Dürfen sich Derbysieger nennen: Die Spieler des Kirchhörder SC. © Schaper
Fußball-Landesliga

Überraschung in der Landesliga: Kirchhörder SC stoppt Türkspor Dortmund

Das ist der erste echte Paukenschlag der Landesliga 3! Der Kirchhörder SC bestätigt seinen Trend, das ist erklärbar. Dass Türkspor Dortmund der Leidtragende ist, kommt nach dem TSD-Start aber sehr überraschend.

3:1 (1:0) für den Gast am Mendeplatz, das Ergebnis ist zwar deutlicher, als es den Spielverlauf widergespiegelt hätte. Es gibt aber einige Gründe oder sogar Gewinner, die für den dritten Saisonsieg des KSC stehen. Da ist zuerst Trainer Sascha Rammel zu nennen: Sein Kalkül, hoch anzugreifen, seinen Sechser Michael Sievers ganz nach vorne zu stellen, ging auf: „Michael sollte in erster Linie deren Aufbauspieler Aldin Kljajic und besonders Ömer Akman stören. Das hat auch gute geklappt“, erklärte Sascha Rammel.

Da ist dann der Torwart zu nennen: Sören Gerlach, der zuletzt für Arminia Marten im Feld kickte, strahlte enorme Ruhe aus und hielt den Sieg auch mehrfach fest: „Ja, mir fehlt nach meiner Rückkehr ins Tor noch einiges. Aber ich habe heute einen guten Tag erwischt.“ Die Blumen für die Komplimente reichte er gerne weiter: „Ein Sieg der Teamleistung. Jeder hat alles reingeworfen. Wir wussten, dass wir spielerisch unterlegen sein würden. Das haben wir über Zweikämpfe, Willen und Motivation wettgemacht.“

Und sie hatten dann tatsächlich, als sie sich aus dem bekannt ständigen Ballbesitz der Gastgeber befreiten. Da kommt der nächste Gewinner ins Spiel: Gut für den KSC, dass Simon Rudnik wieder einsatzbereit ist. Er ist der Mann, der locker qualitativ im Türkspor-Kader mitspielen könnte. Nur trug er das KSC-Rot. Und das bedeutete, dass die Entlastungsangriffe über ihn liefen. Mit Erfolg. Denn er setzte immer wieder einen weiteren Garanten des Kirchhörder Sieges in Szene. Alexandere Bernhard war immre gefährlich. Nur kam das wegen der TSD-Dominanz nur ein paar mal zur Geltung. Dann aber richtig.

Das war in beiden völlig unterschiedlichen Hälften dieser Partie der Fall. Abschnitt eins blieb lange ohne Höhepunkte. Aldin Kljajic hate die erste richtige Chance der Gastgeber (40.).

Türkspor wollte den Ausgleich erzwingen

Und dann eine Ecke für Kirchhörde: Rudnik flankte, Finn Jannik Serocka verlängerte, Bernhard traf (45.). Dieser Standard war genau so einstudiert wie das Spiel der Kirchhörder. Der Erfolg sprach bislang für die Gäste.

Dann änderte sich alles: Türkspor war jetzt giftig, wollte den Ausgleich unbedingt erzwingen. Marcel Reichwein, der spielende Co-Trainer ging in Sachen Willen voran.

Und auch Rammels ehemaligem Weggefährten Sebastian Tyrala, dem Türkspor Trainer, hätte die Auszeichnung Matchwinner zukommen können. Denn er brachte in Hayrullah Alici einen Joker, der gleich stach. Er ersetzte den blassen Florian Juka. Eine gute Entscheidung. Denn Alici besorgte den Ausgleich (51.).

Gemessen an den ersten Türkspor-Minuten nach der Pausen standen jetzt die Zeichen auf komplette Wende. Immer wieder suchten die Platzherren den Abschluss. Oft blieben die Versuche zu harmlos. Oft waren Kirchhördes Torwart und Viererkette aber auch gerade so noch dazwischen.Und das alte Lied der sich rächenden vergebenen Chancen sang dann Kirchhördes Finn Jannik Serocka für seine Gegner sehr gerne. Er profitierte von einem langen Ball seines Torwartes – 1:2 (77.) Somit gab es auch noch einen Kirchhörder Gewinner.

Die zweite Strophe dieses Liedes gaben die Kirchhörder dann auch noch zum Besten: Muhammed Güreser, der vor einem Jahr bereits das Derby entschieden hatte, machte alles klar.

Tyrala war bedient: „Ein unverdienter Sieg für Kirchhörde. Wir hatten so viele Chancen.“ Mit Niederlagen können sie bei Türkspor nach vier Siegen noch nicht so gut umgehen. Es soll aber auch nicht zur Gewohnheit werden.

Türkspor: Acil – Sonna Nanfack (80. Donkor), Cenik, Kljajic, Saritas – Akman, Braun (73. Braun) – Juka (46. Alici), Yesilmen (59. Braja), Hamza – Reichwein

Kirchhörde: Gerlach -. Rous, Mendes, Doyscher, Pape (67. Salli) – Ulusoy (75. Kozdron), Rudnik, Serocka – Touko (59. Güreser), Bernhard (77. Vasic), Sievers

Tore: 0:1 Bernhard (45.), 1:1 Alici (51.), 1:2 Serocka (77.), 1:3 Güreser (90.+3)

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Dortmunder Jung! Seit 1995 im Dortmunder Sport als Berichterstatter im Einsatz. Wo Bälle rollen oder fliegen, fühlt er sich wohl und entwickelt ein Mitteilungsbedürfnis. Wichtig ist ihm, dass Menschen diese Sportarten betreiben. Und die sind oft spannender als der Spielverlauf.
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Alexander Nähle