Für einen Dortmunder Kreisligisten läuft es ziemlich gut. © Nils Foltynowicz
Amateurfußball

Fünf Siege aus sechs Spielen, jetzt im Pokal eine Runde weiter: Was geht ab, Herr Heuft?

Es läuft für einen Dortmunder Kreisligisten. Der Saisonstart ist gelungen, jetzt ging es sogar im Pokal eine Runde weiter. Was ist da los? Wir haben nachgefragt.

Das Konzert der Großen in der Kreisliga A1 ist seit einigen Wochen um eine Stimme reicher. Der TSC Eintracht tanzt zur Musik sogar auf zwei Hochzeiten. Zur starken Saison kommt seit Mittwoch auch ein Erfolg im Pokal. Co-Trainer Robin Heuft (30) erklärt, was den Seniorenfußball in Dortmunds größtem Sportverein so stark macht.

Robin Heuft, fünf Siege, eine Niederlage, jetzt ein Pokalerfolg beim Ligarivalen VfL Hörde. Sie sind Lehrer. Ihre Schüler würden lässig fragen: Was geht ab, Herr Heuft? Wir wollen auch mal lässig sein und fragen daher: Was geht ab, Herr Heuft?

Ich bedanke mich zunächst für das Interesse. Schön, dass unsere Entwicklung Beachtung findet. Ja, und es geht einiges ab. Nehmen wir doch das aktuelle Beispiel, den Pokalabend im Goystadion. Vor einem Jahr während der abgebrochenen Saison hatten wir uns da von den äußeren Umständen beeindrucken lassen und 0:1 verloren. Jetzt ging es rund um den Platz ähnlich emotional zu, aber wir sind ein Stück in unserer Entwicklung weiter, haben Ruhe bewahrt und das Elfmeterschießen 3:2 gewonnen.

Wer war denn besonders nervenstark?

Unser Torwart Lukas Knoblauch hielt drei Stück. Viel mehr muss ich da doch gar nicht sagen. Aber ich möchte, wie auch sonst, aus unserem starken Kollektiv keinen hervorheben. Das wird dann allen nicht gerecht. Jedenfalls hatten beide Teams ihre Chancen. Inklusive des Pokalspiels stand jetzt zum vierten Mal hintereinander die Null. Das spricht für unsere Ordnung und Disziplin.

An Lukas Knoblauch kommen wir natürlich nicht vorbei. An wem vorbei müssen Sie in der nächsten Pokalrunde?

Am Sieger des Spiels Dorstfelder SC gegen SF Nette. Wir nehmen den Wettbewerb ernst, um diese Gegner nach dem Topteam VfL Hörde nicht zu unterschätzen.

Mit dieser Strategie fahren Sie offenbar auch in der Liga gut. Was spielt da noch in die Erfolgsserie mit rein?

Wir sind tatsächlich in der Lage, auf unsere Gegner mit unserem homogenen Kader zu reagieren. Und wir sind sogar schon den Schritt weiter, dass wir größtenteils nur noch auf uns blicken.

War denn bislang alles deutlich?

Nein, da waren zum Teil knappe Siege bei. Gegen den unbequemen VfR Kirchlinde hätten wir aber umgekehrt auch nicht unsere einzige Niederlage kassieren müssen. Letztendlich ziehen wir aber gerade aus den Zu-Null-Spielen den positiven Schluss, dass wir knappe Führungen relativ sicher über die Zeit bringen.

Was macht das Spiel Ihrer Mannschaft während dieser Saison noch aus?

Wir verteidigen gut, laufen unsere Gegner effektiv an und haben auch vorne starke Spieler. Da haben wir für vier Positionen acht Leute. Dieser ausgeglichene Kader macht uns flexibel. Dazu kommt, dass die Jungs sich schon lange kennen und selbst nach Corona die Abläufe schnell wieder verinnerlicht haben. Unser Spieler fühlen sich wohl und haben Lust, in dieser Konstellation auf einer tollen Anlage Erfolg zu haben.

Sie selbst sind ja auch ein Kind der Eintracht. Fühlen Sie sich in einem so großen Verein, der immer wieder seinen breitensportlichen Ansatz, betont, als geliebter Sohn oder doch eher als Stiefkind?

Wir fühlen uns anerkannt. Das zeigt sich daran, dass wir in Ruhe arbeiten dürfen, der Verein uns mit gutem Personal und auch Materialien unterstützt. Ich hatte tatsächlich bislang noch nie so gute Klamotten von einem Klub wie hier. Wir arbeiten eng mit unserer zweiten Mannschaft zusammen. Und wenn wir dann noch eine externe Verstärkung benötigen, holen wir diese dann punktuell. Das passt aber so zum Denken in unserem Kader.

Heißt, nicht nur Sie sehen schick aus, sondern auch alles andere richtig gut?

Ja! Unser sportlicher Weg ist noch nicht am Ende. Wir haben unser System verinnerlicht, können schnell reagieren. Aber wir wissen um die Konkurrenz in der Liga. Der VfB Westhofen hat ganz andere Möglichkeiten als wir. TuS Rahm und VfL Hörde sehe ich sehr stark. Kirchlinde hat uns ja gezeigt, dass nicht nur wir mannschaftlich geschlossen sind. Sie haben aber auch starke Leute. Mit Amar Anne habe ich ja mal in Hombruch zusammengespielt.

Jetzt steht der SuS Oespel-Kley in Ihrem Kalender. Fragen wir doch wieder: Was geht da ab?

Um ehrlich zu sein, kann ich die Frage nur so beantworten, dass wir wirklich auf uns achten sollten. Ich hatte noch überhaupt keine Berührungspunkte mit Oespel. Aber so einfach machen wir es uns dann auch nicht. Dennis Empting, unser Trainer, kennt diesen Gegner bestens und wird denn Jungs dann schon sagen, auf was sie neben auf unsere Stärken doch achten sollten.

Nach dem Ausflug in die Schülersprache greifen wir noch einmal in die Mottenkiste des Sportjournalismus: Wo geht die Reise hin?

Dann antworte ich auch traditionell: Wir denken von Spiel zu Spiel! Wenn wir dann aufsteigen könnten, wehren wir uns bestimmt nicht. Aber das ist nun wirklich kein Muss.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle