, die aktuell unterbrochen ist.

Dabei muss der Westfalia zugutegehalten werden, dass sie seit dem letzten Sieg deutlich weniger Spiele absolviert hat als S04 und es besser zu machen als der Tabellenletzte der Bundesliga. Und Dukic präsentierte sich deutlich optimistischer als die Schalker Spieler und Verantwortlichen es nach der Niederlage am Wochenende waren.

Daniel Dukic ist der Sportliche Leiter von Westfalia Wickede. © Schütze © Schütze

„Wir haben einen der breitesten Kader, was die Qualität angeht, nur wir machen zu schnell zu leichte Fehler“, fängt Dukic seine Fehleranalyse an und führt weiter aus: „Der Glaube daran ist da, dass du auch Siege holen kannst. Die Jungs können ja alle pöhlen. Nur da hat sich der Fußball-Gott in einigen Spielen gegen uns entschieden in dieser Saison.“

Keine Vergleiche mit Klubs aus Gelsenkirchen

So gab es bislang lediglich zwei Unentschieden und fünf Niederlagen in dieser Saison für die Westfalia, die auf Platz 16 in der Westfalenliga steht. Aber Dukic ist überzeugt von seinem Kader. Den Blick nach Gelsenkirchen scheut er trotz dessen: „Wir als Dortmunder Verein vergleichen uns nicht mit Vereinen aus Gelsenkirchen.“

Und während Jochen Schneider wohl keine Sonntagsruhe hatte und Ausschau nach neuen Spielern im Anschluss an seinen Auftritt bei „Sky90“ hielt, kann Dukic da deutlich gemächlicher rangehen.

„Ich denke, dass wir frühestens Mitte, Ende März auf die Plätze können“, erklärt er, schließt Transfers aber nicht aus: „Es wird Gespräche geben, die ich noch führen werde. Den aller größten Zugzwang sehe ich jetzt nicht so. Auf ein bis zwei Personen vielleicht, der Rest bleibt abzuwarten.“

An den Klassenerhalt glaubt Wickedes Kaderplaner ganz energisch. Auf Schalke hingegen sieht die Lage da schon ganz anders aus.

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Seit 2017 im Einsatz für Lensing Media. Immer auf der Suche nach Hintergründen, spannenden Themen und Geschichten von Menschen.
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David Nicolas Döring