In der Kreisliga A gab es einen späten Sieg. © Timo Janisch
Fußball-Kreisliga

Kreisliga-Trainer wechselt sich selber ein und erzielt in der 98. Minute den 4:3-Siegtreffer

Der Fußball schreibt seine verrücktesten Geschichten. Eine davon hat sich am Wochenende auf einem Platz in Dortmund zugetragen. Der Trainer musste sich selbst einwechseln und traf zum Sieg in letzter Minute.

Es gibt diese Fußballspiele, da wünscht man sich selbst dabei gewesen zu sein. Sei es in der Champions League oder in der Kreisliga. An Emotionen nicht zu überbieten, an Dramatik nicht zu toppen.

So lässt sich zumindest das Spektakel in etwa beschreiben, welches sich am Sonntag im Dortmunder Westen zugetragen hatte. Die Sportfreunde Sölderholz gastierten bei Osmanlispor Dortmund. Mit dem besseren Ende aus Sölderholzer Sicht. Insbesondere für Maik Kortzak, dem Trainer des Teams.

Dieser gibt sich aber demütig: „Wir waren wirklich schlechter an diesem Tag als Osmanlispor. Die haben eine wirklich gute Mannschaft.“

Maik Kortzak hat am Sonntag ein Tor erzielt. © Timo Janisch © Timo Janisch

Geplagt von Verletzungsproblemen und einem dürftigen Saisonstart, hatte Sölderholz Glück, dass es zur Halbzeit 1:1 remis stand. Osmanlispor war überlegen, nutzte die Chancen nur nicht. „Das war ein guter Gegner, das muss man so sagen. Das 1:1 zur Halbzeit war für uns glücklich. Unser Torwart Dustin Kossmann hat uns da echt im Spiel gehalten“, gestand Kortzak.

Als Osmanlispor im zweiten Abschnitt zur Führung traf, reagierte der Coach mit einer Systemumstellung und brachte zwei neue Spieler, ehe es die Hiobsbotschaft gab: Marvin König verletzte sich nach einem Foulspiel schwerwiegender und musste ausgewechselt werden.

Kortzak hatte zwei Optionen: Das System erneut umstellen oder sich selber als 1:1-Ersatz für König einzuwechseln. „Wir hatten zwar noch einen auf der Bank, das hätte aber positionstechnisch nicht gepasst“, erklärt Kortzak, weshalb er sich selbst das Trikot überzog.

Sölderholz glich per Freistoßtor zum 2:2 aus, Osmanlispor ging erneut in Führung (3:2/76.), die Sölderholz spät egalisierte (86.). Durch die lange Verletzungsunterbrechung von König gab der Schiedsrichter rund zehn Minuten Nachspielzeit, die Kortzak zum Helden machte.

Kortzak trifft sehr spät

98. Minute: Flanke von der rechten Seite, Jeremy Geisen köpft an die Latte und aus fünf Metern steht Kortzak da, wo ein Stürmer in dem Fall zu stehen hat und köpft den Ball ins Tor. 4:3-Erfolg für Sölderholz. „Das ist schon eine andere Freude, wenn man das Tor selber schießt und es nicht von der Seitenlinie miterlebt“, sagt Kortzak.

Darauf kann er aber auch demnächst verzichten („Zwingend muss ich nicht mehr spielen“), wenn einige Spieler ihre Verletzungen auskuriert haben.

„Ich glaube schon, das so ein unverdienter Sieg zusammenschweißen kann. Auch mit den ganzen Verletzungen, die wir hatten“, zog Kortzak ein optimistisches Fazit nach einem turbulentem Sieg.

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Seit 2017 im Einsatz für Lensing Media. Immer auf der Suche nach Hintergründen, spannenden Themen und Geschichten von Menschen.
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David Nicolas Döring