Tom Wegener (M.) hat während der Pandemie ein neues Hobby entdeckt. © Foltynowicz
Handball-Verbandsliga

OSC-Talent Wegener aus Ickern spielt groß auf und fühlt sich nicht mehr wie der Hulk

In der Verbandsliga kommt der OSC Dortmund in Schwung. Der Jüngste im Team erklärt seinen Spitznamen – und sein besonderes Hobby.

OSC-Trainer Thorsten Stoschek ist voll des Lobes: „Er ist superehrgeizig, aufnahmebereit, wissbegierig. Wie man sich einen jungen Spieler wünscht“. Gemeint ist Tom Wegener, der Jüngste seiner Schützlinge. Der 20-Jährige reagiert bescheiden auf die lobenden Worte. Er versuche nun mal, immer alles zu geben und sich in jede Aktion reinzuwerfen. Dabei wolle er „mit gutem Beispiel vorangehen“ und „andere mit einer geilen Aktion mitziehen“. So etwas wie ein Vorbild sei er dennoch nicht, auch wegen seines noch jungen Alters. 2017 war er zum OSC gekommen, genauer zur gemischten A-Jugend JSG Ewaldi/OSC. Nachdem man dort ein gemeinsames Jahr mit der Westfalenmeisterschaft abgeschlossen habe, sei Wegener aufgrund vieler Verletzungen zum Aushelfen ins Team der 1. Herren gerückt.

„Dann kam das Angebot, dass ich dort auch weitermachen kann“, so der Rückraumspieler. Nach Dortmund gewechselt war er vom TuS Ickern, ein Verein, der ihm noch immer am Herzen liegt. „Ich habe meine besten Freunde von dort aus der Jugend und gucke mir immer noch viele Spiele an“, schildert Wegener.

Beim TuS wurde ihm damals vom Vorstand gesagt, dass er entweder vollständig bei den 1. Herren dabei sein oder wechseln solle. Um mit der A-Jugend weiter unten zu spielen, sei er schlichtweg zu gut. „Der Wechsel war die richtige Entscheidung“, bilanziert Wegener, der aber auch betont: „Vorher hätte ich nicht wechseln wollen“. Die Verbundenheit zum Ex-Verein besteht noch immer – und zwar beidseitig. Beim OSC-Spiel am vergangenen Freitag seien allein 20 Leute aus Ickern für Wegener vor Ort gewesen. In Dortmund sei er nun aber „komplett zufrieden“ und glücklich, dass er unter einem „richtig guten Trainer“ noch viel lernen könne.

Dieser prophezeite, der Weg seines Spielers sei „noch lange nicht zu Ende“. Wirtschaftswissenschaften-Student Wegener erklärt jedoch: „Ich habe immer gesagt, dass Handball mein Hobby ist. Ich bin zufrieden und will keine Ziele ausrufen“. Neben dem Handball hat Tom Wegener während der Pandemie eine weitere Leidenschaft entwickelt: Triathlon. „Das war ein guter Lückenfüller für die Corona-Pause“, sagt er. Das Training habe beim 20-Jährigen, der ohnehin viel laufen gehe, gut geklappt. Im Mai absolvierte er dann sogar einen Wettkampf: Triathlon-Halbdistanz in St. Pölten, Österreich. Durch die sportliche Freizeitbetätigung habe er satte zehn Kilo abgenommen. Ein Ziel liegt noch vor ihm. Am 17. Oktober möchte er den Amsterdam-Marathon laufen.

Danach ist Wegener aber „froh, wenn nur noch Handball ist“. OSCs Nummer 20 betont: „Wenn man in Trainings und in Spielen immer 100 Prozent gibt“, dann seien die anderen Sportarten schwierig zu betreiben. Auch für einen jungen Mann mit dem Spitznamen „Hulk“. Den habe er in der A-Jugend zugeschrieben bekommen. „Da war ich der Größte und habe viel Masse mitgebracht“. Mittlerweile „gibt es andere, die ich eher Hulk nennen würde“, sagt Wegener lachend. Noch behält er seinen Namen. Und er wird weiter alles geben. In jeder Sportart.