Sven Thormann (r.) steht bei der Ersten des TuS Bövinghausen an der Seitenlinie. © Stephan Schütze
Fußball

Trainer, Spieler und Vater: So managt Sven Thormann alles beim TuS Bövinghausen

Er steht für den ambitionierten Westfalenligisten TuS Bövinghausen als Coach an der Seitenline, kickt aber auch für die Zweite in der Kreisliga C. Der frischgebackene Vater Sven Thormann klärt auf.

Eine Interessenskollision mit seinem Job als Coach des ambitionierten Westfalenligisten TuS Bövinghausen? Nein, die hat Sven Thormann absolut nicht, wenn er wie zuletzt beim 18:0 gegen SF Hafenwiese II in der zweiten Mannschaft des TuS Bövinghausen aufläuft und sogar noch ein Tor erzielt. Natürlich fragten sich zuletzt nicht wenige Fußball-Fans, wie er dass den zeitlich unter einen Hut bringt.

Sven Thormann: „Meine Aufgabe als Trainer hat natürlich Priorität“

In den 15 Minuten zwischen den beiden Spielen der ersten und der zweiten Mannschaft sich schnell duschen, umziehen, den Westfalenligisten taktisch vorbereiten und danach an der Seitenlinie zu coachen? „Keine Angst“, so Thormann, „so läuft das nicht. Ich spiele nur mit der zweiten Mannschaft in der Kreisliga C, wenn es die Zeit zulässt. So ist das abgesprochen und auch geplant. Sollte die Partie der Zweiten erst um 13 Uhr beginnen oder auswärts stattfinden, dann ist das natürlich alles nicht möglich. Meine Aufgabe als Trainer hat natürlich Priorität.“

Sven Thormann (l.) spielt für die Zweite des TuS Bövinghausen.
Sven Thormann (l.) spielt für die Zweite des TuS Bövinghausen. © Laryea © Laryea

Fünf oder sechsmal habe er in dieser Saison schon in der Zweiten gespielt, immer dann, wenn der Anpfiff sonntags morgens um 11 Uhr war oder der Westfalenligist bereits am Samstag antrat. Auf die Frage, warum er das mache, ob das nicht auch ein wenig Stress sei, antwortet der 31-Jährige: „Das mache ich nur aus Liebe zum Verein, ich habe viele Freunde in der zweiten Mannschaft. Und ich mache es für mich selbst, aus Spaß am Fußball.“

TuS Bövinghausen: Sven Thormann bricht sich in der Kreisliga C „keinen Zacken aus der Krone“

Mit seiner Erfahrung aus seiner Zeit in der Ober- und Westfalenliga beim Hombrucher SV, Brünninghausen, SC Hassel und schließlich beim TuS Bövinghausen, wo er im Sommer 2020 seine aktive Karriere beendete, könnte er natürlich noch höher spielen als in der Kreisliga C.

„Vom Alter her und von meiner fußballerischen Ausbildung könnte ich sicherlich noch höher spielen, aber da habe ich keinerlei Ambitionen, das stand nie zur Diskussion. Ich breche mir keinen Zacken aus der Krone, wenn ich in der Kreisliga C spiele“, so Thormann, der sich allein durch das Training mit der Westfalenliga-Mannschaft fit hält: „Ich war noch nie der Typ, der gerne zusätzliche Laufeinheiten im Wald absolviert.“

TuS Bövinghausen: Sven Thormann ist Vater von Zwillingen

Fünf oder sechsmal habe er in dieser Saison schon gespielt, zuletzt gegen SF Hafenwiese II hat er in dritten Minute das frühe 1:0 erzielt. „Ich will das aber nicht überbewerten. Ich bin dabei, wenn es die Zeit zulässt, meine Hilfe benötigt wird. Ich habe immer noch Bock darauf, vor die Kugel zu treten“, versichert de 31-Jährige. Und es soll natürlich Spaß machen. So wie beim Derby gegen SG Lütgendortmund: „200 Zuschauer fieberten mit, da waren echt Emotionen im Spiel.“

Bleibt die Frage, wie lange Sven Thormann noch Zeit hat, um der Zweiten zu helfen. Der Polizeibeamte ist gerade erst Vater geworden. Da wird das Zeitfenster für das Hobby bekanntlich etwas enger. Zumal, wenn es sich wie bei Sven Thormann um Zwillinge handelt.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Ein waschechter Dortmunder, Jahrgang 1957. Vor dem Journalismus lange Jahre Radprofi, danach fast 30 Jahre lang Redakteur bei Dortmunder Tageszeitungen, seit 2015 bei den Ruhr Nachrichten, natürlich im Sport.
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Peter Kehl