Nach einer schweren Zeit, ist bei einem ambitionierten Dortmunder Klub der Sport wieder ein bisschen mehr ins Zentrum gerückt. © Schaper
Fußball-Kreisliga A

Dortmunder Überraschungsteam greift nach 1:7-Niederlage jetzt den A-Liga-Tabellenführer an

Ein Dortmunder A-Ligist überrascht bisher auf ganzer Linie. Jetzt tritt das Team aus dem Westen im Topspiel gegen den VfB Westhofen an. Der Trainer erklärt, warum es so gut läuft.

Um zu prognostizieren, dass der VfB Westhofen am elften Spieltag ein Teil eines Spitzenspiels sein würde, bedurfte es im Sommer keiner Insiderkenntnisse über die Fußball-Kreisliga A. Wen aus Dortmund die Mannen von BVB-Ikone Lothar Huber aber zum absoluten Topspiel empfangen, hatten wohl die Wenigsten im Sinn.

Der lange blasse VfR Kirchlinde, der sich seit einiger Zeit geschickt sympathisch in den soziale Netzwerken inszeniert, strebt nun auch sportlich nach Höherem. Es tut sich was am Bärenbruch. Dominic Seelig, der sich als Aktiver bei Mengede 08/20 und Westfalia Wickede, einen Namen gemacht hatte, bildet mit Markus Ottenberg ein Gespann, das die 1. Mannschaft des VfR längst aus der Tristesse geführt hat. Und jetzt also das Duell des Ersten Westhofen (zehn Spiele, 28 Punkte) gegen den Zweiten Kirchlinde (neun Spiele, 22 Punkte)! Dominic Seelig (38) gewährt Einblicke in den VfR. Und er erklärt, was am Sonntag an der Wasserstraße möglich ist.

Dominic Seelig, lassen Sie uns doch mit der Aktualität beginnen: In der Liga holten Sie sich am Sonntag mit einem 4:1 gegen Phönix Eving für das Spitzenspiel Schwung. Bremst das klare 1:7 im Pokal am Mittwochabend die Stimmung wieder ab?

Nein! Generell ist es ja etwas Nettes, mal gegen einen Westfalenligisten zu spielen. Aber dieses Duell passte uns gar nicht so gut. Andere Vereine haben ja sogar auf das Pokalspiel verzichtet. Das wollten wir dann nicht tun, selbst wenn wir lieber trainiert hätten. So haben wir aber bewusst gegen Schüren nicht in Bestbesetzung gespielt.

Dominic Seelig (r.), hier als Spieler von Westfalia Wickede, ist jetzt als erfolgreicher Trainer mit dem VfR Kirchlinde unterwegs. © Dieter Menne © Dieter Menne

Diese Bestbesetzung dürfte schon notwendig sein, um einen Gegner vom Kaliber Westhofen zu schlagen. Steht sie Ihnen zur Verfügung?

Fast! Leider, denn Hüseyin Caliskan hat sich gegen Phönix schwer verletzt. Zunächst deutete es auf einen Meniskusriss hin, jetzt haben verschiedene Ärzte einen Kreuzbandriss diagnostiziert. Hüsyein muss zwar noch ins MRT, aber so oder so: Das ist ganz bitter für ihn. Ansonsten aber sind alle an Bord.

Und so fahren Sie zuversichtlich nach Westhofen, um welches Ziel zu erreichen?

Da reicht uns tatsächlich ein Punkt.

Weil Westhofen noch keine Niederlage kassiert hat?

Auch! Und wir wissen, dass sie viele Spiele sehr souverän gemeistert haben. Das ist eine Topmannschaft. Aber wir sind ein Team, das sich mit ihren Leistungen zum Teil dem Niveau des Gegners angepasst hat. Wir waren gegen vermeintlich schwächere Teams nicht so überzeugend wie zum Beispiel im Duell gegen den TSC Eintracht, das wir 2:1 gewannen.

Das heißt: Verstecken gilt nicht, weil Sie sich mit Westhofen auf Augenhöhe messen wollen?

Wir bereiten uns natürlich auf den Gegner vor und haben Respekt, wollen aber auf dem Platz unser Dingen machen. Ich wünsche mir eine gewisse Leichtigkeit. Ich bin aber auch zuversichtlich, dass wir die trotz des 1:7 sehr gute Stimmung mit nach Westhofen nehmen.

Wie kommt diese gute Stimmung zustande?

Unser Trainerteam mit Markus Ottenberg, Torwarttrainer Benedikt Plottki und mir ist gut aufgestellt und harmoniert. Dazu kommt, dass die Jungs viel annehmen, mitziehen und auch entsprechende Leistungen aufs Parkett bringen. Vielleicht hilft da unsere Art, Fußball vorzuleben – mit alten Tugenden. Die jungen Leute von heute verbringen ja mittlerweile einfach gerne ihre Zeit in Shisha-Bars. Wir versuchen, unsere Spieler durch Mannschaftsabende und andere gemeinsame Aktivitäten wie Weihnachtsmarktbesuche zu unterhalten und so ein Gemeinschaftsgefühl zu schaffen. Das gelingt uns gemeinsam gut. Natürlich gehört dazu aber auch, dass die Jungs in den Spielen wegen ihrer guten Einstellung erfreuliche Ergebnisse einfahren.

Welche Schlüsse haben Sie neben noch aus der Anfangsphase der Saison gezogen?

Dass wir, um oben zu bleiben, in den Spielen 90 Minuten lang hellwach sein müssen. Wenn wir uns unsere Ergebnisse, aber auch die anderer Teams in vermeintlichen Favoritenrollen ansehen, stellen wir fest, dass die Underdogs immer wieder für Überraschungen gut sind. Viele Tore fielen dabei in der Schlussphase. Zwei Beispiele für solche Überraschungen: Wir haben Anfang Oktober daheim gegen Oespel-Kley verloren, der TuS Rahm jetzt gegen Eintracht Dorstfeld. Wir sind aber sehr zufrieden, bis jetzt kaum Federn gelassen zu haben.

Hatten Sie solchen einen Start Ihrer Mannschaft erwartet?

Nicht unbedingt. Unser Ziel war, nichts mit dem Abstieg zu tun zu bekommen und womöglich auf einem einstelligen Tabellenplatz ins Ziel zu kommen.

Was auch im Falle einer Niederlage sehr realistisch bliebe?

Davon gehe ich aus. Jetzt freuen wir uns aber riesig auf das Spiel in Westhofen und wollen bestimmt nicht leer ausgehen.

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.