War früher auch für die Reserve von Fortuna Düsseldorf aktiv: Mahmoud Najdi. © imago sportfotodienst
Fußball

Hannibal-Spieler trifft sieben Mal in drei Spielen – „Der ist einfach überqualifiziert“

Sieben Tore in drei Spielen. Das kommt im Dortmunder Amateur-Fußball auch nicht allzu häufig vor. Dabei war der „Zehner“ des TuS Hannibal früher auch als Verteidiger unterwegs.

So richtig viele Spieler mit einem Wikipedia-Eintrag gibt‘s nicht im Dortmunder Amateur-Fußball, geschweige denn von jemandem, der in der Bezirksliga kickt. Einer von den wenigen mit einem Wiki-Eintrag spielt beim TuS Hannibal, ist ursprünglich Verteidiger, trifft aber zuletzt wie am Fließband. Viermal beim 8:0 gegen den ETuS/DJK Schwerte, in den drei bisherigen Saisonspielen schon sieben Mal. Hannibals Trainer Hamsa Berro findet eine ganz einfache Erklärung dafür: „Er ist überqualifiziert und als linker Verteidiger wäre sein Potenzial verschenkt.“

Es geht um Mahmoud Najdi, 32 Jahre alt, seit 2017 für den TuS Hannibal aktiv und in der Glanzzeit in der 3. Liga für den Wuppertaler SV am Ball. Irgendwie klar, dass Najdi in der zweiten Hälfte seiner Laufbahn gerne noch etwas höherklassig spielen würde. „Der Aufstieg in die Landesliga ist für den Verein und für mich ein großes Ziel. Da muss jetzt langsam mal was kommen“, sagt Najdi.

Eigentlich kann der in Witten geborene alles spielen, Hauptsache links. „Den klassischen linken Verteidiger gibt es ja so nicht in den höheren Ligen. Ich bin ein Allrounder, beim VfL Bochum habe ich viel als „Achter“ gespielt, jetzt beim TuS Hannibal als „Zehner“ hinter der Spitze. Warum er in der Bezirksliga so erfolgreich ist, das umschreibt sein Trainer Hamsa Berro so: „Er holt sich den Ball, verteilt ihn dann auf die Außen. Und die Flanke von Außen verwertet er, macht das Ding rein. Najdi sorgt für die Vorlage und trifft auch noch selbst.“

Das sieht natürlich einfach aus als es ist für den Mann, der über die Stationen VfL Bochum, MSV Duisburg, Wuppertaler SV, Schwarz-Weiß Essen (mit 14 Treffern erfolgreichster Torschütze in der Saison 2012/13) und TV Jahn Hiesfeld im Sommer 2016 zum TuS Bövinghausen kam. Damals noch mittelmäßiger A-Kreisligist. Nur zwölf Monate später wechselte er zum TuS Hannibal, der schon damals in der Bezirksliga 8 spielte. „Natürlich sieht das manchmal einfach aus“, so Najdi, „aber durch meine Erfahrung und meine Technik denke ich immer ein, zwei Schritte voraus. Da kommen die 18- oder 19-jährigen Spieler oft einen Schritt zu spät.“

Er sei mit seinen 32 Jahren schließlich auch nicht mehr der Jüngste, so der Linksfuß. Dafür aber sicherlich einer mit der größten Fitness. „Ich kann mich nicht erinnern, dass Mahmoud mal ein Training versäumt hat. Er ist top-fit. Er weiß, dass Talent allein nicht reicht“, schwärmt Hannibal Coach Hamsa Berro über die Arbeitsauffassung seines Goalgetters. Für den ehemaligen Drittliga-Spieler Mahmoud Najdi eine absolute Selbstverständlichkeit. „Ich kenne das von meiner Zeit in der Jugend des VfL Bochum, dort habe ich diese Einstellung gelernt“, so Najdi: „Ich will grundsätzlich kein Training verpassen oder gehe am Samstag vor einem Spiel auf eine Feier. Das empfinde ich als unfair gegenüber meinen Mitspielern und dem Trainer. Außerdem will ich als zweiter Kapitän ein Vorbild sein.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl