Ajan Dzaferoski (l.), Präsident des TuS Bövinghausen, hier bei der Vorstellung von Kevin Großkreutz hat zuletzt heftige Kritik kassiert. Der TuS-Boss hat nun verraten, was er mit möglichen Geldern aus Auswärtstestspielen machen möchte. © Stephan Schuetze
Fußball-Westfalenliga

Dzaferoski lenkt ein: Er möchte die Eintrittsgelder nicht, er hat einen anderen Plan damit

Ajan Dzaferoski, Präsident des TuS Bövinghausen, hat zuletzt für seine Forderung nach der Teilung der Eintrittsgelder bei Testspielen viel Kritik geerntet. Nun verrät er, was er mit dem Geld vorhat.

Ajan Dzaferoski musste sich zuletzt eine Menge Kritik gefallen lassen. Der Vorsitzende des TuS Bövinghausen hatte Ende der Vorwoche mit einem Zitat für Aufregung gesorgt: „Treten wir auf fremden Plätzen (in Testspielen, Anm. d. Red.) an, möchten wir schon 50 Prozent der Eintrittsgelder“, sagt er. Er begründet es damit, dass die Klubs durch den prominenten Namen Kevin Großkreutz mehr Zuschauer begrüßen werden. Somit werden mehr Tickets verkauft und auch mehr Geld durch das Catering generiert. Dafür hagelte es Kritik. Nun ist Dzaferoski erneut in die Offensive gegangen.

Die Kritik verstummte auch am Montag noch nicht. Viele Vereinsvertreter kritisierten Ajan Dzaferoski vor allem via Social-Media aber auch im Gespräch mit dieser Redaktion für seine Aussage. Dabei hatte der am Samstag vorab noch betont: „Das soll überhaupt nicht arrogant wirken. Wir haben in Kevin Großkreutz investiert. Auch für den Amateurfußball. Und wenn die anderen Vereine dadurch finanziell profitieren, möchten wir das auch.“

Am Montagnachmittag meldete sich Dzaferoski dann erneut bei unserer Redaktion. Der TuS-Präsident berichtet, was er mit den potenziellen Geldern vorhabe und nimmt zur Kritik auch Stellung. „Wenn wir auswärts spielen sollten und dafür dann Geld bekommen, dann werden wir das Geld dem Hospiz in Bövinghausen spenden. Das Geld behalten wir nicht ein“, sagt Dzaferoski.

Eine Reaktion auf die Kritik für seine Aussage? Dzaferoski verneint das, auch wenn er mit seinem Vorschlag erst nach der Kritik an die Öffentlichkeit ging. „Wir haben das vorher schon geplant und ich habe darüber nachgedacht“, sagt der TuS-Boss und geht noch einen Schritt weiter: „Wir werden auch bei jedem Meisterschaftsheimspiel pro Eintrittskarte einen Euro für das Kinderhospiz spenden“, sagt er. Eine gewöhnliche Eintrittskarte für Heimspiele kostet beim TuS sieben Euro.

„Das ist ein schönes Ding und gibt den Leuten vom Hospiz auch Mut. Hospize leben von Spenden. Es geht um Gesundheit und Leben. Soziales Engagement ist wichtig“, so Dzaferoski der bereits mit dem Kinderhospiz St. Elisabeth in Bövinghausen in Kontakt stehe.

Auf Nachfrage, wie Dzaferoski zur Kritik der anderen Vereine stehe, äußerte sich der TuS-Boss am Montag wie folgt: „Kritik ist deren gutes Recht. Jeder hat seine Meinung. Auch wir haben unsere und wollen nun etwas Soziales tun“, so Dzaferoski. Auch Samir Habibovic, Sportlicher Leiter des ASC 09 Dortmund, hatte Dzaferoski kritisiert. „Ich würde die gar nicht einladen, wenn sie 50 Prozent der Eintrittsgelder haben wollen. Ich habe meine eigenen Zuschauer und das ist genug. Wir kommen aber gerne nach Bövinghausen und teilen dann die Eintrittsgelder“, so Habibovic.

Der ASC 09 Dortmund nimmt die Einladung an

Dzaferoski dazu: „Wenn es möglich ist, laden wir den ASC 09 Dortmund auf unseren Platz ein und veranstalten ein Testspiel. Den gesamten Erlös spenden wir dann auch dem Kinderhospiz“, so der TuS-Vorsitzende. Wir haben Habibovic mit der Aussage direkt konfrontiert: „Natürlich kommen wir dann gerne nach Bövinghausen, um das Hospiz zu unterstützen. Wir nehmen die Einladung an“, so der Sportliche Leiter des ASC.

Und was macht der TuS, wenn gastgebende Vereine bei Testspielen gar keine Eintrittsgelder nehmen? „Dann kommen wir natürlich auch so“, sagt Dzaferoski, der jedoch betont, dass Auswärtstestspiele in der Vorbereitung rar seien. „Wir sprechen hier von zwei maximal drei Spielen auf fremden Plätzen.“

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Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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