Rassistischer Brief mit Hakenkreuz: DJK SF Nette weist Vorwürfe zurück und bietet Hilfe an

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Die DJK SF Nette hat nochmal nachgelegt im Wirbel um den rassistischen Brief, den der SC Osmanlispor erhalten hat. © Stephan Schuetze
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Der rassistische Brief war der unschöne Höhepunkt im Streit um den Fußballplatz am Hallenbad. Dort ist die DJK SF Nette beheimatet. Nach ersten Plänen der Stadt Dortmund sollte auch der SC Osmanlispor dort unterkommen.

Doch bei der DJK regte sich heftiger Widerstand. Die Auslastung des Platzes sei bereits zu hoch. Die Sportfreunde müssten aufgrund unvereinbarer Trainingszeiten wahrscheinlich Mannschaften abmelden, so der Verein.

Dazu kommt es allerdings nicht. Die Stadt Dortmund hat mittlerweile entschieden, dass der SC Osmanlispor stattdessen auf der Mendesportanlage unterkommen solle. Aufatmen in Nette.

SC Osmanlispor erhält Brief – unterzeichnet mit DJK SF Nette

Doch kurz vor der Entscheidung hatte Osmanlispor Dortmund von Unbekannten ein Schreiben mit rassistischen Inhalten erhalten. Der „Drohbrief“, wie ihn Osmanlispor-Teammanager Tolga Porsuk nannte, im Wortlaut:

„Hallo Sportsfreunde. DJK SF Nette ist eine deutsche Anlage und kein Bund für Erdogan-Anhänger.

Gerne laden wir euch auf ein Bierchen auf unsere Anlage ein.

Sportliche Grüße DJK SF Nette“

Schon am Dienstag hatte Volker Böcker, Vorsitzender der DJK SF Nette, das Schreiben verurteilt. „Von solchen Sachen distanzieren wir uns natürlich. Sollte herauskommen, dass es ein Mitglied von uns ist, schmeißen wir es natürlich raus“, sagte er auf Anfrage dieser Redaktion.

Der Brief, den der SC Osmanlispor am Dienstag erhalten hat.
Der Brief, den der SC Osmanlispor am Dienstag erhalten hat. © SC Osmanlispor

Nun hat sich die DJK erneut zu dem Brief geäußert. Auf der Facebook-Seite des Vereins erschien am frühen Donnerstagabend eine weitere Stellungnahme. Darin distanziert sich die DJK erneut.

„Jegliche Vorwürfe, die Sportfreunde Nette würden aus ethnischen Gründen o.ä. für die Alleinnutzung der Bezirkssportanlage Nette eintreten, weisen wir strikt zurück. Ein einfacher Blick in unseren vielfältigen Verein, in dem jedes Geschlecht, jede Nationalität und jede Sexualität ihren Platz hat, beweist dies relativ einfach“, heißt es dort.

Schon der Vorsitzender Volker Böcker hatte betont, dass rund 75 Prozent der Mitglieder einen Migrationshintergrund hätten. Zudem habe es zwischen dem SC Osmanlispor und der DJK SF Nette „sehr wohl Kommunikation gegeben“, heißt es in dem Statement.

Das deckt sich mit Informationen dieser Redaktion. Von verhärteten Fronten zwischen den beiden Vereinen kann nicht gesprochen werden. Nette betonte erneut, nicht für den Brief verantwortlich zu sein.

Darüber hinaus bietet die DJK SF Nette sogar der Polizei und der Staatsanwaltschaft ihre Hilfe an. „Gerne zur Verfügung“ stünde der Klub. Tolga Porsuk hatte am Mittwoch angekündigt, Anzeige gegen Unbekannt erstatten zu wollen.

Die Stellungnahme der DJK SF Nette zum Schreiben an den SC Osmanlispor im Wortlaut: