Türkspors Vorsitzender Dr. Akin Kara spricht über den Tyrala-Abschied. © TSD
Fußball

Jetzt spricht Türkspors Präsident Dr. Akin Kara über den Tyrala-Abgang zu Bövinghausen

Seit Mittwochabend steht fest, dass Sebastian Tyrala nicht mehr Trainer von Türkspor Dortmund ist. Ihn zieht es zum Westfalenligisten TuS Bövinghausen. Jetzt spricht der Türkspor-Präsident.

Freitagabend trainiert Sebastian Tyrala zum ersten Mal sein neues Team, bereitet es auf die Partie am Sonntag bei RW Deuten vor. Hier feiert er seine Premiere als Trainer des Fußball-Westfalenligisten TuS Bövinghausen. Am vergangenen Sonntag hatte er noch als Coach von Türkspor Dortmund seine Mannschaft zum verdienten 3:0-Erfolg im Topspiel gegen die Spielvereinigung Horsthausen geführt.

Eigentlich sollte er am Freitagabend Türkspor gegen SuS Kaiserau coachen. Das Türkspor-Team hatte sich ganz deutlich dagegen ausgesprochen und Tyrala klar gemacht, dass es eine weitere Zusammenarbeit mit ihm nicht wünsche. Vor dem Gespräch hatten die Ruhr Nachrichten exklusiv darüber berichtet, dass Tyrala sich nach dem Freitagspiel dem TuS Bövinghausen anschließen werde.

Dr. Akin Kara ist enttäuscht

Tyrala hatte Mittwochmittag Türkspors Präsident Dr. Akin Kara darüber informiert, dass er wechseln werde. Der hatte Tyrala darum gebeten, bis Freitag noch zu bleiben. Tyrala stimmte zu. Die Mannschaft wollte das letztlich nicht. „Es stimmt, dass er noch bis Freitag bleiben sollte. Auch wenn er uns jetzt verlässt, halte ich Sebastian für einen korrekten Mann, der auch am Freitag noch einmal das Team gut eingestellt hätte. Ich kann die Mannschaft aber auch verstehen“, sagt Dr. Akin Kara.

Der Vorsitzende des Landesliga-Zweiten ist natürlich enttäuscht von der Entwicklung. Für ihn kam Tyralas Schritt völlig unerwartet. Kara bestätigt, dass es zwischen beiden Parteien keine vertragliche Bindung gab. „Deshalb ist rechtlich alles korrekt abgelaufen. Sebastian darf mitten in der Saison wechseln“, sagt Kara.

TSD-Trainer Sebastian Tyrala hat derzeit eine Menge Personalprobleme. © Patrick Schröer © Patrick Schröer

Tyrala habe ihm gesagt, dass er aus sportlichen Gründen wechseln wolle. „Er will höher trainieren und hat jetzt die Chance, schon in der kommenden Saison in der Oberliga zu arbeiten. Und er ist ein guter Trainer, das hat er ei uns bewiesen“, so Kara. Dass Tyrala unglücklich bei seinem Klub gewesen sei, habe er so nicht wahrgenommen. Kara habe Mittwoch auch von Dritten gehört, dass Tyrala unzufrieden gewesen sein soll, der habe ihm das aber nicht als Grund für seinen Abgang gesagt.

„Wenn man ein Team mit nur Alphatieren habt, muss ein Trainer auch mal mit schwierigen Situationen umgehen können. Für mich gab es keine Gründe, den Klub aus Unzufriedenheit zu verlassen“, sagt Kara. Er zeigt sich nach dem überraschenden Abgang auch selbstkritisch. „Ich muss mich hinterfragen, warum ich nicht die Rahmenbedingungen geschaffen habe, um Sebastian halten zu können. Darüber muss ich mir Gedanken machen und mich da auch gegenüber meinen Spielern, Vorstandskollegen und Fans rechtfertigen.“

Es wird keine dreckige Wäsche gewaschen

Es ist in den Gesprächen mit Tyrala und Kara deutlich herauszuhören, dass beide Seiten keine dreckige Wäsche wachen wollen. Nur in einem Punkt widerspricht Kara Tyrala. Der Ex-Trainer hatte erklärt, dass es die Absprache gebe, dass er keine Spieler von Türkspor zu Bövinghausen lotsen solle. „Ich kann aber nicht für Ajan Dzaferoski sprechen“, hatte Tyrala angefügt. Dzaferoski ist Vorsitzender des TuS Bövinghausen.

„Die Absprache von Mittwochabend war ganz klar, dass Sebastian es verhindert, dass ihn dieser Saison noch ein Spieler von Türkspor zu Bövinghausen wechselt. Und darauf verlasse ich mich auch“, sagt Kara.

Doch wer steht jetzt am Freitagabend im Auswärtsspiel beim SuS Kaiserau überhaupt an der an der Linie und coacht Türkspor. „Wir haben erstmal eine Interimslösung gefunden“, so Kara. Die sieht so aus, dass der Kapitän Ömer Akman zusammen mit dem Torwarttrainer Mehmet Akcay und dem Co-Trainer Marcel Reichwein die Verantwortung übernehmen und für die Taktik und Aufstellung zuständig sind.

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T. Schulzke