Türkspor Dortmund kann sich auf eine weitere Alternative freuen. © Laryea
Fußball

Nach Hammer-Sperre: Türkspor kann seinen Goalgetter wieder einsetzen – aber darf der auch?

So lange sei er noch nie ausgefallen. Acht Spiele durfte er nur zuschauen. Doch jetzt ist die Sperre abgesessen. Die einzige Frage lautet: Setzt sein Trainer Sebastian Tyrala ihn überhaupt ein?

Wer diesen torgefährlichen Stürmer auch nur ein bisschen kennt, der weiß, wie sehr er gelitten hat in den vergangenen Wochen. Während sein Klub, der Fußball-Landesligist Türkspor Dortmund, souverän die Tabellenführung in der Landesliga erobert hat, muss der Goalgetter eine Sperre absitzen, die es in sich hat.

Acht Spiele durfte er nur zuschauen. „Das war bitter, hat echt wehgetan, so lange war ich noch nie gesperrt. Aber jetzt will ich wieder auf den Platz, ich habe etwas gutzumachen“, sagte Kimaz Hamza. Am Sonntag beim Gastspiel in Welper könnte Hamza wieder auflaufen.

Türkspor-Trainer Sebastian Tyrala gibt sich – noch – zurückhaltend: „Ich bin froh, dass ich jetzt ein Luxusproblem habe. Natürlich ist Kimaz top vorbereitet, aber wir haben drei Siege eingefahren. Da tue ich mich natürlich schwer, die erfolgreiche Mannschaft zu ändern.“

Kimaz Hamza von Türkspor Dortmund ist Spieler des Spieltags. © Nils Foltynowicz © Nils Foltynowicz

Irgendwie kam offensichtlich alles zusammen. Kimaz Hamza hatte im Testspiel gegen Soest eine Rote Karte gesehen. Er bekam eine Zwei-Wochen-Sperre aufgebrummt. Der Klub setzte ihn in den ersten beiden Turnierspielen beim Hecker-Cup nicht ein und sah sich so im Reinen.

Doch nach dem Testspiel gegen Westfalia Wickede (3:4) bekam Türkspor den Tipp, dass Kimaz Hamza gar nicht hätte spielen dürfen, weil man eine Sperre aus Testspielen nicht bei Turnierpartien absitzen darf. Wegen schuldhaften Spielens innerhalb einer Warte- oder Sperrfrist erhielt er eine Sperrstrafe von vier Spielen. Für Trainer Sebastian Tyrala noch immer eine unverständliche Entscheidung seitens des Verbandes.

„Endlich ist die Pause vorbei, ich kann es gar nicht mehr abwarten“, erklärte der 25-Jährige Hamza, der 2019 vom TuS Bövinghausen zu Türkspor Dortmund gewechselt war und in bislang 23 Spielen zwölf Tore für den Klub erzielte. Ob er in Welper definitiv auch eingesetzt wird, das kann Kimaz Hamza nicht eindeutig beantworten.

Er hoffe es natürlich. Der Trainer habe ihm ein paar Zeichen gegeben, die auf einen Einsatz hindeuten, so der in den ersten drei Meisterschaftsspielen verhinderte Goalgetter. Die Zeichen, die Trainer Tyrala gesetzt hatte, waren zahlreiche Freundschaftsspiele: „Wir hatten jetzt jede Woche ein Freundschaftsspiel, das letzte am Dienstagabend gegen den TuS Rahm. Danach erst endete die Sperre von Kimaz.“

An der mangelnden Motivation wird es sicherlich nicht liegen. Hamza: „Ich bin heiß auf jedes Spiel. Ich habe gegenüber meinen Teamkameraden etwas gutzumachen. Im Training habe ich wie immer Vollgas gegeben.“

„Will die Torjägerliste anführen“

Körperlich wird Kimaz Hamza zu einhundert Prozent fit sein, das steht außer Frage. Und obwohl er drei Saisonspiele verpasst hat, will er am Ende des Jahres im Kampf um die Krone des besten Torjägers ganz oben stehen. „Ich habe den anderen Jungs drei Spiele Vorsprung gegeben, jetzt greife ich wieder an. Am letzten Spieltag will ich die Torjägerliste anführen“, verspricht Kimaz Hamza einen heißen Kampf. Vorausgesetzt, er muss nicht wieder für Wochen auf die Ersatzbank und von außen zuschauen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl