Steht Dimitrios Kalpakidis demnächst nicht mehr an der Seitenlinie von Türkspor Dortmund? © Stephan Schuetze
Fußball

Unglaubliche Nachricht bei Türkspor Dortmund: Dimitrios Kalpakidis verlässt den Klub

Die Vorbereitung auf die Spielzeit 2021/22 hat gerade begonnen, da gibt es den ersten Paukenschlag bei Türkspor Dortmund: Dimitrios Kalpakidis ist weg.

Am Freitagabend hat Dimitrios Kalpakidis der Mannschaft von Türkspor Dortmund per WhatsApp mitgeteilt, dass er den Klub verlassen hat. Am Dienstag will er sich noch persönlich bei den Jungs verabschieden. So hat er es unserer Redaktion geschildert. Damit endet seinen Mission nach nicht einmal einem Jahr.

„Ich habe mich am Dienstag mit dem Doc (Präsident Dr. Akin Kara, Anm. d. Red.) zusammengesetzt und über meine Zukunft gesprochen. Wir sind einfach anderer Meinung. Der eine will nach links gehen, der andere nach rechts. Deshalb war nach dem Gespräch klar, dass es keine Zusammenarbeit mehr geben wird. Darauf haben wir uns geeinigt“, erklärt Kalpakidis.

Dr. Akin Kara ist nicht zu erreichen

Unsere Redaktion hat am Freitagabend versucht, Dr. Akin Kara per Handy zu erreichen. Ohne Erfolg. Auch eine WhatsApp-Anfrage blieb unbeantwortet. Somit steht jetzt nur die Version von Dimitrios Kalpakidis im Raum. Der betont, dass er keine schmutzige Wäsche waschen will, stellt aber klar, dass er gerne mehr in dem Klub bewegt hätte. Die Frage, ob er zu wenig Rückendeckung gespürt habe, lässt er unbeantwortet. Er möchte einfach einen glatten Schnitt.

Dass die Chemie zwischen dem Präsidenten und Kalpakidis schon länger nicht mehr stimmte, war offensichtlich. Es wurden Spieler an Kalpakidis vorbei verpflichtet, auch mit Akteuren verlängert, mit denen die Sportliche Leitung gar nicht mehr geplant hatte. Der Präsident hatte sein eigenes Berater-Umfeld. Kalpakidis gehörte nach den Informationen unserer Redaktion schon länger nicht mehr dazu.

Damit endet eine Zusammenarbeit, die von Beginn an unter keinem guten Stern stand. Als Dr. Akin Kara Dimitrios Kalpakidis nach drei Spielen der Saison 2020/21 verpflichtet hatte, trat das erfolgreiche Trainer-Duo Reza Hassani und Kevin Großkreutz direkt zurück. Das Duo hatte dem Präsidenten deutlich gemacht, dass es nicht mit Kalpakidis zusammenarbeiten möchte. Ein Vorwurf: Kalpakidis käme nur, weil er scharf auf den Trainerposten sei.

Kalpakidis bestritt das immer vehement, macht das auch heute noch. Er wollte nach seiner Demission beim TuS Bövinghausen eine Pause als Trainer einlegen und in den Job des Sportlichen Leiters hineinschnuppern. „Nachdem ich nach 17 Siegen aus 17 Spielen als Trainer bei Bövinghausen rausgeflogen bin, wechsele ich doch nicht zu einem anderen Klub, um da die Trainer rauszuschmeißen. Ich habe doch gerade erst selbst gespürt, wie es ist, rauszufliegen“, hatte Kalpakidis damals gesagt.

Kalpakidis übernahm den Trainerposten

Kalpakidis übernahm nach dem Abschied des Duos bis zum Lockdown das Team als Coach, versicherte aber immer, einen neuen Trainer für die kommende Spielzeit zu suchen. Letztlich wurde der Ex-BVB-Profi Sebastian Tyrala neuer Coach. Der Tipp, dass Tyrala interessant für Türkspor sein könnte, kam vom Spieler und jetzigen Co-Trainer Marcel Reichwein.

Die einzigen Gespräche mit Tyrala führte damals der Präsident, und der verpflichtete ihn auch, ohne mit Kalpakidis Rücksprache zu halten. Erst nach der Verpflichtung gab es den ersten Kontakt zwischen Tyrala und Kalpakidis. Allein diese Verpflichtung zeigt, dass der Präsident die alleinige Macht im Klub hat, bei Verpflichtungen und Verlängerungen.

Kalpakidis gesteht sich jetzt ein, dass er kein Sportlicher Leiter mehr sein will. „Ich merke einfach, dass ich wieder große Lust verspüre, als Trainer zu arbeiten. Es hat Spaß gemacht, in den Job des Sportlichen Leiters reinzuschnuppern, aber das ist vorerst nicht meine Zukunft“, erklärt Kalpakidis. Als Trainer hat er die perfekte Statistik. Bei Bövinghausen hat er alle 17 Pflichtspiele als Trainer gewonnen und bei Türkspor keins verloren. Mal schauen, wie lange es bis zum ersten Angebot dauert.

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T. Schulzke