Michael Lange ist neuer Vorsitzender bei den Dortmunder Löwen. Mit dem Klub hat er nun eine Menge vor. © Michael Lange
Fußball-Kreisliga

Trotz Corona: Der neue König der Dortmunder Löwen packt sofort an und hat eine Menge Ideen

Michael Lange ist bei den Dortmunder Löwen/Brackel 61 der neue Vorsitzende. Im Interview verrät der 58-Jährige, was er mit seinem Herzensklub vorhat. Sportlich hat er sich ein klares Ziel gesetzt.

Für insgesamt acht Jahre war Michael Lange (58) Vorstandsvorsitzender bei den Dortmunder Löwen. Dann übergab er das Zepter an Mike Kollenda, der zuvor ebenfalls im Vorstandwesen der Löwen seine Erfahrungen gesammelt hat. Doch nach einem Jahr verkündete Kollenda, dass er Schluss mache und seinen Posten freigibt. Lange ist nun der neue, alte Vorsitzende. Im großen Interview spricht er über seine Ziele und Pläne mit dem Klub.

Herr Lange, herzlichen Glückwunsch zum neuen Amt. Wie kommt es, dass Sie bei den Löwen wieder zurück sind?

Ich war ja zuvor schon viele Jahre lang Vorsitzender. All das hat eine Geschichte. Ich bin 2011 als Altherren-Spieler in den Vorstand gekommen, weil der Verein damals keinen Vorstand hatte und nicht mehr weiter wusste. Irgendwann hat sich dann bei mir eine richtige Motivationslinie entwickelt. Wir haben in meiner Vorstandszeit dann die Sportanlage völlig neu gebaut. Als wir erfahren haben, dass Mike (Kollenda, Anm. d. Red.) aufhören möchte, hat sich der Vorstand gefragt, ob es geeignete Kandidaten gibt. Der Verein kam irgendwann auf mich zu. Ich habe dann mit meiner Frau gesprochen, weil der Zeitfaktor bei diesem Amt ja auch eine große Rolle spielt. Schließlich konnte ich nicht nein sagen und habe mich wieder für das Amt entschieden.

Mike Kollenda war gut ein Jahr lang Vorstandsvorsitzender, hat dem Verein ein neues Logo verpasst und hat auch die Doku mit ermöglicht – wie beurteilen Sie sein Jahr?

Ein Jahr ist sehr wenig, um ein Urteil abgeben zu können. Außerdem steht mir das auch nicht zu. Er hat versucht, seinen Job zu machen. Jeder Vorsitzende hat seine eigenen Prioritäten, Ideen und Wünsche. Leider kam die Corona-Problematik dazwischen. Da hat er sich intensiv drum bemüht, dass alles im Verein klappt.

Zuvor waren Sie acht Jahre lang Vorsitzender bei den Löwen – brauchten Sie dieses eine Jahr Pause?

Es waren sehr anstrengende acht Jahre. Ich war ausgepowert. Dann ergab sich kurzfristig die Möglichkeit, dass Mike sich vorstellen könne, Vorsitzender zu werden. Ich habe dann mit den anderen Vorstandsmitgliedern gesprochen und wir fanden es gut, wenn ein junger Mann Interesse zeigt. Ich hatte danach noch viele Anfragen von anderen Klub, auch von hochspielenden Vereinen, aber ich brauchte einfach mal drei, vier Monate komplette Ruhe, um runterzukommen.

Wie ging es dann weiter?

Ein paar Restarbeiten aus meiner Vorstandsarbeit hatte ich noch zu erledigen. Ich habe den Kabinen-Neubau vorangetrieben. In 2020 kam der Verein dann auf mich zu und fragte, ob ich helfen könnte, das Vereinsheim neuzugestalten. Parallel liefen dann noch einmal Gespräche mit anderen Vereinen. Ich hatte schon überlegt, mit meiner Erfahrung noch einmal eine neue Herausforderung anzugehen. Ich bin dann aber bei den Löwen wieder in einen Strudel hineingeraten. Ich habe wieder mehr Begeisterung entfacht. Es fühlte sich einfach wie zuhause an.

