Fußball-Kreispokal

Teams spielen bei Dunkelheit – „Beim Elfmeterschießen hätte ein Auto auf den Platz gemusst“

Die ersten Dortmunder Amateurfußballklubs haben die erste Runde des Kreispokals gespielt. Bei einer Partie kicken zwei Teams sogar in fast völliger Dunkelheit.

Das war kurios: Zwei Dortmunder Amateurfußballteams haben am Donnerstag in der ersten Runde des Kreispokals gegeneinander gespielt – gegen Ende der zweiten 45 Minuten sogar in fast vollständiger Dunkelheit. Aber warum? Was war da los? Wir haben nachgehört.

Sportlich entschied der A-Ligist SC Husen Kurl die Partie bereits im ersten Durchgang. Mit 3:0 führte der Favorit beim C-Ligisten Posterum United Dortmund. Fode Camara mit einem Doppelpack (27./38.) und Afshin Ehsani (33.) trafen. Da sollte nichts mehr anbrennen.

Im zweiten Durchgang legte Nick Gehrmann nach (65.) – alles in Butter also für den SC. Oder nicht? Sportlich definitiv, aber gegen Ende des Spiel ereigneten sich dann kuriose Zustände auf dem Ascheplatz im Sportzentrum Brackel an der Haferfeldstraße. Weil Posterum United Dortmund nicht über eine Flutlichtanlage verfügt, mussten die letzten rund fünf bis zehn Minuten in Dunkelheit zu Ende gespielt werden.

SC-Kapitän Tim Burgemeister: „Man hätte vielleicht über einen Abbruch nachdenken können. In den letzten 15 Minuten war es schon schwierig, etwas zu sehen. Man muss echt zwei Mal hinschauen, weil es so dunkel war. Ich denke aber, dass beide Mannschaften das Spiel dann auch zu Ende bringen wollten“, so der Husener.

Timo Lammert, Geschäftsführer des SC, teilte auf Anfrage mit, dass der SC Husen Kurl angeboten habe, das Heimrecht zu tauschen, da der A-Ligist auf seinem Platz über eine Flutlichtanlage verfüge. „Leider wurde das Angebot nicht angenommen. Posterum hat vorgeschlagen, auf 18 Uhr zu legen, aber da hätten viele Spieler von uns aus beruflichen Gründen gefehlt. Deswegen blieb die festgeschriebene Anstoßzeit von 19 Uhr bestehen. Bei den Witterungsbedingungen und bei der zunehmenden Dunkelheit war es schon sehr kritisch“, sagt Lammert.

Beide Teams hatten sich, so teilt es Lammert mit, kurz vor dem Anpfiff aber dann darauf geeinigt, bereits eine knappe halbe Stunde früher zu beginnen und auch die Halbzeitpause so kurz wie möglich zu gestalten. „Das war wichtig, um nicht in die Bredouille zu kommen“, sagt Lammert.

Posterum äußert sich wie folgt: „Mit Sicherheit waren die Umstände für beide Seiten gleich schwierig. Nur ist die Asche als unterklassiger Verein unser einziger Vorteil, den wir nicht bereit waren aufzugeben. Der Verband weiß, dass wir keine Flutlichtanlage haben und sich unser Platz in schlechtem Zustand befindet. Ein Problem, das nicht nur uns sondern auch den Schul- und Breitensport, der diesen Platz auch nutzt, ebenso betrifft. Wir haben Husen angeboten früher anzufangen was abgelehnt wurde“, so der Verein.

Klub hat keinen Strom am Platz

Des Weiteren weist der Klub darauf hin, dass er nicht einmal die Möglichkeit habe, Strom am Platz bereitzustellen. „Natürlich würden wir uns eine Verbesserung unserer Anlage wünschen, geben uns aber keiner Illusion hin. Als kleinster Verein Dortmunds mit knapp 50 Mitgliedern und nur einer Mannschaft stehen wir leider am Ende der Nahrungskette. Trotz aller Verletzungssorgen und vier Spielern im Kader, die 40 Jahre oder älter waren, haben wir uns gut geschlagen“, so Posterum abschließend.

Bleibt die Frage: Hätte die Partie zu solch einer späten Uhrzeit auf einem Fußballplatz ohne Flutlicht überhaupt stattfinden dürfen? Oder hätte der Fußballkreis Dortmund intervenieren müssen?

Andreas Edelstein, stellvertretender Vorsitzender des Fußballkreises Dortmund, äußert sich auf Anfrage wie folgt zu den Regularien: „Das ist dieses Mal ein Einzelfall gewesen. In Dortmund gibt es kaum noch einen Fußballplatz, der nicht über ein Flutlicht verfügt“, so Edelstein, der als Vorsitzender von Husen Kurl auch am Platz war: „Wenn es ein Elfmeterschießen gegeben hätte, dann hätten wir ein Auto mit Licht auf den Platz stellen müssen, um das durchführen zu können.“

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer