Anil Konya hatte gesundheitliche Probleme - und musste ausgewechselt werden. © Kisker
Fußball

Erneuter Rückschlag für Wickedes Anil Konya – seine Leidenszeit geht weiter

Mit dem Ende des Lockdowns in Deutschland endete eine Leidenszeit für viele - auch für die Fußballer. Für den Dortmunder Fußballer Anil Konya schien diese zu diesem Zeitpunkt aber erst zu beginnen.

Seit Mitte Juni sind Fußballer in ganz Deutschland wieder auf den Plätzen. Für sie endete die Leidenszeit durch den Lockdown. Für einen scheint es aber, als habe sie sich verschlimmert: Anil Konya, den Kapitän der Wickeder. Für ihn endete die Leidenszeit mit dem Restart im Fußball nicht. Immer wieder ist er seitdem zum Zuschauen verdammt.

Mitte Juli: Beim Kronen-Kreidekarre-Cup des SV Brackel prallte Konya mit Yunus Albayrak vom VfL Kemminghausen zusammen. Eine schmerzhafte Prellung am Wadenbeinköpfchen zwang den 31-Jährigen zu einer Trainingspause. Kurz darauf konnte er – trotz der Schmerzen – aber wieder spielen.

Herzkreislauf-Probleme zwangen Konya rund zehn Tage später zur Auswechslung gegen den ASC 09 beim Hecker-Cup. Nachdem er durchgecheckt wurde, erhielt er die Diagnose Bluthochdruck, aber auch Grünes Licht vom Arzt. Wenige Tage später spielte er wieder.

Wieder aber nur für kurze Zeit: Mitte August war im Testspiel gegen Türkspor Dortmund wieder früh in der Partie Schluss. Noch in der ersten Halbzeit bekam er einen Schlag auf den Mittelfuß. Gebrochen war dieser – Gott sei Dank – nicht, aber wieder fiel der Innenverteidiger aus.

Angst vor einem erneuten längeren Ausfall

Erst Mitte September, im Westfalenliga-Derby gegen den FC Brünninghausen, feierte Konya sein Comeback, spielte 90 Minuten durch, stemmte sich gegen die Angriffe des Favoriten. Es sollte der Auftakt einer längeren Zeit sein, in der er spielfähig ist. Doch wenige Tage später im Training der erneute Rückschlag: „Ich habe gemerkt, dass es wehtut in der Leiste“, sagt Konya.

Er habe es gegen den DSC Wanne-Eickel (0:0) am Sonntag zwar probieren wollen, es reichte aber nicht für einen Einsatz. Beim Aufwärmen musste er abwinken. „Besser ich höre früher auf, bevor ich wieder sechs, sieben Wochen ausfalle“, sagt er. Beim Arzt sei er schon gewesen, der habe in der Muskulatur keine Verletzung feststellen können. „Vielleicht hat mein Körper durch die Belastung letzte Woche gegen Brünninghausen einfach gesagt, dass er mal eine Pause braucht.“

Denn fit ist Konya nicht, das weiß er selber. Wie auch nach den vielen kleineren Verletzungen und dem Schreckmoment gegen den ASC? Von acht Wochen Vorbereitung fiel der Kapitän die meiste Zeit aus.

Rückt das Karriereende näher und näher? Kann sich Anil Konya nach all den Rückschlägen in den vergangenen Wochen überhaupt noch aufraffen? Da ist er mittlerweile klarer als noch vor wenigen Wochen, als er zugab, sich Gedanken über ein Karriereende zu machen. „So langsam nervt es, aber nach einem Gespräch mit meinem Bruder Emre und vielen positiven Zusprüchen der Trainer bin ich mir sicher: Ich werde euch noch weiter beschäftigen, so wie ihr mich. Das hört nicht auf.“ Anil Konya hört nicht auf.

Über den Autor
Volontär
Nachrichten gibt es überall, jeder kann sie verbreiten. Wahrheitsgemäße Recherche kommt da leider oft zu kurz. Qualitativer Lokaljournalismus ist daher wichtiger denn je. Wer, wenn nicht wir ausgebildeten Lokaljournalisten, berichtet über das, was wirklich in unserer Stadt Gesprächsthema ist?
Zur Autorenseite
Niklas Berkel