Fußball-Bezirksliga

Fußballer verliert Bewusstsein: Warum haben Sie trotzdem weitergespielt, Ibrahim Berro?

Ibrahim Berro hat am Sonntagnachmittag in der Schlussphase seines Meisterschaftsspiels das Bewusstsein verloren. Die letzten Minuten kickte Berro dann aber wieder mit. Warum hat er das gemacht?

Es waren keine ansehnlichen Bilder, die sich den Zuschauern in der Schlussphase der Fußball-Bezirksliga-Partie zwischen der SG Massen und dem TuS Hannibal boten. Nach einem Zweikampf bei einem Eckball knallte Hannibals Kapitän mit dem Rücken gegen den Pfosten und von dort aus mit dem Kopf auf den Boden. Er verlor das Bewusstsein, musste betreut werden. Kurz danach war er wieder wach und kickte dann sogar noch weiter – aber warum?

Hamsa Berro ist Trainer beim TuS Hannibal und zeitgleich Bruder von Ibrahim Berro. Der Coach verriet unserer Redaktion schon am Sonntagabend, dass er seinem Bruder nicht empfohlen hatte, wieder zurück ins Spiel zu kommen. Ibrahim Berro sprühte allerdings – trotz seines Zusammenbruchs – nur so vor Ehrgeiz, wollte die Partie gegen Massen nicht verlieren. Am Ende gab es ein 3:3-Remis.

Aber warum wollte Berro unbedingt wieder spielen? Hatte er keine Sorgen um seine Gesundheit? Der 28-jährige Kapitän des TuS schildert auf Anfrage die Szene so: „Wir hatten in der 89. Spielminute einen Eckball. Ich bin dann am langen Pfosten zum Kopfball hochgestiegen, dann ging alles ganz schnell. Ich bin mit dem Oberkörper vor den Pfosten geknallt und dann mit dem Kopf auf den Baden. Danach wusste ich nicht mehr, was passiert ist, war auch kurz weg auf dem Boden. Mir haben dann ganz viele Leute geholfen“, so Berro.

Als er wieder zu sich kam, richtete er sich auf, checkte kurz sein Wohlbefinden und wollte dann weiterspielen. „Ich habe auf die Zähne gebissen und bin dann noch einmal aufs Spielfeld gegangen. Ich wollte nicht, dass wir verlieren. Ich habe zwar an meine Gesundheit gedacht, aber auch an die Mannschaft und wollte sie dann nicht im Stich lassen“, so Berro weiter.

Am Montagnachmittag, einen Tag später, hat Berro noch leichte Kopfschmerzen. Ansonsten gehe es ihm gut. Er habe sich einen Tag frei genommen und entspannte Stunden verbracht. „Es haben sich viele Mannschaftskollegen, Freunde und meine Familie gemeldet und sich bei mir erkundigt“, sagt der 28-Jährige, der bislang noch nicht zu einem Arzt gegangen sei. „Ich möchte erstmal noch abwarten, ob ich noch Probleme bekomme oder mir schwindelig wird. Gerade ist alles okay“, sagt Berro abschließend.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer

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