Also war der Reiz eines neuen Vereins nicht groß genug?

Es ist eher so, dass mir mein alter Verein noch sehr am Herzen lag und liegt. Mit einem anderen Klub hatte ich nicht konkret über einen genauen Posten gesprochen.

Jetzt, wo Sie zurück sind: Was haben Sie mit den Dortmunder Löwen vor?

Ich bin immer noch dabei, uns die neuen Kabinen bauen zu lassen. Da stehe ich mit der Stadt Dortmund in Gesprächen. Wir haben momentan ja nur alte und kleine Kabinen. Wir wollen da Lösungen erarbeiten, die Stadt Dortmund ist da auch gefragt.

Inwiefern?

Da geht es vor allem um die Frage der Finanzierung.

Wann soll der Bau erfolgen?

Ziel ist es erst einmal, dass wir in diesem Jahr die Zusage erhalten.

Was haben Sie sonst noch vor?

Ich habe noch die Idee, etwas für Ältere und die ganz jungen Sportler zu machen. Wir würden gerne noch Minifelder bauen, auch ein so genanntes Mehr-Generationen-Feld. Darauf könnten sich dann in den Nachmittagsstunden die kleinen Fußballer tummeln. Außerdem wollen wir Gehfußball als Angebot installieren sowie Fußballtennis. Da warte ich eigentlich täglich auf die Zusage, im Frühjahr würden wir gerne mit dem Bau beginnen.

Ihr Vorgänger bot auch viele digitale Formate an. Wie soll es da weitergehen?

Bei Facebook und Instagram wollen wir auch weiter aktiv sein. Außerdem planen wir auch eine App für unseren Verein. Die steckt aber noch in den Kinderschuhen. Auf jeden Fall ist das ein wichtiges Instrument.

Kommen wir abschließend noch zum Sportlichen, speziell zu ersten Herren-Mannschaft: Wohin soll der Weg der Truppe führen?

Ich habe am Sonntag noch mit dem zweiten Vorsitzenden (Guido Stolecki, Anm. d. Red.) zusammengesessen und über das Thema gesprochen. Wir sehen uns mit unserem Gesamtpaket, der Sportanlage, den Mannschaften und unserem Ehrenamt in der Bezirksliga. Wir sind gut aufgestellt, also sollte das unser Ziel sein. Diese Jahr werden wir 60 Jahre alt, wegen Corona wird es aber keine großartige Feier geben. Wenn Brackel 61 aber 61 Jahre alt wird, wollen wir feiern. Deswegen würden wir zum 61. gerne in die Bezirksliga aufsteigen.

Mit welcher Vereinsphilosophie möchte der Klub das schaffen? Mit viel Geld oder mit seinem Jugendbereich?

Es ist ein Weg, der noch ein wenig dauern wird, bis wir aus unserer A-Jugend Spieler holen können. Bei uns stehen die Türen aber auch für Jugendspieler aus anderen Vereinen offen. Wir verstehen uns mit vielen Vereinen gut. Die Türen aber auch für Spieler aus höherklassigen Mannschaften auf. Wichtig ist, dass sie menschlich alle zu uns passen. Es geht aber nicht darum, jemanden mit viel Geld herzuholen. Wir investieren mit unseren Möglichkeiten lieber in den Boden. Da sind wir auch schon super ausgestattet.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Ist bereits seit Kindesbeinen an von Ballsportarten – insbesondere Fußball – fasziniert. Stets neugierig auf der Suche nach Geschichten, auch abseits des Ballsports. Die Liebe zum Journalismus entdeckte er über sein großes Hobby: Fotografie. Gebürtig aus Selm, mittlerweile in Lünen wohnhaft.
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Patrick Schröer