Westfalia Wickede krönte sich im vergangenen Jahr zum Sieger des Brackeler Turniers. © Stephan Schuetze
Amateurfußball

Endlich das erste Fußballturnier: „Wir wollen zum dritten Mal hintereinander gewinnen“

Es geht wieder los. Endlich. In Dortmund startet ab Samstag der Kronen-Kreidekarre-Cup beim SV Brackel. Wir streamen alle Spiele des Turniers live auf unserer Homepage.

Wiedersehen macht Freude! Selten hat der Satz so gut gepasst wie zum Kronen-Kreidekarre-Cup. Denn ab Samstag um 16 Uhr haben Dortmunds Amateurfußballer wieder einen nicht nur geduldeten, sondern einen gerne gewollten Treffpunkt. Spieler wie Niklas Rybarczyk vom Lokalmatadoren und Gastgeber SV Brackel 06 oder Muhammed Cakir vom Titelverteidiger Westfalia Wickede freuen sich riesig auf das erste große Turnier nach Corona. Zuschauer dürfen bedenkenlos an die Oesterstraße kommen. Die Europameisterschaft endet, die Bühne für die heimischen Fußballer hat jetzt auch ein größeres, aber auch verantwortungsvolles Publikum verdient.

Routinier Rybarczyk, seit 2013 Brackeler, hat und macht schon einmal richtig Lust: „Unser Turnier hat ein besonderes Flair. Ich freue mich riesig auf den Sport, besonders auf die Gespräche und den Spaß mit unseren Zuschauern und auch den Kollegen aus anderen Vereinen.“

„Giovanni hatte mich auf dem Kieker“

Sie werden sich nach der längeren Coronapause einiges zu erzählen haben, aber mit Sicherheit auch feststellen, wie schnell der Fußball wieder in den Fokus rückt und hoffentlich zur Normalität wird. Rybarczyk beispielsweise berichtet, er sei mit seinem Landesligisten ja bereits seit einigen Wochen im Training. „Unser Trainer Giovanni Schiattarella hatte mich nach den Sommerpausen immer auf dem Kieker, ich wirke nicht ganz so fit. Diesmal aber, finde ich, hatte ich vorbildlich die Coronazeit genutzt.“

Der Routinier nimmt sich nicht ganz so ernst. Die Lockerheit ist zurück. Er fühlt sich bereit und hat Lust auf die ersten Spiele mit seinen neuen und alten Kollegen: „Mit meinen 30 habe ich inmitten des noch jünger gewordenen Kaders fast ein Alleinstellungsmerkmal. Gut, dass wir noch den älteren Dennis Wegner haben. Da fühle ich mich dich dann nicht als einziger so alt.“

Am Samstag um 18 Uhr im Anschluss an das erste Spiel der Gruppe 1 zwischen Westfalenligist BSV Schüren und Bezirksligist BW Huckarde (Anpfiff 16 Uhr) feiern die Brackeler ihren Einstand. Gegner ist der Bezirksligist Viktoria Kirchderne: „Ich habe zu Kirchderne und zu unserem zweiten Gegner TuS Eichlinghofen vielleicht nicht den engen Bezug, weiß aber, dass sie immer Teams stellen, die uns fordern“, sagt Rybarczyk.

Der Brackeler Leistungsträger in der Zentrale bittet aber um Verständnis, wenn noch nicht alles rund läuft. „Wir sind gerade in der Findungsphase. Die ganz jungen Neuen müssen sich auch erst einmal an uns gewöhnen. Aber ich bin mir sicher, dass wir Spaß aufs Feld bringen.“

Muhammed Cakir: „Ich will den dritten Titel in Serie holen“

Den hat Muhammed Cakir, Leistungsträger des Westfalenligisten Westfalia Wickede. Er gibt forsch die Marschroute vor: „Ich will den dritten Titel in Serie holen.“ Denn die Schwarz-Weißen gewannen 2019, als Corona noch kein Thema war, und 2020, als die Brackeler als einziger Verein den Mut und die Umsicht hatten, ein Turnier unter erschwerten Bedingungen zu ermöglichen. Westfalia ist der Gruppenkopf der Gruppe C. Der optimistische Cakir weiß allerdings um die Qualitäen der Gegner, die da heißen: am Sonntag um 14.30 Uhr Kreisligist SC Husen-Kurl und eine Woche später um die gleiche Zeit VfL Kemminghausen. „Husen-Kurl hat immer gute Mannschaften. Und aus Kemminghausen bekomme ich schon mit, was die gerade auf die Beine stellen.“ Heißt: Cakir erwartet keinen Spaziergang.

Selbst wenn er am ersten Sonntag eventuell privat eingespannt ist, will er unbedingt versuchen, rechtzeitig zum Platz zu kommen. „Sonst steige ich auf alle Fälle gegen den VfL ein“, sagt die zentrale Wickeder Figur. Cakir hat so richtig Lust: „Endlich Zuschauer! Endlich in Trikots auflaufen!“ Im Training habe Wickede bereits auch viel mit dem Ball gearbeitet. „Das Spiel ist aber wieder ein ganz anderes Erlebnis.“ Und auf noch etwas freut sich der selbsternannte Heißsporn: „Ich darf endlich wieder mit den Schiedsrichtern diskutieren. Das mache ich doch so gerne. Aber ich nehme mir vor, mich zu bessern.“

Die Pause hat den Leistungsträger offenbar demütig gemacht. „Aber“, schränkt er augenzwinkernd ein, „warten wir mal ab, wenn der Ball wirklich wieder rollt.“ Wie auch Rybarczyk seine Rolle als Vater der Kompanie nimmt auch Cakir seinen Ruf als Schiedsrichter-Reizfigur nicht ganz so ernst: „Ach, wir werden schon auch gemeinsam lachen, weil wir freuen uns doch alle, uns wiederzusehen.“

Cakir: „Wir müssen uns einspielen“

Was die Wickeder später im Stande zu leisten sind, vermag Cakir, jetzt wieder sehr sachlich, noch nicht zu prognostizieren: „Wir müssen uns einspielen, als Team funktionieren. Ich habe nach den ersten Eindrücken aber ein gutes Gefühl.“

Das dürfte vor dem ersten Turnierauftritt auch Landesligist Kirchhörder SC haben, der vor SuS Kaiserau und SF Brackel 61 als Favorit in die Gruppe D geht. Start des KSC um Trainer Sascha Rammel ist am Sonntag um 16.45 Uhr. Gegner sind die Dortmunder Löwen aus Brackel, die eine gewisse Wildheit in das attraktive von Rybarczyk so gelobte „Flair“ bringen. Das erste Turnier bietet also für jeden etwas. Vorhang auf!

Wer nicht den Weg zum Sportplatz nach Brackel findet, kann sich das ganze Turnier auch bei uns im Livestream anschauen. Wir streamen jedes Spiel des Kronen-Kreidekarre-Cups live auf ruhrnachrichten.de/dosport.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle

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