Der FC Brünninghausen hat auch den FC Lennestadt besiegt, verliert aber dennoch die Tabellenführung. © Stephan Schuetze
Fußball-Westfalenliga

FC Brünninghausen besiegt auch den FC Lennestadt, verliert aber den ersten Platz der Liga

Der FC Brünninghausen siegt munter weiter, holt auch gegen den FC Lennestadt drei Punkte. Dennoch verliert der Klub wieder die Tabellenspitze - und überzeugend war der Sieg auch nicht.

Die Bilanz bleibt ein Träumchen. Der FC Brünninghausen ist auch nach dem 3:1 (2:1) gegen den FC Lennestadt mit beeindruckenden und wohl vorher nicht erwarteten sieben Siegen und einem Remis vorne mit dem TuS Bövinghausen punktgleich.

Und jetzt kommt das ganz große Aber: Die Reaktion von Trainer Rafik Halim erklärte so ziemlich alles, was diesen schwer greifbaren Nachmittag ausmachte.

Anrede: „Glückwunsch zum Sieg, Herr Halim!“ Antwort: „Nein, ich weiß nicht. Das fühlt sich heute irgendwie komisch an. Ja, die Jungs dürfen das Ergebnis feien, aber das war kein gutes Spiel.“

Das wussten die Jungs aber selbst. Kubilay Tekin, der Außenverteidiger, fasste es ähnlich wie sein Coach in Worte: „Das war vielleicht unsere schlechteste Saisonleistung. Aber drei Punkte sind drei Punkte.“

Leon Broda: „Müssen die Lehren daraus ziehen“

Auch Torwart Leon Broda, der seiner Mannschaft den Dreier rettete, stieß ins selbe Horn: „Wir müssen die Lehren daraus ziehen, wieder hart an uns arbeiten.“

Es war schon so, dass bis auf während der ersten 20 Minuten der FCB nicht die 100 Prozent in die Aktionen brachte, wie es zum Saisonstart gewesen war. Aber dazu kam auch eine für Brünninghausen eher untypische Abschluss-Schwäche.

Broda wusste, warum in einen auch untypischen Spielbericht für einen 3:1-Sieg eines Spitzenteams doch etwas Positives gehörte: „Unsere Bank pusht uns unwahrscheinlich. Wir haben nach dem 1:1 geantwortet und später das 2:1 bis zum 3:2 von David Vaitkevicius mit dem Schlusspfiff gehalten. Die Mentalität ist da!“

Dass dem auch 90 Minuten so sein könnte, spricht den Brünninghausern bestimmt niemand ab. Die ersten 20 Minuten, gekrönt von einem Flachschuss-Tor durch Sebastian Lötters (10.) nach Vorarbeit von Florian Gondrum, machten Lust auf weitere schöne 70 Minuten.

Aber jetzt kommt das Aber auch im Spielfilm vor: Lennestadt setzte die starken Offensiven Florian Friedrichs und Marvin Gouranis immer wieder vielversprechend ein. Lassen wir wieder die Protagonisten sprechen. Halim: „Lennestadt war dann besser.“ Broda: „Machen die in der ersten Halbzeit die beiden Dinger, dann wird es ganz schwierig.“

Brünninghausens Leon Broda zeigt sich hellwach

Broda aber war hellwach. Nur in einer Situation, der Keeper hatte Sekunden zuvor fantastisch einen Schuss von Bernie Linnemann pariert, stimmte seine Abstimmung mit den Vorderleuten nicht. Das 1:1 war nach dieser harmlosen Flanke durch Friedrichs auch eher untypisch für die bis dahin guten Angriffe der Gäste (43.).

Jonas Telschow trifft schon wieder

Auch das sollte noch getoppt werden durch das 2:1 vor der Pause. Der lange glücklose Patrick Trawinski nötigte dem Gästetorwart eine Notbremse ab. Jonas Telschow, verwandelte den Elfmeter sicher – endlich mal etwas Typisches (45.).

Dann aber hatte Brünninghausen die Chancen, früh alles klar zu machen. Dietrich Liskunov und Jonas Telschow, später auch Emre Hamut und Marcel Großkreutz sorgten dafür, dass Lennestadt bis zum Schluss im Spiel blieb.

Untypisch, dass es bei einer Roten Karte für den Angreifer Freistoß für ihn gibt. So geschehen in der 85. Minute. Diesmal erklärt es Tekin: „Ich ziehe an ihm.“ Daher Foul. „Er tritt.“ Daher Rot. Das klingt logisch, der Freistoß aus bester Position brachte nur nichts ein.

Für den FCB, der dann doch das Glück und die von Broda erwähnte Mentalität eines Topteams hat, war dann wenigstens wieder typisch, dass Vaitkevicius den Ball kurz Schluss dann doch ins Netz hämmerte.

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Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle