Jeffrey Malcherek war bis Mitte 2019 beim Lüner SV aktiv und hat sich unlängst eine schwere Verletzung zugezogen. © Günther Goldstein
Fußball-Oberliga

Nach 827 Tagen feiert ein Oberligist wieder mal einen Liga-Sieg – „Wir bleiben demütig“

Die Freude bei einem Klub war groß am Wochenende. Ein westfälischer Fußball-Oberligist gewann nämlich zum Auftakt der neuen Spielzeit. Es war der erste Meisterschaftserfolg nach 827 Tagen.

Eine unglaubliche Negativserie ist am vergangenen Sonntag gerissen. Nach 827 sieglosen Tagen ist mal wieder ein Dreier in einem Meisterschaftsspiel gelungen. Bis zum vergangenen Sonntag datierte der letzte Sieg vom 25. Mai 2019!

Damals hatte die Spielvereinigung Hamm am letzten Spieltag der Saison 2018/19 mit 3:0 gegen den FC Gütersloh gewonnen. Der nächste Sieg in der Oberliga folgte am 29. August 2021. Das 4:0 gegen Erndtebrück. Wie das möglich ist? Hamm hatte doch werde in der Saison 2019/20 noch in der Spielzeit 2020/21 nur einmal gewonnen. Die beiden vergangenen Spielzeiten wurden aber annulliert. Und weil es deshalb keine Absteiger gab, hielt der Traditionsklub zweimal ohne Sieg die Klasse.

„Uns als Verein ist am Sonntag ein riesen Stein vom Herzen gefallen. Wir bleiben aber demütig. Wir wissen, wie viel Glück wir in den vergangenen Jahren hatten. Das haben wir nicht vergessen“, sagt der Sportliche Leiter Holger Wortmann. Der 4:0-Sieg gegen Erndtebrück sei aber nur eine „wunderschöne Momentaufnahme“ gewesen.

Aber eine immens wichtige, betont Wortmann. „Der Verein hat in den vergangenen Jahren hart gearbeitet und alles dafür getan, um eine gute Außendarstellung zu erfahren. Aber wenn du nur verlierst, kannst du machen was du willst, dann schwindet automatisch das Interesse“, sagt Wortmann.

Am Sonntag waren 303 Zuschauer zum Saisonstart im Stadion. Für Wortmann keine schlechte Zahl. „Wenn wir aber noch ein paar Mal mehr gewinnen, bin ich mir sicher, dass auch wieder 500 oder 600 Zuschauer kommen. Wir müssen mit unseren Leistung das Interesse der Leute in der Stadt wecken.“

Die Zielsetzung des Klubs ist es, in der nächsten Spielzeit wieder in der Oberliga zu spielen. Die Klasse sportlich zu halten. Das ist in dieser Spielzeit schon nach der Hinrunde möglich, denn dann teilt sich die Liga in eine Meister- und eine Abstiegsrunde. Zieht Hamm in die Meisterrunde ein, ist die Klasse gesichert. So weit blickt Wortmann aber nicht nach vorne. Wortmann sei es aber egal, wie am Ende die Klasse gehalten wird.

Der Klub hat vor dieser Spielzeit den nächsten Umbruch eingeleitet. Auch, weil der Hauptsponsor sein Engagement eingefroren hat. Der Etat sei geringer, als noch in den Vorjahren. Trotzdem gelang am Sonntag der erste Sieg nach 827 Tagen. Wortmann ist überzeugt von seinem neuen Team. „Wir haben zwölf neue Jungs geholt, mit denen wir uns lange beschäftigt und mit denen wir uns häufiger getroffen haben. Wir haben extrem auf den Charakter der Spieler geachtet. Während des Lockdowns hatten wir ja keine Möglichkeit, sie auf dem Platz zu beobachten.“

Die Verantwortlichen scheinen die richtigen Spieler verpflichtet zu haben. Sie haben zumindest dafür gesorgt, das die lange Negativserie gerissen ist.

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T. Schulzke

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