Pasta und Gemüse stehen bei einem Dortmunder Fußballer mittlerweile regelmäßig auf dem Tisch. © picture alliance/dpa/hauptstadtkueche.blogspot.com
Amateurfußball

Kochen, Darts und ein Ganzkörper-Athlet: Was machen Dortmunds Fußballer während Corona?

Die fußballfreie Zeit zieht sich nun schon immer länger hin: Doch was machen Dortmunds Fußballer während der Corona-Zeit? Wir haben uns bei einigen umgehört.

Kein Fußball mehr. Kein Training, keine Spiele, kein Zusammenkommen der Mannschaften durch die Coronavirus-Pandemie.

Was machen Dortmunds Fußballer jetzt in der fußballfreien Zeit? Wir haben bei einigen nachgefragt.

Muhammed Acil (Torhüter, Türkspor Dortmund): „Ich habe jetzt mal wieder die Zeit, etwas mehr zu kochen. Zurzeit bevorzuge ich italienisches Essen. Frisches Gemüse und Pasta. Zum einen mag ich die italienische Küche sehr, zum anderen ist es gesund und ich muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mal nicht joggen gehe. Denn auch ich habe die allgemeine Torwart-Krankheit: Lehne ich mich mal etwas länger zurück, merke ich das sofort.“

Muhammed Acil war in der dritten Folge von „Nur einer darf mit“ zu Gast. © Screenshot: Kisker © Screenshot: Kisker

Dominik Deppe (Außenverteidiger, FC Brünninghausen): „Ich habe in dem Jahr das Laufen für mich entdeckt. Ich habe da einen Gefallen dran gefunden. Vorher ging laufen bei mir gar nicht, aber jetzt gehe ich gerne auch mal freiwillig laufen. Am Anfang war ich auch oft spazieren, aber mittlerweile weiß ich genau, in welcher Straße wann welches Auto losfährt.

Außerdem ernähre ich mich seit dem zweiten Lockdown bewusster. Ich habe nun viel Zeit zu kochen und probiere da auch mal die eine oder andere Sache aus. Ich habe meine Ernährung aufgelistet und Kalorien gezählt. Bislang hatte ich mich damit nicht befasst. Mittlerweile mag ich es gerne, Lachs zu essen. Der hat auch mega viele Proteine. Durch die neue Ernährung habe ich seit dem zweiten Lockdown vier Kilo abgenommen.“

Der FC Brünninghausen, hier mit Dominik Deppe, feiert einen klaren Erfolg gegen den Kirchhörder SC. © FC Brünninghausen © FC Brünninghausen

Anil Konya (Innenverteidiger, Westfalia Wickede): „Ich verbringe mittlerweile sehr viel Zeit mit meiner Familie. Ich besuche häufiger meine Neffen und meine Nichte. In der Fußballzeit habe ich die alle weniger gesehen. Mit den Jungs gehe ich dann gerne mal zum Spielplatz am Phoenixsee oder in den Wald, um Hölzer zu suchen und Brücken zu bauen. Ansonsten schwinge ich mich häufiger als früher aufs Fahrrad, habe verschiedene Routen ausprobiert, vom Phoenixsee über die Bittermark bis zum Ems-Kanal. Der Fußball fehlt mir definitiv, aber nach einem Jahr Corona hat das Verlangen zu kicken schon etwas nachgelassen. Man hat sich mit Alternativen beschäftigt und hat ein breiteres Blickfeld für andere Möglichkeiten.“

Anil Konya © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Dino Dzaferoski (Zentrales Mittelfeld, TuS Bövinghausen): „Seitdem kein Fußball mehr ist, habe ich das Training intensiviert, mache einen Mix aus Calisthenics, Yoga und Boxen. Das sind Ganzkörper-Movements. Die Trainingseinheiten gehen so eine Stunde, ich mache das sechs Mal die Woche. Für mich kommt es nicht in Frage, dass ich gar nichts mehr tue. Durch die Langeweile oder dadurch, dass ich nicht auf den Platz komme, bin ich jetzt dran hängen geblieben.

Wir haben ja keinen Wettbewerb mehr am Sonntag, wo du hintrainierst. Deshalb haben wir uns das zum Wettbewerb gemacht, das ist auch psychisch wichtig. Die Mannschaft fehlt, die Sachen in der Kabine. Das ist das schwierige. Definitiv kannst du den Fußball nicht ersetzen. Sonntags zum Spiel zu fahren, das Spiel zu bestreiten. Das ist das, wofür man lebt. Das ist ein kleiner Ausgleich, den wir haben.“

Dino Dzaferoski spielte zwei Jahre für den ASC 09 Dortmund. © Stephan Schuetze © Stephan Schuetze

Mustafa Yüksel (Außenverteidiger, Kirchhörder SC): „Mittlerweile jogge ich ganz gerne, was eigentlich nie so mein Fall war. Ich hasse es immer noch, ich brauche aber irgendwas zum Ausgleich, damit ich wenigstens etwas ausgepowert bin. Ich bilde mich weiter, was meinen Beruf ausgeht, mache mein duales BWL-Studium. Sonst habe ich keinen Ausgleich, nur joggen. Der Fußball fehlt mir schon. Man ist irgendwie nicht ausgepowert abends, da ist man irgendwann schlapp im Kopf. Ich würde mich freuen, wieder auf dem Platz zu stehen.“

Viel am joggen, ansonsten bildet sich Mustafa Yüksel vor allem beruflich weiter. © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Maximilian Podehl (Stürmer, Aplerbecker SC 09): „Irgendwas muss ich ja machen, weil so rumsitzen ist immer schwierig bei mir. Ich bin am Darten und jeden Sonntag am Mountainbiken. 30 bis 40 Kilometer, so drei, vier Stunden. Sonst nervt es einfach nur noch. Ich war ein, zwei Mal auf den Platz bei uns vor kurzem, aber nur alleine. Es ist schon schwer sonst ohne Fußball. Denn da kommt nichts heran. Die Hobbys wie Darten oder Mountainbike mache ich auch in der normalen Zeit, wenn ich vier bis fünf Mal die Woche Fußball-Training habe.

Wenn man manchmal unterwegs ist und Zehner-Gruppen sieht, kriegt man die Krise und denkt sich: Wegen euch kann ich keinen Fußball spielen.“

Maximilian Podehl © Ludewig © Ludewig
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T. Schulzke
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Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer