Auf einem Ascheplatze wurden am 3. Oktober zwei Spiele abgesagt, aber eins angepfiffen. © Timo Janisch
Fußball

Ein Sportplatz, drei Spiele – und nur ein Schiedsrichter pfeift seine Partie an

Zwei Spiele werden von Schiedsrichtern wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt. Doch Stunden später pfeift ein anderer Spielleiter eine Partie an. Das sorgt bei den Teams für Unverständnis.

Es ist kurz vor dem Anpfiff. Die Spieler beider Mannschaften sind bereit. Der Schiedsrichter schaut sich den Platz an, aber sagt das Spiel wegen Unbespielbarkeit ab. Doch zwei Stunden später pfeift ein anderer Spielleiter eine Partie auf derselben Anlage an.

Schiedsrichter wollte keine Verletzungen der Spieler riskieren

Für Haluk Cekirdek, Spieler der zweiten Mannschaft von Genclerbirligi Hörde und Co-Trainer der Ersten, ist die Absage unverständlich. Der Spielleiter hätte das Spiel in der Kreisliga C7 gegen TuS Neuasseln IV nicht angepfiffen, weil er die Linien nicht hätte sehen können und der Platz am Schallacker in Hörde, auf dem auch SuS Hörde und Phönix Hörde spielen, unbespielbar gewesen sei. Er habe nicht verantworten können, wenn sich ein Spieler verletzt hätte.

SuS Hörde, Phönix Hörde und Genclerbirligi Hörde spielen auf dem Platz am Schallacker.
SuS Hörde, Phönix Hörde und Genclerbirligi Hörde spielen auf dem Platz am Schallacker. © Nähle © Nähle

Die Begründung kann Cekirdek nicht nachvollziehen. „Das war ein ganz normaler Tag auf Asche. Klar, konnte man bei dem Wetter keinen Sahnespiel erwarten, aber dann dürften wir hier bis nächstes Jahr keine Heimspiele mehr bestreiten, weil es in nächster Zeit wieder öfter regnen wird.“

Bereits am Vormittag war ein Spiel auf der Anlage abgesagt worden

Das Fass zum Überlaufen brachte für Cekirdek, dass am um 15 Uhr die Erste von Genclerbirligi gegen den ASC Dortmund III (1:4) spielen durfte. „Der Schiedsrichter hat sich den Platz angeguckt und nicht verstanden, warum zwei Stunden vorher nicht gespielt werden durfte.“

Doch der Spielleiter bei der Partie der Zweiten von Genclerbirligi war nicht der erste an dem Tag, der den Platz für unbespielbar hielt. Bereits um 11 Uhr war das Spiel in der Kreisliga C6 zwischen Phönix Hörde und Türkspor Dortmund III vom Schiedsrichter abgesagt worden. Selbst in der Oberliga wurde das für den 3. Oktober geplante Spiel zwischen dem ASC 09 Dortmund und Eintracht Rheine auf einem Rasenplatz wegen des starken Regens in Dortmund abgesagt.

Schiedsrichter darf die Spesen trotz Absage oder Abbruch mitnehmen

Warum durften auf dem gleichen Platz zwei Spiele nicht stattfinden und eines schon? Christian Nurk, Staffelleiter der Kreisligen C5, C6 und C7, erklärt: „Wenn vom Verein keine Platzkommission bestellt wird, darf jeder Schiedsrichter selbst entscheiden, ob gespielt wird. Wenn die Kommission den Platz gesperrt hätte, hätten alle Partien an dem Tag abgesagt werden müssen.“

Bleibt noch zu klären, ob ein Spielleiter die ganze Spesen mitnehmen darf, selbst wenn die Begegnung nicht stattfindet. „Das ist bei einem Abbruch oder einer Absage völlig legitim und richtig“, löst Markus Schanz, Vorsitzender des Kreisschiedsrichter-Ausschusses des FLVK Kreis Dortmund, auf.

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch