Fußball-Landesliga

Später Treffer entscheidet Dortmunder Derby – Und zwei Spieler fliegen vom Platz

In der Landesliga trafen am Freitagabend mit dem Hombrucher SV und dem SV Brackel zwei Teams aus Dortmund aufeinander. Für die Entscheidung sorgte dabei ein später Treffer.

Neues aus der Phrasendrescherei! Nicht einfach „Derbys haben ihre eigene Gesetze“ heißt es in der Landesliga seit gestern Abend. „Jedes Brackeler Derby hat seine eigene Gesetze“ passt da schon besser. Nach der deutlichen Angelegenheit gegen Türkspor Dortmund, die ohne große Enttäuschung 1:4 endete, folgte ein Dortmunder Duell in Hombruch, das Brackel ganz anders anging.

Und doch diesmal ziemlich enttäuschend für den SV endete. Denn das 0:1 (0:1) aus Gästesicht war hochgradig unglücklich. Wie der Schütze des „Goldenen Tores“ Markus Bednarek hinterher glücklich sagte, „war ich dann schneller am Ball, traf ihn gut und setzte den Lucky Punch“. Und so war es ein Tor in der 86. Minute, das Hombruch jubeln ließ. „Ja, es war glücklich“, räumte der frischgebackene Vater und HSV-Coach Alexander Enke ein. „Brackel war im ersten Abschnitt besser, wir individuell schlecht. Danach war es ausgeglichen. Letztendlich spricht es dann aber für die Mannschaft, dass sie bis zum Schluss an sich glaubt.“

Ja, und die Brackeler? Sie konnten einem leidtun. Mit Würde hatten sie gegen Türkspor verloren, mit guter Energie das Derby in Hombruch angegangen. Trotz Fünferkette spielten die Mannen von Giovanni Schiattarella deutlich mutiger und zeigten, dass ihre Niederlage gegen TSD alleine der Klasse des Gegners und nicht der eigenen Schwäche geschuldet war.

Brackel hatte die erste Hälfte gegen einen Hombrucher SV, der mit Sieg und Niederlage in die Saison gestartet war, sogar dominiert. Trainer Alexander Enke vergaß kurz seine frischen Vaterfreuden und übte sich im Schimpfen. Sein HSV bekam keinen Zugriff und musste ansehen, wie Brackel lange die besten Chancen hatte. Levin Cakirlar setzte früh die erste Duftmarke (3.). Bis zur 27. Minute blieb das Duell „Behäbig“ gegen „Gefällig“ zwar torlos. Dann aber rückte die Gästeführung näher. Und zwar in Form eines Kopfballs von Patrick Sacher ganz knapp neben den Pfosten. Stark dann, wie Sacher sich elf Minuten später den Ball erkämpfte. Diesmal vergab William Valenti knapp.

Und sollten Derbys doch generell eigene Gesetze haben, dann dieses, dass jederzeit alles möglich ist. Und so resultierte die Hombrucher Riesenchance (40. Markus Bednarek nach starker Vorarbeit Stefan Bienewald) aus einem Geistesblitz.

Nach der Pause hätte Jonah Ernst die fällige Gästeführung erzielen müssen (53.), er verzog aber knapp. Und so plätscherte das Derby jetzt einem 0:0 entgegen. Letztendlich hätten beide Teams wohl mit dem Remis leben können. Dann aber dieser eine Moment, der alles anders machte. Langer Ball Raimund Büth, Fabian Vargues Martins legt quer. Und Bednarek trifft. Und zeigte nicht nur körperliche Größe. „Ich kenne Giovanni schon aus gemeinsamen Kemminghauser Zeiten. Ich habe ihm gesagt, dass seine Jungs erst besser waren. Für ihn ist das sehr unglücklich.“

Und der Brackeler Trainer Giovanni Schiattarella behielt den Kopf oben: „Ja, wir waren besser, hatten glasklare Chancen. Wenn ich unseren Jungs etwas sagen muss, dann, das sie am Ende nur nicht clever genug waren. Aber so ist das sehr unglücklich.“

Dann aber doch noch etwas Wut: „Ich weiß nicht, warum der Schiedsrichter Malcolm Ferro Rot und Levin Cakirlar Gelb-Rot gibt.“ Fast wäre in der Schlussoffensive der couragierten Gäste untergegangen, dass Ferro wegen eines vermeintlichen Schlages und Cakirlar wegen Meckerns vom Feld mussten.“ Bitter zwar, aber vielleicht zählt das auch zu den Gesetzen Brackeler Derbys. Wenn es dieses Gesetz wirklich gibt, kann das kommende Derby wieder sein eigenen speziellen Verlauf haben. Verdient wäre dann ein Sieg.

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Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle