TSD-Trainer Sebastian Tyrala hat derzeit eine Menge Personalprobleme. © Patrick Schröer
Fußball

Türkspor-Team lehnt weitere Zusammenarbeit ab – Tyrala jetzt offiziell Bövinghausen-Trainer

Was die Ruhr Nachrichten exklusiv am Mittwoch berichtet haben, ist jetzt offiziell. Sebastian Tyrala ist neuer Trainer des TuS Bövinghausen - aber früher als geplant.

Geplant war eigentlich, dass Sebastian Tyrala noch am Freitagabend das Spiel von Türkspor gegen SuS Kaiserau als Trainer leiten soll. Das sei laut Tyrala der Wunsch des Türkspor-Bosses Dr. Akin Kara gewesen. Diesem Wunsch wollte Tyrala entsprechen, obwohl längst allen Parteien klar war, dass Tyrala nach der Begegnung den Verein verlassen und sich dem TuS Bövinghausen anschließen werde.

Aus dem Abschiedsspiel am Freitag wird nichts mehr. Am späten Mittwochabend hatte sich Tyrala mit dem Türkspor-Spielern zusammengesetzt und erklärt, warum er wechselt. „Ich habe dem Team gesagt, dass es mich anschreien oder beleidigen kann. Es durfte mir geradeaus ins Gesicht sagen, ob es gewillt ist, mit mir noch den Weg bis Freitagabend zu gehen“, sagt Tyrala. Die Mannschaft hat dem Coach dann ganz deutlich gemacht, wie enttäuscht sie von ihm ist und nicht mehr gewillt ist, mit ihm weiter zusammenzuarbeiten.

„Ich kann zu 100 Prozent nachvollziehen, dass die Mannschaft sauer auf mich ist. Ich musste dieses Gespräch aushalten. Ich bin der, der das Team in einer Situation verlässt, in der wir um den Aufstieg spielen.“ Türkspor hatte erst am vergangenen Wochenende das Topspiel gegen Horsthausen gewonnen und liegt mit 24 Punkten aus neun Spielen auf Rang zwei der Landesliga 3.

Somit bestätigte Tyrala offiziell, was die Ruhr Nachrichten am Mittwoch exklusiv berichtet hatten. Er ist neuer Trainer des Westfalenliga-Tabellenführers TuS Bövinghausen. Und zwar früher als geplant. Am Freitag steht er nicht an der Linie in Kaiserau, sondern wird das erste Mal das Training an der Provinzialstraße in Bövinghausen leiten. Am Sonntag gegen RW Deuten soll er das Team zusammen mit Sven Thormann an der Linie führen.

Ajan Dzaferoski stellt am späten Mittwochabend aber klar, dass Tyrala der neue Chef-Coach ist. Mit dem Trio Thormann, Kevin Großkreutz und Baris Özbek hat der TuS Bövinghausen aber bisher 25 von 27 möglichen Punkten eingespielt, liegt auf Platz eins und ist auf dem besten Wege, in die Oberliga aufzusteigen. Da wirkt die Installation eines neuen Chef-Trainers geradezu überraschend. „Wir sind davon überzeugt, dass Sebastian uns in unserer Entwicklung noch schneller nach vorne bringt“, sagt Dzaferoski, „deshalb haben wir ihn auch angesprochen, als wir gehört haben, dass er bei Türkspor nicht mehr glücklich ist.“

Tyrala will Dzaferoskis Worte, dass er als Trainer von Türkspor nicht mehr glücklich gewesen sei nicht kommentieren. „All das, was bei Türkspor vorgefallen sein soll und über das jetzt spekuliert wird, lasse ich unkommentiert“, sagt Tyrala, „letztlich war ich froh, dass ich solch ein Angebot von Bövinghausen bekommen habe.“

Auf Nachfrage betont er, dass er nicht das finanzielle Angebot meine. „Ich bekomme in Bövinghausen das, was ich auch in Türkspor bekomme habe.“ Er spricht vom sportlichen Angebot. In dem Gespräch mit Ajan Dzaferoski am Dienstag habe der Vorsitzende ihm deutlich gemacht, wohin es gehen soll. Tyrala posaunt jetzt keine Liga heraus. Aber klar ist, dass Dzaferoski mit dem TuS Bövinghausen in die Regionalliga möchte. Und der Vorsitzende glaubt, dass ihm das mit Tyrala gelingen kann.

Am Mittwochabend hatte sich Tyrala auch noch einmal mit Türkspors Vorsitzenden Dr. Akin Kara zusammengesetzt. „Dr. Akin Kara und ich hatten ein gutes Gespräch. Er hat mir aber deutlich gemacht, dass er es nicht akzeptieren würde, wenn ich jetzt Türkspor-Spieler zum TuS Bövinghausen holen würde“, so Tyrala, „ich habe ihm zugesichert, dass ich niemanden ansprechen werde. Aber ich kann nicht für Ajan Dzaferoski sprechen.“ Dass Tyrala sofort wechseln kann, liegt an seiner vertraglichen Situation. „Es gab einfach keine vertraglichen Vereinbarungen“, sagt Tyrala.

Türkspors Vorsitzender Dr. Akin Kara war am Mittwochabend für unsere Redaktion nicht mehr zu erreichen.

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T. Schulzke