Symboldbild: Der Schiedsrichter zeigte einem Spieler Rot und verließ kurz darauf den Platz. © dpa
Fußball

Nächster Spielabbruch im Dortmunder Amateurfußball – erneut steht der Schiedsrichter im Fokus

Im Dortmunder Amateurfußball kam es am vergangenen Sonntag zu einem Spielabbruch wenige Minuten vor dem Ende. Beide Vereine waren sich in ihrer Darstellung mehr oder weniger einig.

Der nächste Spielabbruch im Dortmunder Amateurfußball – und wieder war der Schiedsrichter beteiligt. Nachdem die Kreisliga-Partie zwischen K.F. Sharri und dem VfR Sölde II abgebrochen werden musste, weil sich der Unparteiische verletzte, gab es dieses Mal aber einen anderen Grund.

5:2 stand es in einem Spiel in der Dortmunder Kreisliga C5 zwischen DJK Saxonia und dem VfL Schwerte II für die Schwerter. Gerade eben hatte Schwerte getroffen, inmitten einer Drangphase der Gastgeber wenige Minuten vor dem Ende. Mit dem Treffer war Saxonia nicht einverstanden und protestierte lautstark beim Schiedsrichter. Das Spiel wurde daraufhin abgebrochen. Was war passiert?

Saxonias Beytullah Yorganci sah die Situation nur halb so wild. Er konnte den Spielabbruch des Referees nicht verstehen, erklärte er auf Nachfrage. „Es gab keinen plausiblen Grund für den Spielabbruch“, sagte er. Aus seiner Sicht habe der Kapitän seiner Mannschaft dem Schiedsrichter zwar laut die Meinung gesagt – nämlich, dass der Treffer irregulär gewesen sein soll – aber das sei kein Grund gewesen, gleich vom Platz zu gehen.

Denn genauso soll es sich zugetragen haben. „Schwerte hat das Tor gemacht und wir meinten, es wäre Abseits gewesen. Wir haben daraufhin gemeckert und unser Kapitän Mesut Gül hat auch die Rote Karte gesehen. Danach ist der Schiedsrichter gegangen. Ich habe dem Schiedsrichter gesagt, dass es immer Spieler gibt, die meckern – und wenn sie damit weitermachen, soll er Karten geben“, erklärt Yorganci. Vom Platz zu gehen, sei aber doch keine Lösung, so der Spieler von Saxonia.

Es soll keine Tätlichkeit und auch keine harte Beleidigung gegen den Referee gefallen sein. Saxonias Kapitän soll sich aber vor dem Referee aufgebaut haben. „Der Schiedsrichter war einfach beleidigt“, erklärte Yorganci. Bereits in der ersten Halbzeit sah ein Spieler von Saxonia Rot, nachdem er mit einem Schwerter in eine „Schubserei“ (Yorganci) verwickelt war. Ansonsten habe es aber keine Rudelbildungen gegeben.

Auch Schwertes Trainer Nick Samson konnte diese Darstellung mehr oder weniger bestätigen. „Es war eigentlich nichts Besonderes“, sagte Samson – zumindest soweit er es beurteilen konnte. „Saxonia war nicht ganz einverstanden mit der Entscheidung des Schiedsrichters und hat nicht aufgehört zu diskutieren.“ Eine Tätlichkeit oder Beleidigung gegen den Referee habe er nicht wahrnehmen können. Dafür habe er zu weit entfernt gestanden. Aus der Ferne sah er die Situation aber so, dass man die Situation auch hätte anders lösen können.

Wie das Spiel nun gewertet wird, bleibt erst einmal offen. Der Staffelleiter der Kreisliga C5, Christian Nurk, wollte sich nicht zur Thematik äußern. Er wollte die Darstellung beider Vereine weder bestätigen noch dementieren. Nur so viel: Die Spruchkammer werde das Geschehen jetzt beurteilen. Dabei werden auch die Gründe des Schiedsrichters gehört, ob nicht doch mehr passiert ist.

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Niklas Berkel

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