Kevin Großkreutz ist im Dortmunder Amateurfußball richtig angekommen. Er ist zum Spieler des vierten Spieltags gewählt worden und hat obendrein auch noch sein erstes Tor für den TuS erzielt. © Stephan Schütze
Fußball-Westfalenliga

Kevin Großkreutz feiert drei Premieren in einer Woche und überrascht mit einer Aussage

Unsere Leserinnen und Leser haben entschieden: Kevin Großkreutz ist zum Spieler des vierten Spieltags gewählt geworden. Der Ex-Profi freut sich über die Auszeichnung und überrascht mit einer Aussage.

Das Ergebnis war deutlich. 909 Stimmen haben unsere Leserinnen und Leser für die Wahl zum Spieler des 4. Spieltags abgegeben – und 62 Prozent derer entschieden sich für Kevin Großkreutz. Das sind 564 Stimmen. Großkreutz selbst war daran nicht ganz unschuldig. Das gab er im Gespräch mit der Redaktion auch offen zu.

Für seine gute Leistung im Derby beim SV Wacker Obercastrop hat unsere Redaktion Kevin Großkreutz am vergangenen Spieltag zum ersten Mal überhaupt in die Elf des Tages gestellt – neben zehn weiteren Spielern aus dem Dortmunder Amateurfußball. Die Leserinnen und Leser hatten von Montag bis Donnerstagnacht Zeit, für ihren Favoriten abzustimmen. Am Ende wurde es Großkreutz.

„Ich habe gesehen, dass ich in der Elf des Tages bin. Deswegen habe ich die Abstimmung auf Instagram gepostet. Einmal wollte ich diese Auszeichnung gewinnen. Wer weiß, ob das nochmal vorkommt. Das ist mal was Schönes“, sagt Großkreutz, gibt aber auch direkt zu, dass seine „Werbung“ für die anderen Nominierten „etwas unfair“ gewesen sei. Kein Wunder: Großkreutz folgen bei Instagram fast 400.000 Menschen. Das ist eine enorme Reichweite, die der Ex-Profi aufgebaut hat.

Daher verspricht Großkreutz: „Wenn ich nochmal nominiert werde, werde ich keine Werbung mehr machen. Ich hoffe, dass die anderen, die dabei waren, mir das einmal verzeihen“, sagt der Weltmeister von 2014.

Großkreutz erlebt derzeit eine Phase der Premieren – trotz seiner so langen Profikarriere. Erst das erste Derby im Bövinghausen-Dress gegen Wacker, dann die Nominierung für die RN-Elf des Spieltags mit anschließendem Sieg und unter der Woche – im Pokalspiel bei der Spielvereinigung Beckum – das erste Pflichtspieltor für Großkreutz aus dem Spiel heraus.

Beim 4:2-Erfolg des TuS im Westfalenpokal am Donnerstagabend traf er zum zwischenzeitlichen 2:2 für die Bövinghauser. Marko Onucka hatte ihn bedient. Es war Großkreutz´ erster Tor im TuS-Trikot aus dem Spiel heraus. Zuvor hatte er im Westfalenpokal gegen Mengede im Elfmeterschießen getroffen. „Es war ein wichtiges Tor vor der Halbzeit. Natürlich freue ich mich. Jetzt wäre es schön, wenn wir einen Regionalligisten zugelost bekommen. Das wäre ein Highlight“, sagt Großkreutz, der im Amateurfußball richtig angekommen ist.

Mit einer Aussage überrascht Großkreutz dann aber. Für ihn persönlich gebe es nämlich keine wirkliche Rivalität im Dortmunder Amateurfußball. „Für mich gibt es kein Dortmunder Derby. Ich bin Dortmunder, wir stehen immer alle zusammen auf der Tribüne. Dortmund gehört zusammen. Ich werde niemals gegen einen Dortmunder Verein ‚Derbysieger‘ singen. Häufig kenne ich dich Hälfte der Mannschaft persönlich gut. Ein Derby ist für mich so etwas wie BVB gegen Schalker oder Bövinghausen gegen Obercastrop. Ansonsten gönne ich allen Dortmunder Vereinen etwas“, so Großkreutz.

Die Frage ist dann aber: Wie geht Großkreutz künftig in die Duelle wie beispielsweise gegen den FC Brünninghausen oder gegen Westfalia Wickede? Da Bövinghausen aufsteigen möchte, geht es um jeden Punkt. Wie hält Großkreutz trotz seiner Sympathien zu den Dortmunder Klubs die Spannung hoch? „Die Ernsthaftigkeit kriege ich schon rein. Ich gebe in den 90 Minuten auf dem Platz alles für mein Team und werfe mich in die Zweikämpfe. Nach dem Spiel ist das dann vergessen und man gibt sich die Hand“, sagt der Ex-Borusse.

Im Idealfall möchten Großkreutz und seine Bövinghauser am Sonntag mit einem Sieg gegen den SV Hohenlimburg den Gegenspielern nach dem Spiel die Hand schütteln. An der Provinzialstraße kommt es um 15.15 Uhr zum Topspiel der Westfalenliga 2. Wir streamen die Partie auf rn.de/dosport auch live. Großkreutz: „Hohenlimburg ist sehr aggressiv gegen den Ball. Wir sind gewarnt und wollen dagegenhalten. Wir freuen uns auf das Spiel“, sagt er.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer