Dominik Deppe (unten) steht vor einer emotionalen Partie. © Nils Foltynowicz
Fußball-Westfalenliga

Schädelbruch im „schönsten Stadion der Liga“: Emotionale Rückkehr für Dominik Deppe

Dominik Deppe steht mit dem FC Brünninghausen vor einer emotionalen Partie. Er feiert die Rückkehr in ein besonderes Stadion, in dem er das schlimmste Spiel seiner Laufbahn erlebte.

Der FC Brünninghausen ist hervorragend in die Saison gestartet. Nach dem 0:0 im Derby und Top-Spiel gegen den TuS Bövinghausen wartet nun der nächste Kracher auf den Westfalenligisten. Für Dominik Deppe ist es eine in vielerlei Hinsicht eine besondere Partie.

Mit 16 Punkten teilt sich Brünninghausen mit Bövinghausen die Tabellenspitze, nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz rangiert der FCB auf Platz zwei. Mit zwölf Zählern und einem Nachholspiel in der Hinterhand lauert der FC Iserlohn – Brünninghausens Gegner am Sonntag (Immermannstraße 10, 58636 Iserlohn)

Zehn Jahre hat Deppe für Iserlohn gespielt, kennt den Verein und das Hemberg-Stadion bestens. „Ich weiß, wie man in Iserlohn spielt. In Iserlohn ist es immer sehr ekelhaft“, sagt der Außenverteidiger.

Dominik Deppe spielte lange beim FC Iserlohn

Auch der Naturrasen in Iserlohn spiele dabei eine große Rolle, so Deppe. Besonders, „wenn man nicht so oft darauf spielt“, so der Dortmunder. Schließlich trainiere der FCI die gesamte Woche auf Naturrasen.

Die Vorfreude auf seine Rückkehr, nachdem er dem Klub 2019 den Rücken gekehrt und über den Umweg Lüner SV 2020 nach Brünninghausen gekommen war, sei groß. Auch hier spielt der Naturrasen eine Rolle.

Der sei nämlich ein Hauptgrund, warum das Hemberg-Stadion „das schönste Stadion der Liga“ sei. „Die Tribünen sind wie in einem normalen Stadion. Ich spiele auch gerne auf Rasen“, sagt Deppe. Egal, ob Landes- oder Westfalenliga. „Da wird man kein schöneres Stadion finden“, so der 27-Jährige.

Mit Torwart Daniel Dreesen und Flügelspieler Sascha Ernst sind beim FCI zwei Akteure aktiv, mit denen Deppe in Iserlohn und auch beim Lüner SV zusammengespielt hat. Zudem stand er zu dessen aktiven Zeiten auch mit Trainer Maximilian Borchmann, der zuvor den FCB coachte, auf dem Feld.

Deppe erwartet ein ausgeglichenes Spiel, in dem die Favoritenrolle nicht verteilt ist. „Auf jeden Fall müssen wir läuferisch und kämpferisch genauso auftreten wie gegen Bövinghausen“, so Deppe, der gegen den TuS eine starke Leistung ablieferte.

Mit dem Hemberg-Stadion verbindet der FCB-Akteur allerdings nicht nur positive Erinnerungen. Im April 2019 ereignete sich beim Heimspiel gegen den Lüner SV – zu dem anschließend Deppe und eine ganze Reihe Iserlohner wechselten – ein tragischer Unfall.

Johannes Zottl verletzte sich schwer gegen den Lüner SV

Iserlohns Stürmer Johannes Zottl prallte nach einem Laufduell mit hoher Geschwindigkeit mit dem Kopf gegen eine direkt an das Spielfeld angrenzende Betonmauer. LSV-Spieler Meris Memic reagierte blitzschnell, zog Deppes Freund Zottl die verschluckte Zunge wieder heraus.

Damit rettete er dem Stürmer, der inzwischen in Österreichs dritter Liga aktiv ist, womöglich das Leben. Zottl trug einen Schädelbasisbruch und weitere Kopfverletzungen davon.

Johannes Zottl zog sich schwerwiegende Kopfverletzungen zu.
Johannes Zottl zog sich schwerwiegende Kopfverletzungen zu. © David Döring © David Döring

„Es war tatsächlich das schlimmste Spiel“, erinnert sich Deppe mit über zwei Jahren Abstand. Viele Wechsel vom FCI zum LSV und umgekehrt seien damals schon klar gewesen, alle hätten sich auf das Spiel gefreut. „Da hatte alles gestimmt“, so Deppe.

Während seiner langen Zeit in Iserlohn habe die Betonmauer, die er durch den Unfall zu trauriger Berühmtheit gebracht hatte, immer dort gestanden, so Deppe. „Man hat sich nie Gedanken darüber gemacht. Im Nachhinein ist es allerdings ein Wunder, dass nicht schon eher etwas passiert ist“, sagt der Brünnighauser.

Die damalige FCI-Mannschaft habe sich sogar dafür stark gemacht, die verbliebenen Heimspiele der laufenden Saison auf einem anderen Sportplatz auszutragen. Die Erinnerung daran ist immer noch nicht ganz verblasst. „Ich denke schon, dass ich kurz daran denke werde“, sagt Deppe.

Über den Autor
freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Timo Janisch