Fußball

Nach Gewalttat gegen Schiedsrichter: Verein zieht drastische Konsequenzen

Der Tritt in den Bauch eines Schiedsrichters sorgte am Wochenende für Schlagzeilen. Nun hat der Verein, dem der Täter angehört, mit einer drastischen Maßnahme auf die Gewalttat reagiert.
Ein Angriff auf einen Schiedsrichter sorgte am Sonntag für Aufsehen. © Timo Janisch

Ein Gewaltausbruch hatte in Essen am Sonntag und in den darauffolgenden Tagen für Aufsehen gesorgt. Ein Fußballer von AL-ARZ Libanon Essen II hatte im Spiel gegen den FC Karnap den Schiedsrichter der Begegnung angegriffen.

Der Täter trat dem Unparteiischen in den Bauch, der ging daraufhin zu Boden. Zuvor hatten mehrere AL-ARZ-Akteure den Schiedsrichter immer aggressiver bedrängt. Ein Video des Fußball-Streamingdienstes Soccerwatch zeigt, wie ein Teamkollege das Gewalttäters diesen aus dem Verkehr zog.

Nachdem der Unparteiische kurz behandelt wurde, entschied er sich nach einer Entschuldigung durch AL-ARZ dazu, die Partie der Kreisliga B2 Essen fortzusetzen. Karnap gewann – nach dem Tritt in Überzahl – mit 5:3.

AL-ARZ Libanon Essen zieht zweite Mannschaft zurück

Keine Fortsetzung erlebt dagegen die zweite Mannschaft von AL-ARZ. Der Verein verkündete am Dienstag via Stellungnahme auf Facebook, dass er die Reserve aus dem Spielbetrieb zurückziehen werde.

Die Stellungnahme von AL-ARZ Libanon Essen im Wortlaut:

Der Klub betonte, dass das Trainerteam und die übrigen Spieler des Essener Klubs den Unparteiischen nach dem Tritt direkt beschützt und den Täter der Anlage verwiesen hätten. „Dies haben uns die Verantwortlichen vom FC Karnap bestätigt“, so AL-ARZ.

AL-ARZ Libanon Essen gibt Stellungnahme ab

Der Klub will den Fußballkreis dabei unterstützen, den Spieler vom Spielbetrieb auszuschließen. „AL-ARZ Essen distanziert sich seit vielen Jahren entschieden von Gewalt auf den Fußballplätzen. Gewalt hat auf und neben den Fußballplätzen nichts zu suchen“, schreibt der Verein in seiner Stellungnahme.

In einer Sitzung am Montag habe man entschieden, die zweite Mannschaft vom Spielbetrieb abzumelden. „Allerdings gehen die Anfeindungen hier unter die Gürtellinie. Es wird der gesamte Verein, die Herkunft und die Religion beschimpft“, bat der Verein um Nachsicht.