Fußball-Westfalenliga

TuS Bövinghausen marschiert weiter und fertigt Schüren ab – BSV spielt lange in Unterzahl

Der TuS Bövinghausen hat den zweiten hohen Saisonsieg eingefahren. Den BSV Schüren besiegte der TuS am Ende deutlich. Der Gast musste allerdings lange in Unterzahl auskommen.

Der TuS Bövinghausen marschiert! 4:0 (2:0) endete das Derby des stark besetzten Dortmunder Teams gegen den BSV Schüren. Es lief zwar schnell viel gegen die Schürener, dennoch war es über 90 Minuten auch eine klare Angelegenheit.

Den Weg frei räumte sich der Tabellenführer für einen Tag allerdings mit einem erzwungenen Elfmeter. Schiedsrichter Nick Schitzik wählte die Doppelbestrafung und schickte auch in der siebten Minute noch Roem Baran Subasi vom Feld. Der gefoulte Sebastian Mützel verwandelte selbst. „Ich habe vorher eine Abseitsstellung gesehen. Dann ist das auch nie Rot“, sagte BSV-Coach Arthur Matlik nicht ganz unbegründet.

Alles, was der BSV sich gegen die mit vielen Hochkarätern – David Odonkor saß allerdings zunächst auf der Bank – vorgenommen hatte, durfte er trotzdem für kurze Zeit in die mentale Tonne werfen. Arthur Matlik aber beruhigte sein Team und sorgte für Ordnung, so dass der TuS zwar viel am Ball war, jedoch erst durch Serdar Bingöl erst wieder richtig zwingend nach vorne kam. Flanke Dino Dzaferoski, Sebastian Mützel legte ab, Bingöl traf (30.).

Und an diesem Tag, an dem für die Gastgeber vor nach dem BVB-Sieg gut gelaunten 600 Zuschauern alles passen sollte, passte dann wirklich alles das, was musste. „Wir haben auch noch Luft nach oben“, erkannte TuS-Trainer Sven Thormann an. Aber klar: „Wir haben es ganz ordentlich gemacht und verdient gewonnen.“

Es war kein Glanz und Gloria, aber kontrollierte Dominanz, die für eine verdiente Pausenführung sorgte. Und Ex-Profi Kevin Großkreutz, der immer wieder in die Radioübertragung des Profiduells vor seinem eigenen Derby reingehört hatte, war nun noch glücklicher. Doch dachte der Mann, der deutlich sagte „ich bin stolz, im Amateurfußball und Teil dieser tollen Mannschaft sein zu dürfen“, auch an den Gegner: „Respekt an Schüren. Die haben das gut gemacht und uns gefordert.“

Ganz mutlos waren die Schürener auch noch nicht: „Wir hatten auch die eine oder andere Aktion nach vorne. Daher kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen“, resümierte Matlik.

Sie hatte aber dann zu zehnt ,ohne eine Gallionsfigur Kamil Bednarski, nicht die Mittel, um dieses Spiel noch zu drehen. Dafür schraubte der nie ins offene Messer laufende TuS das Ergebnis mit Bedacht und auf Fehler der Schürener lauernd hoch. Eyüp Cosgun traf zum 3:0 (65.). Bövinghausen brachte das Spiel klar nach Hause.

Klar war aber nicht, dass beim Derbysieger alles eitel Sonnenschein war. Bövinghausens Kapitän Dino Dzaferoski verneinte die Frage, ob er hinten einen ruhigen Tag hatte, vehement. „Nein, nein, die haben mich zu einigen Sprints gezwungen. So einfach war das alles nicht.“

Wird es auch in Zukunft nicht, selbst wenn es phasenweise nach Oberliga roch: Am Samstag wartet nun das Nachbarschaftsduell in Obercastrop: „Da wollen wir natürlich den dritten Sieg“ erklärten Dzaferoski und Großkreutz.

Aber trotz des Wissens um die „Luft nach oben“ war es doch ein rundum schöner Tag für die Gastgeber. Großkreutz freute sich über den BVB-Sieg, den schönen Tag im Amateurfußball mit einer beachtlichen Kulisse und dachte doch an einen besonderen Menschen: „Ich grüße meine Frau Caro, die heute Geburtstag hat. Schatz, ich liebe dich!“ Das erwärmte dann aber die Herzen nun wirklich aller Zuschauer an diesem Tag, der einfach bewies, dass Amateurfußball lebt und Klasse hat – sportlich und menschlich.

TuS Bövinghausen: Seifried – Bingöl, Dzaferoski, Haar, Rößler (78. Gjiorgijewski) – Özbek, Großkreutz, Witt (87. Schmidtkötter), Rudolph (74.) – Mützel (55. Cosgun), Schmeling
BSV Schüren: Samulewicz – Anhari, Leifels, Acquistapace, Rzeha – Menneke, Subasi, Ersoy (62. Simoes dos Santos) – Simeonidis, Marth – Schneck (87. Akcay)
Tore: 1:0 Mützel (7., Foulelfmeter), 2:0 Bingöl (30.), 3:0 Cosgun (65.), 4:0 Rudolph (70.)
Rote Karte: Subasi (7., Foulspiel)

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle

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